Sterben und Tod – wie Kindern trauern und Eltern ihnen helfen

Früher oder später werden Kinder mit dem Thema Tod konfrontiert. Auch wenn es Eltern schwerfällt – es ist wichtig, dass Kinder auch das Trauern lernen.

Eltern wollen ihre Kinder am liebsten vor allem schützen, was sie traurig machen könnte. Jedoch werden sie früher oder später mit den Themen Sterben und Tod konfrontiert. Schließlich gehört der Tod und das Abschiednehmen zum Leben dazu. Umso wichtiger ist es, dass auch kleine Kinder bei einem Trauerfall die Chance bekommen, diesen für sich zu begreifen und zu verarbeiten.

Den Tod kindgerecht erklären

Kinder spüren, wenn etwas plötzlich anders ist. Sie spüren, wenn ihre Eltern traurig sind oder wenn ihnen etwas verheimlicht wird. Solche Veränderungen können verunsichern und auch Angst machen – ebenso ist es bei Sätzen, wie „Das verstehst du noch nicht“ oder „Das erklär ich dir, wenn du groß bist!“. Um Angst, falschen Vorstellungen und schrecklichen Gedanken vorzubeugen, sollte Kindern altersgerecht, leicht verständlich aber ehrlich erklärt werden, was geschehen ist – auch wenn es schwerfällt. Dabei sollten Eltern darauf achten, dass sie Formulierungen benutzen, die nicht zusätzlich Ängste schüren. Ein Satz wie „Opa ist friedlich eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht“ kann zu Unbehagen beim Einschlafen führen. Statt defuse Bilder zu schaffen oder zu riskieren, dass sich Kinder etwas zusammenreimen, ist es besser, die Todesursache sachlich, z. B. eine Krankheit, zu erklären und die nächsten Schritte, z. B. die Beerdigung, zu beschreiben. Natürlich sollten belastende oder beängstigende Einzelheiten ausgelassen werden. Anschließend sollten Kinder die Chance bekommen, alle Fragen stellen zu können, die sie stellen möchten. Auch das gemeinsame Anschauen und Lesen von Kinderbüchern über das Sterben und den Tod können helfen, Kindern das Thema näherzubringen. Jedoch sollten Eltern im Hinterkopf behalten, dass erst Kinder im Alter von ungefähr zehn Jahren verstehen, dass der Tod nicht rückgängig gemacht werden kann und ein absolutes Ende bedeutet.

Kinder trauern anders als Erwachsene

Auch wenn Kinder bei einer Todesnachricht nicht gleich in Tränen ausbrechen, heißt das nicht, dass sie nicht trauern. Jeder Mensch trauert anders und auf seine Art. Und Kinder trauern noch einmal anders als Erwachsene – bei ihnen kommt die Trauer in Schüben. So kann es sein, dass sie im ersten Moment noch fröhlich zu spielen beginnen, im anderen aber ganz plötzlich traurig werden. Denn Kinder erklären sich viel über das freie Spiel und verarbeiten dabei neue Erlebnisse und Erkenntnisse. Darüber hinaus kann sich Trauer auch in Schlafstörungen, Albträumen, Trennungs- und Verlustangst, Schuldgefühlen oder Absacken der Schulleistung widerspiegeln. Doch wie können Eltern Kindern bei der Trauerarbeit helfen?

Kinder bei der Trauerarbeit unterstützen

Um Kindern trotz des einschneidenden Erlebnisses das Gefühl von Sicherheit zu geben, ist es wichtig, die alltäglichen Routinen und Rituale beizubehalten. Das heißt, der Tagesablauf sollte sich nicht ändern. Trotzdem sollten Kinder das Gefühl haben, jederzeit zu ihren Eltern kommen, Fragen stellen, mit ihnen reden oder Trost suchen zu können. Es sollte ebenfalls dafür gesorgt sein, dass Kinder ihre Trauer in gemalten Bildern und im freien Spiel ausdrücken können. Wichtig ist auch, dass Eltern ihre eigene Trauer nicht vor ihren Kindern verbergen. So lernen sie früh, dass die eigenen Gefühle nicht unterdrückt werden müssen. Haben etwas ältere Kinder, etwa im Grundschulalter, den Wunsch, an der Trauerfeier teilzunehmen, sollte ihnen dieser nicht verwehrt werden. Zuvor sollten Eltern jedoch die Umstände einer Beerdigung, z. B. Ort, Ablauf usw., ihrem Kind genau erklären. Kleinere Kinder sollten die Möglichkeit bekommen, sich bei einem gesonderten Abschiedsritual verabschieden zu können.

Haben Eltern das Gefühl, ihre eigene Trauer und die ihrer Kinder nicht alleine bewältigen zu können, bietet es sich an, eine Trauerbegleitung in Anspruch zu nehmen. Auch eine Psychologin bzw. ein Psychologe kann hier weiterhelfen.

Wie gehen Sie mit dem Thema Sterben und Tod in der Familie um? Schreiben Sie uns einen Kommentar und berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen.

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