0

Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende: Was ist neu?

Unterhaltsvorschuss_Alleinerziehende_Reform

Wenn Ex-Partner nicht oder nur unregelmäßig Unterhalt zahlen, können Alleinerziehende Unterstützung beantragen. Zum 1. Juli wurden wichtige Neuerungen beschlossen.

Die Reform gilt rückwirkend

Die Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes soll der wachsenden Kinderarmut entgegensteuern. Ursprünglich war angedacht, bereits zum 1. Januar 2017 diese Reform durchzubringen. Einzelne Länder und Kommunen stellten sich jedoch aus finanziellen und personellen Gründen zunächst quer. Der Bund übernimmt daher einen größeren finanziellen Anteil am Vorschuss als bisher. Außerdem wurden neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Jugendämtern eingestellt, um die Neuanträge bewältigen zu können. Jetzt wurde der neue Unterhaltsvorschuss rückwirkend zur Jahresmitte, ab dem 1. Juli, von Bundestag und Bundesrat beschlossen.

Was ist neu?

Zum einen verlängert sich die Bezugsdauer und zum anderen die Bezugsberechtigung. Bisher konnten Alleinerziehende nur für sechs Jahre einen Unterhaltsvorschuss beziehen. Außerdem durfte das Kind nicht älter als zwölf Jahre alt sein. Beides wurde in der Reform aufgehoben. Die Bezugsdauer ist nicht mehr begrenzt. Zusätzlich gibt es den Unterhaltsvorschuss, bis das Kind 18 Jahre alt ist.

Wie viel kriegen Alleinerziehende pro Kind?

  • Kinder von 0 bis 5 Jahren: 150 Euro
  • Kinder von 6 bis 11 Jahren: 201 Euro
  • Kinder von 12 bis 17 Jahren: 268 Euro

Was ist bei der Antragsstellung zu beachten?

Die Anträge auf den neuen Unterhaltsvorschuss können erst von den Jugendämtern bearbeitet werden, wenn die Gesetzesreform in Kraft ist. Bis dahin dürfen die Änderungen nicht in den Bescheiden oder Zahlungen berücksichtigt werden. Anträge werden ab sofort bis zum 31. Juli für den Juli entgegengenommen und bei Inkrafttreten der Reform bearbeitet.

Einschränkungen für Hartz-IV-Beziehende

Der Unterhaltsvorschuss wird erst ab einem eigenen Bruttoeinkommen der alleinerziehenden Person von 600 Euro gezahlt. So will der Bund einen Anreiz für Hartz-IV-Beziehende schaffen, einen eigenen Verdienst zu erlangen. Zusätzlich gilt der Anspruch für das Kind nur, wenn es nicht auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen ist. Für Kinder unter zwölf Jahren bleibt das Einkommen des alleinerziehenden Elternteils weiterhin irrelevant.

Titelbild: © Kichigin/shutterstock.com

 
Diese Seite drucken

Kommentieren

 

Noch keine Kommentare.