Studie: Hausaufgaben wirken sich auf die Persönlichkeit aus

Hausaufgaben – ja oder nein? Diese Frage beschäftigt Bildungsexperten, Pädagogen und Eltern seit längerer Zeit. Nun hat eine Studie ein überraschendes Ergebnis geliefert, das die Hausaufgaben in ein ganz neues Licht rückt.

Schülerinnen und Schüler, die sich bei den Hausaufgaben anstrengen und sie mit Sorgfalt erledigen, schneiden in der Schule besser ab. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Nun haben Forscherinnen und Forscher der Universität Tübingen in einer Studie jedoch herausgefunden, dass sich die Sorgfalt bei den Hausaufgaben auch positiv auf die Persönlichkeit der jeweiligen Schülerinnen und Schüler auswirkt.

Wer gewissenhaft arbeitet, profitiere langfristig

Kinder und Jugendlichen, die ihre Hausaufgaben gewissenhaft anfertigen, würden eine günstigere Entwicklung der generellen Gewissenhaftigkeit aufweisen als diejenigen, die sich keine Mühe geben oder sich nicht anstrengen, so die Studie des Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung. „Dies zeigt, dass Hausaufgaben nicht nur für die schulische Leistung wichtig und sinnvoll sind, sondern auch für die Persönlichkeitsentwicklung, vorausgesetzt, sie werden gründlich und genau erledigt“, erklärt Richard Göllner, Erstautor der Studienergebnisse. Die Institution Schule trage somit nicht nur zum Lernen und Wissenszuwachs bei, sondern könne auch die Persönlichkeit ihrer Schülerinnen und Schüler prägen, heißt es aus der Uni.

2.800 Schülerinnen und Schüler nahmen an der Studie teil

In der Langzeitstudie wurden die Daten von insgesamt 2.800 Schülerinnen und Schüler aus Haupt- und Realschulen in Baden-Württemberg sowie aus Mittelschulen in Sachsen ausgewertet. Drei Jahre lang wurden sie von Beginn der 5. Klasse zu ihrem Hausaufgabenverhalten befragt. Auch ihre Eltern schätzten die Gewissenhaftigkeit und Anstrengungen ihrer Kinder bei der Bearbeitung von Hausaufgaben regelmäßig ein.
In der Regel nehme die Gewissenhaftigkeit von Teenagern in den frühen Jugendjahren ab. Doch das Ergebnis zeige, dass eine gründliche und genaue Auseinandersetzung mit den Hausaufgaben dieser Entwicklung offensichtlich entgegenwirken könne, besagt die Studie. Bei den Schülerinnen und Schüler, die hingegen über den Befragungszeitraum angaben, sich keine Mühe bei den Hausaufgaben zu geben, sei auch die generelle Gewissenhaftigkeit stark abgesunken.

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