Das Pausenbrot – ein Drama in fünf Akten

Wie man’s macht, man macht’s falsch – das Herrichten des Pausenbrots. Vorhang auf für das Pausenbrot-Drama.

Diesmal muss es klappen. Ich habe ein Mischbrot liebevoll mit Butter beschmiert, mit Salami belegt und rundherum die Rinde abgeschnitten. Dazu gibt es Apfelschnitze in einer durchsichtigen Tüte, wie man sie aus Fast-Food-Restaurants kennt, und ein paar kleine Kekse. Heute wird meine jüngste Tochter ihre Brotbox nicht wieder im Originalzustand, also gefüllt, mit nach Hause bringen. Jawohl!

1. Akt: Das Brotdosen-ABC

Was ich auch anstelle, meine Versuche, die Kinder (von denen ich drei habe) mit einem Pausenbrot auszustatten, scheitern seit Jahren. Es ist egal, was ich mitgebe. Ich habe alles probiert, von Weintrauben und Mandarinen über sämtliche Brotsorten mit diversen Belägen bis hin zu Käsewürfeln und Wienerle. Sogar kleine Joghurts waren schon im Schulranzen. Das kann ich aber nicht empfehlen. Die kommen nicht nur am Nachmittag halbgeöffnet zurück, sondern verschmieren auch nachhaltig den Ranzen.

2. Akt: Stinkende Brote – kein gutes Tauschgeschäft

Eine Zeitlang aß die Jüngste ausschließlich Toastbrot mit Nussnougatcreme in der großen Pause. Doch auch das kommt mir mittlerweile wieder aus der Vesperbox entgegen, ohne auch nur angebissen zu sein. Pfannkuchen vom Vortag sind ganz gerne gesehen, werden aber auch nicht immer gegessen. Der Sohn bevorzugt Erdnussbutterbrote. Die darf ich ihm aber nicht mehr mitgeben, weil seine Klassenkameraden finden, dass die stinken. Außerdem will keiner mit ihm tauschen, wenn er ein Erdnussbutterbrot dabei hat.

3. Akt: Der Deal mit dem Snack

Das mit dem Tauschen ist übrigens ein Aspekt, den man nicht unterschätzen sollte: Eine ganze Weile lang kaufte ich Mini-Käsekugeln in roter Wachshülle ausschließlich für den Sitznachbarn meiner Jüngsten, von dem sie im Gegenzug ein Drittel seiner Brezel erhielt. Mini-Salamis sind auch gerne gesehen, die kann ich als Pausensnack sehr empfehlen, falls Ihr Kind lieber tauscht als eigenes Essen zu verzehren.

Und am allerbesten laufen – halten Sie sich fest: trockene Frühstückszerealien. Bei uns ist gerade die Sorte angesagt, die aussehen wie kleine Schokokekse und die meiner Meinung nach ohne Milch völlig ungenießbar sind. Ich kann aber meinen Kindern nicht jeden Tag trockenes Pseudo-Müsli mitgeben, da streikt sogar mein sehr liberales Mutterherz.

4. Akt: Hühner als Rettung

Mir ist im Nachhinein unbegreiflich, wie ich in meiner Kindheit durch all die großen Pausen kam. Denn meine Mutter gab mir täglich ein Salamibrot mit, jahraus, jahrein. Immer dieselbe Brotsorte von immer demselben Bäcker, mit stets identischer Salami. Ich habe das klaglos gegessen. Und wenn ich mal keinen Hunger hatte, wurde das Salamibrot in Krümeln den Hühnern über den Zaun geworfen, die neben meiner Schule fröhlich gackerten.

Getauscht wurde nicht. Wir hatten nämlich alle mehr oder weniger identische, langweilige Pausenbrote mit Käse oder Salami. Früher war nicht alles besser, aber das mit den Hühnern neben dem Pausenhof war schon sehr praktisch. Meine Brotbox war nämlich immer leer, wenn ich nach der Schule nach Hause kam. Vielleicht sollte ich auf dem nächsten Elternabend mal vorschlagen, einen Teil des großen Schulhofs als Modellprojekt für freilaufende Hühner umzugestalten?

BILDTITEL

5. Akt: Die Pausenbrot-Katastrophe

Ich habe eben die Brotbox der Jüngsten aus dem Schulranzen genommen. Brot und Apfelschnitze waren unberührt, nur die kleinen runden Kekse fehlten.

Vielleicht helfen diese Pausenbrot-Ideen:


Weitere Artikel von Christine

Titelbild: © Suzanne Tucker/shutterstock.com