Kommaregeln einfach erklärt – so setzt Ihr Kind jedes Komma richtig

Viele Schülerinnen und Schüler tun sich mit der Kommasetzung schwer. Dabei muss man sich nur ein paar einfache Kommaregeln merken.

Das Komma dient im Deutschen dazu, einen Satz zu unterteilen. So kann man ihn leichter lesen. Um die Kommasetzung zu verstehen, muss man sich tief in die deutsche Grammatik wühlen. Aber damit Ihr Kind Kommas richtig setzt, muss es nur ein paar Kommaregeln kennen.

Kurz und knapp: Wann setzt man ein Komma?

  1. Zwischen zwei Sätzen und Aufzählungen
  2. Vor Konjunktionen wie „aber“, „allein“, „doch“, „jedoch“, „sondern“
  3. Vor und nach Beisätzen
  4. Nach wörtlichen Reden, Anreden und Ausrufen
  5. Bei Infinitivgruppen und Partizipgruppen
  6. Bei Wohnungs-, Zeit- und Literaturangaben

Übersicht zu den Kommaregeln zum Ausdrucken

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Hier finden Sie und Ihr Kind alle Regeln zu Kommasetzung einfach erklärt:

Kommaregel 1: Kommas trennen Sätze voneinander!

Am häufigsten benutzt man Kommas, um zwei oder mehr Sätze voneinander zu trennen, die nicht durch eine Konjunktion (z. B. „und“, „oder“) verbunden sind, z. B. …

… zwei Hauptsätze: „Mia ist heute müde, sie hat zu wenig geschlafen.“

… einen Haupt- und einen Nebensatz: „Tom geht nach Hause, weil er Kopfschmerzen hat.“

Kommasetzung und Kommaregeln

Wie erkennt Ihr Kind, dass es zwei Sätze sind, die mit einem Komma getrennt werden müssen? Es stehen zwei gebeugte Verben: z. B. im ersten Satz: „Mia ist heute müde, sie hat zu wenig geschlafen“; im zweiten Satz: „Tom geht nach Hause, weil er Kopfschmerzen hat.

Kommaregel 2: Kommas trennen Aufzählungen voneinander!

Kommas trennen aneinandergereihte Wörter und Wortgruppen, die nicht durch eine Konjunktion (z. B. „und“, „oder“, „sowie“, „entweder – oder“, „sowohl – als auch“, „weder – noch“) verbunden werden.

  • „Lara, Mirco und Tom haben nun schulfrei.“
  • „Entweder nimmt Emil die blaue, die grüne oder die braune Hose.“

Achtung, Ausnahme!

Manchmal wird zwischen Adjektiven kein Komma gesetzt – nämlich dann, wenn sie nicht gleichrangig sind.

  • „Katrin mag ihre schönen neuen Filzstifte.“

Kommasetzung und Kommaregeln Die Adjektive sind nicht gleichrangig, wenn die Adjektive nicht mit dem Wort „und“ getrennt werden können:
So ergibt der Satz „Katrin mag ihre schönen und neuen Filzstifte“ keinen Sinn. Das zweite Adjektiv, also „neuen“ bildet mit dem Substantiv „Filzstifte“ ein Gesamtbegriff, sodass beide Wörter zusammengehören.


Anders ist es bei dem Satz „Tom ist ein netter, höflicher Freund“. Hier kann problemlos „Tom ist ein netter und höflicher Freund“ geschrieben werden. Die Adjektive sind gleichrangig. Also wird ein Komma gesetzt, wenn das „und“ wegfällt.

Kommaregel 3: Beim Infinitiv sollte man aufmerksam werden!

Kommasetzung und Kommaregeln

Das Wort „zu“ und ein Verb im Infinitiv bilden gemeinsam mit einer näheren Bestimmung eine Infinitivgruppe.
Infinitivgruppen werden mit Kommas abgetrennt, wenn …

… die Infinitivgruppe mit den Wörtern „als“, „[an]statt“, „außer“, „ohne“ oder „um“ eingeleitet werden:

  • „Sie ging nach draußen, ohne ihre Jacke zu schließen.“

… die Infinitivgruppe sich auf ein Substantiv bezieht:

  • „Der Reißverschluss ging beim Versuch, die Jacke zu schließen, kaputt.“

… die Infinitivgruppe ein hinweisendes Wort näher bestimmt bzw. wiederaufgenommen wird:

  • „Tom ist dafür, die Wahl zu wiederholen.“
  • „Die Wahl zu wiederholen, das war Toms Wunsch.“

In den anderen Fällen, in denen eine Infintivgruppe vorkommt, kann man ein Komma setzen, muss man aber nicht.

  • „Tom hat Angst das Spiel zu verlieren.“

oder

  • „Tom hat Angst, das Spiel zu verlieren.“

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Kommaregel 4: Bei Partizipgruppen kann ein Komma stehen!

Kommasetzung und Kommaregeln

Ein Partizip (z. B. „lachend“) und eine nähere Bestimmung (z. B. „aus vollem Hals“) bilden eine Partizipgruppe. Diese können mit einem Komma abgegrenzt werden, müssen sie aber nicht.

  • „Aus vollem Hals lachend, kam er ins Klassenzimmer.“

oder

  • „Aus vollem Hals lachend kam er ins Klassenzimmer.“

Achtung, Ausnahme!

1) Bei einem einzelnen Partizip darf kein Komma gesetzt werden.

  • „Lachend kam er ins Klassenzimmer.“

2) Wenn ein hinweisendes Wort eine Partizipgruppe ankündigt, muss ein Komma gesetzt werden.

  • „Aus vollem Hals lachend, so kam er ins Klassenzimmer.“

Kommaregel 5: Einige Konjunktionen stehen mit Komma!

Vor entgegengesetzten Konjunktionen, z. B. „aber“, „allein“, „doch“, „jedoch“, „sondern“, steht ein Komma.

  • „Sie mag Früchtetee, aber nur mit Honig.“
  • „Felix ist kein großer Hund, sondern ein kleiner.“

Auch zwischen Satzteilen mit anreihenden Konjunktionen, z. B. „einerseits – andererseits“, „je – desto“, „nicht nur – sondern auch“, „teils – teils“, steht ein Komma.

  • Einerseits findet Klara Hunde toll, andererseits liebt sie es, Katzen zu streicheln.“
  • Je mehr er isst, desto stärker werden seine Bauchschmerzen.“

Nebensätze, die mit „als“ oder „wie“ eingeführt werden, also einen Vergleich aufmachen, werden mit Kommas abgegrenzt.

  • „Das Computer ist nicht so teuer, wie der alte es war.“

Achtung, Ausnahme!

Wenn kein Nebensatz vorliegt, wird kein Komma gesetzt.

  • „Tom ist älter als Moni.“
  • „Moni ist so groß wie Tom.“

Kommaregel 6: Erläuterungen werden mit Kommas abgetrennt!

Kommasetzung und Kommaregeln

Wenn eine Erläuterung an den Satz gehängt bzw. nachgestellt wird, wird ein Komma gesetzt. Wenn die Erläuterung im Satz steht, wird sie mit Kommas eingeschlossen.

Häufig werden die Erläuterungen mit Wortgefügen wie „also“, „besonders“, „das heißt“ oder „d. h.“, „insbesondere“, „nämlich“, „und zwar“, „vor allem“ und „zum Beispiel“ bzw. „z. B.“ angeführt.

  • „Klara geht morgen, also am Montag, endlich wieder zur Schule.“
  • „Tom mag Schokolade, besonders die ganz dunkle.“
  • „Wir müssen gleich los, so in fünf Minuten.“

Kommaregel 7: Beisätze werden in Kommas eingeschlossen!

Der erklärende Zusatz, auch Apposition oder Beisatz genannt, wird in Kommas eingeschlossen.

  • „Elke, meine Frau, und ich gehen samstags immer schwimmen.“
  • „Meine Mutter, eine Pferdenärrin, geht jeden Tag reiten.“

Kommaregel 8: Nach der wörtlichen Rede folgt ein Komma!

Nach der wörtlichen Rede steht ein Komma, wenn der Satz weitergeht. Die wörtliche Rede wird dann entweder mit einem Fragezeichen oder einem Ausrufezeichen beendet, aber niemals mit einem Punkt.

  • „Warum gehen wir nicht spazieren?“, fragt Tom.
  • „Wenn Mama und Papa mitkommen, komme ich auch mit“, antwortet Klara bestimmt.
  • „Gerne!“, antwortet Felix freudig.

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Kommaregel 9: Anreden und Ausrufe stehen mit einem Komma!

1) Anreden und Ausrufe werden mit Kommas vom Rest des Satzes abgetrennt.

  • „Klara, ich gehe mit Tom ins Kino.“
  • „Aua, du tust mir weh!“

2) Briefanreden werden mit einem Komma abgegrenzt.

  • Lieber Johannes, vielen Dank für deinen Brief.“
  • Sehr geehrte Frau Klug, ich wollte Ihnen mitteilen, dass …“

Achtung beim Abschied!

Nach einer Abschiedsformel wird im Deutschen kein Komma gesetzt.

  • „Mit freundlichen Grüßen Katharina“
  • „Viele Grüße Katharina“

Kommaregel 10: Wohnungs-, Zeit- und Literaturangaben werden mit Kommas abgegrenzt!

Mehrteilige Datums-, Wohnungs- und Literaturangaben werden mit Kommas getrennt.

  • „Ich feiere meinen Geburtstag am Montag, dem 02.11.2015.“
  • „Klara wohnt in Berlin, Grünberger Straße 54.“
  • „Das steht in Grimms Märchenbuch, 4. Auflage, in Kapitel 3.“

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