Jedes Kind kann das Aufstehen lernen …

… Gibt es eigentlich schon ein Buch mit diesem Titel? – Gastautorin Katja über die Tücken des Schulstarts.

Ich habe bisher nur die hitzigen Diskussionen zu dem Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ am Rande verfolgt. Das ist schon etwas länger her und ich brauchte das Buch nicht, da meine Kinder von allein schliefen. Ich brauche mal eins, was mir sagt, wie ich sie morgens wieder wach bekomme.

Die Motivation des ersten Schultags

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Der erste Schultag nach den Ferien ist immer der beste. Die Kinder sind aufgeregt und nach sechs Wochen Ferien tatsächlich in freudiger Erwartung auf den Direkt-Kontakt ohne WhatsApp. Sie freuen sich auf neue Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler: Wie wird der Stundenplan aussehen? Darf ich neben meiner Freundin sitzen? Das alles führt dazu, dass meine Kinder schon vor mir aus dem Bett springen und die morgendliche Routine irgendwie durcheinanderbringen. Aber hey, was für ein Start! Wird in diesem Schuljahr etwa alles besser?

Thank God it’s Friday

Eine sehr schlaue Person hat mal festgelegt, dass das Schuljahr – zumindest bei uns – an einem Donnerstag startet. Dann dauert die erste Woche nur zwei Tage. Der zweite Tag wird mit „Gott sei Dank, schon Freitag! Morgen kann ich ausschlafen.“ begrüßt. Was jetzt nicht heißt, dass da noch Restmotivation vom ersten Tag übrig ist. Alles Neue ist anscheinend schon aufgebraucht. Saßen am ersten Schultag noch alle beisammen am Frühstückstisch, „genießt“ mein Sohn heute hastig ein paar Frühstückscerealien. Meine Tochter ruft, ihr reiche ein Joghurt, den sie schlussendlich nicht isst, sondern zwischen Schuhe anziehen und Handy suchen in die Schultasche steckt. Bei mir löst das ein Kopfkino von geplatztem Becher und verschmierten Büchern aus. Aber ich verdränge das.

Dritter Tag – „Jaa, gleich!“

Spätestens nach dem „Ich-muss-unbedingt-ausschlafen-Wochenende“ ist am Montag alles wieder so, wie ich es kenne. Um 6.00 Uhr singt Avril Lavigne durch das ganze Haus. Ich stehe senkrecht im Bett und meine Tochter schläft neben der Lärmquelle seelenruhig weiter. Mein Sohn ist jeden Morgen pünktlich wach, beschwert sich über die schreckliche Musik und nimmt per Handy die erste Konversation mit anderen Leuten auf. – Es gibt andere Kinder, die morgens auch schon wach sind? – Meine Tochter stoppt das Konzert aus ihrem Zimmer, braucht dafür aber leider nur ihr Unterbewusstsein. Wach ist sie nicht. Viertel nach sechs: Erste Ansage an meine Tochter zum Aufstehen – „Jaa, gleich!“, schallt die Antwort. Ansage an den Sohn: Ab ins Bad, bevor deine Schwester aufsteht – „Jaa, gleich!“.
Ich schleiche mich in die Küche und ergebe mich in die Morgenroutine. Um halb sieben rufe ich einmal die Uhrzeit durchs Haus. Mein Sohn setzt sich in Bewegung, meine Tochter ruft „Jaa, gleich!“. Diese Antwort ist ebenfalls im Unterbewusstsein verankert. 20 Minuten vor sieben erscheine ich persönlich für eine Zeitansage bei meiner Tochter, die plötzlich hell wach ist und sich beschwert, warum ich sie nicht früher wecke.

Ich gehe frühstücken und Zeitung lesen. Ich reagiere auf die immer gleichen Anfragen und warte, dass die Tür ins Schloss fällt.

Tipps für motiviertes Aufstehen

Vorweg: Ich nehme gern noch Tipps entgegen und probiere sie aus. Wir haben schon etliche Sachen probiert – ohne nennenswerten Erfolg.

1. Früher ins Bett

Wer nicht müde ist, schläft auch nicht. Das hat auch was mit dem körpereignen Biorhythmus zu tun. Es gibt eben Nachtigallen und Lerchen. Mein Sohn schläft um 22 Uhr, selbst am Wochenende, außer er will für irgendetwas wach bleiben. Dafür ist er morgens wach, auch am Wochenende. Meine Tochter vollbringt abends um 22 Uhr noch kreative Höchstleistungen hat ihre Aufwachphase aber eher zwischen acht und neun Uhr.

2. Früher aufstehen

Vielleicht hat meine Tochter vor sechs Uhr einen leichteren Schlaf? Also den Wecker auf halb sechs Uhr stellen: Das klappt nicht besser oder schlechter. Warum soll ich mir das ganze also eine halbe Stunde früher antun?

3. Abends alles vorbereiten, sodass man morgens schneller ist

Einige Frauen werden mich verstehen: Ich weiß doch abends nicht, wie ich mich am nächsten Morgen fühle und was ich anziehen will. So geht es auch meiner Tochter. Mein Sohn weiß, dass er es sowieso schafft. Er sieht also keine Veranlassung zur Vorbereitung.

4. Ihr seid selbst fürs Aufstehen verantwortlich!

Klappt, wenn ich beruflich unterwegs bin. Wenn ich da bin, meldet das Unterbewusstsein der Kinder: „Alles wie immer! Mama ist da!“.

Mittlerweile hat sich das Ganze so eingespielt, dass ich es einfach laufen lasse und mich nicht darüber aufrege. Wozu auch? Zu 99% schaffen sie den Bus, dann haben sie immerhin noch 20 Minuten, um vergessene Hausaufgaben zu machen 😉

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Gastautorin Katja

Katja

Katja, Jahrgang 1975, Mutter von zwei – mal mehr mal weniger pubertierenden – Teenagern. Sie ist Mitgründerin von SHEworks!, dem Onlinemagazin für Gründerinnen und Unternehmerinnen. Ihre Leidenschaft für Social Media gibt sie beratend weiter. Wenn ihre Finger die Tastatur heiß getippt haben, entspannt sie sich mit Vorliebe bei der Gartenarbeit oder Handarbeiten.


Titelbild: ©Ruslan Guzov/shutterstock.com

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