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Wann sollte ich mein Kind aufklären?

Wann sollte ich mein Kind aufklaeren

Irgendwann fangen Kinder an zu fragen: Sie wollen mehr darüber wissen, wie das mit der Liebe so geht. Gibt es ein vorgegebenes Alter, ab dem Eltern ihre Kinder aufklären sollten?

Irgendwann kommt es dazu, dass Kinder mehr wissen wollen: Woher kommen die Kinder? Wie entstehen sie? Was bedeutet Liebe? Warum verhalten sich Menschen so komisch, wenn sie verliebt sind? Auch wenn es das viel zitierte Beispiel der „Blümchen und Bienchen“ zur Aufklärung gibt, sollten Eltern besser darauf verzichten.

Ehrlich sein und entspannt bleiben

Im ersten Moment ist vielen Eltern die Situation wahrscheinlich unangenehm oder sie sind darüber verwundert, dass das junge Kind bereits Fragen zum Körper, zur Liebe und zur Sexualität stellt. Aber bereits im Kindergarten- bzw. Grundschulalter beginnen sich Kinder mit ihrem Körper und dessen Merkmalen, mit den Beziehungen untereinander und mit Gefühlen auseinanderzusetzen. Da gehört auch die Frage nach dem Verliebtsein und den Konsequenzen. Eltern sollten dann ehrlich und aufrichtig versuchen, die Fragen zu beantworten und sich nicht selbst unter Druck zu setzen. Auf Metaphern wie die Blümchen und Bienchen sollten sie dabei nicht zurückgreifen. Dann entstehen beim Kind womöglich nur noch mehr offene Fragen. Sie müssen noch keinen perfekt ausgearbeiteten Plan für die Aufklärung haben, stattdessen können sie anhand von Beispielen oder Situationen nach und nach Merkmale der Liebe erklären. Eine gute Möglichkeit ist zum Beispiel eine Schwangerschaft im Umfeld des Kindes.


Wann sollte ich mein Kind aufklaeren

Wenn es um die sexuelle Aufklärung geht, so erfahren die meisten Kinder durch Geschwister, ältere Freunde oder die Schule bereits erste Details. Als Elternteil kann man diese „Gerüchte“ in einer ruhigen und entspannten Situation genauer erläutern. Spätestens zum Beginn der Pubertät können dann Fragen zur Verhütung, zu Verhinderung von Geschlechtskrankheiten und zum Geschlechtsverkehr hinzukommen, die etwas mehr ins Detail gehen. Auch hier sollten Eltern ruhig bleiben und sich nicht davon irritieren lassen.

Keinen bestimmten Zeitpunkt abwarten

Wie für die Liebe, gibt es auch für die Aufklärung keinen perfekten Zeitpunkt. Ist das Kind jünger oder älter als seine Geschwister, wenn es beginnt nach den Zusammenhängen der Liebe zu fragen, so ist weder ein gutes noch ein schlechtes Zeichen. Es gehört einfach zur individuellen Entwicklung des Kindes.

Eltern sollten also bei der Aufklärung darauf achten, ob ihr Kind bereit ist, zuzuhören und sich den Gedanken an Liebe, Sex und Sexualität zu öffnen. Meistens ist eine erste Verliebtheit des Kindes ein guter Anlass, offene Fragen zu besprechen. Alle weiteren Fragen ergeben sich automatisch. Wenn Eltern merken, dass sie sich unwohl fühlen oder das Kind mit den Informationen überfordert scheint, sollten sie eine Pause machen und das Gespräch zu einem anderen Zeitpunkt fortsetzen. Es muss nicht alles auf einmal erklärt werden.

Bei Unklarheiten Infostellen aufsuchen

Sollten Fragen auftreten, zu denen Eltern nicht die passende Antwort geben können oder wollen, können sie online oder vor Ort Informationen bei Beratungsstellen, wie Pro Familia, einholen. Es werden Auskünfte zu den Themen Liebe, Sexualität, Schwangerschaft und Partnerschaft gegeben und auch knifflige Fragen ruhig und sicher beantwortet. In einem vertrauensvollen und geschützten Umfeld trauen sich das Kind außerdem vielleicht Fragen zu stellen, die es sich vor den Eltern nicht traut. Auch der erste Besuch bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt kann ein Anlass sein, sich genauer mit den Themen Sex und Verhütung zu beschäftigen.

Fazit: Nein, es gibt kein festes Alter. Wenn Eltern merken, dass ihr Kind neugierig ist und gern mehr wüsste, können sie beginnen über Liebe und Sexualität zu sprechen. Wichtig ist dafür eine ruhige und entspannte Gesprächssituation. Eltern sollten auch zugeben, wenn sie sich dabei unwohl fühlen, als das sie drumherum reden.

Titelbild: © izuboky/shutterstock.com

 
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