Sich trotz Kindern ernsthaft unterhalten? Merk dir, wo wir waren!

Ernsthafte Unterhaltungen unter Erwachsenen, wenn Kinder zugegen sind? Das ist nur etwas für Menschen mit Ausdauer!

Neulich im Hallenbad bin ich wieder darauf reingefallen. Auf die Illusion, ich könnte mit einer Bekannten, die ich länger nicht gesehen habe, eine Unterhaltung führen. Und das, obwohl ich mit Kindern unterwegs war. Wie es ihr denn so ginge und was bei ihr gerade los sei im Leben, fragte ich sie blauäugig.

Der Vorsatz: sich mal wieder von Frau zu Frau unterhalten

Die Bekannte, nennen wir sie Gabi, erzählte Spannendes. Sie berichtete von Streit mit der Schwiegermutter und wollte meinen Rat. Nach einem guten Gespräch, das wir in Ruhe führten, fühlte sie sich besser. Wir hatten uns toll ausgetauscht.
Haha, reingefallen! Sie glauben doch nicht, dass es ernsthaft möglich ist, ein Erwachsenengespräch, in dem sogar Probleme vorkommen, in Gegenwart von Kindern zu führen? Tatsächlich ähnelte die Unterhaltung eher einem Stopptanz. Das ist dieses Spiel, bei dem Kinder auf Geburtstagen zu Musik tanzen. Sobald jemand die Pausentaste auf dem Musikplayer drückt, erstarren sie in „Freeze“-Haltung.

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Die Realität: Mama muss mit auf die Rutsche

„Die Schwiegermutter nörgelt ständig an mir rum, ich könnte platzen! Wie soll ich denn damit umgehen? Und gegenüber unseren Kindern tut sie so, als sei …“ [Stopp!] Die Tochter der Bekannten kommt angerannt. „Mama, kann ich zur großen Rutsche? Kommst du mit?“, ruft sie tropfend.
„Ich komme gleich, geh schonmal vor. Du kannst auch alleine rutschen“, versucht Gabi, Zeit zu schinden.
„Ich will aber, dass du mitkommst! Du musst gucken!“, beharrt die Kleine.
Gabi seufzt und wirft mir einen genervten Blick zu. „Komm, wir gehen beide rüber zur Rutsche“, schlage ich vor und stehe auf. Wir trotten zur Rutsche. Meine Jüngste schließt sich an.
„So, dann rutsch mal!“, muntert Gabi die Kleine auf. Die hat aber ein bisschen Angst: „Du musst mit mir rutschen! Bitteee!“
„Gut. Ich rutsche ein Mal mit dir. Danach rutscht du alleine“, schlägt Gabi vor.
Gabi begibt sich auf die große Wasserrutsche. Kurz vorher raunt sie mir noch zu, dass ihr Mann ihr immer ausweiche, wenn sie versuche, das Thema anzusprechen. Ich habe etwas Zeit zum Nachdenken. Hoffentlich vergesse ich nicht, was ich dazu sagen wollte, bis Gabi wieder neben mir steht. Sich zu merken, wo man im Gespräch stehen geblieben ist, gehört zu den wichtigsten Elternskills! [Stopp!]

Jetzt aber – endlich das Gespräch weiterführen!

Gabi ist wieder da, ihre Tochter erklimmt die Rutsche alleine. Die Luft ist rein.
„Also, ich denke, dein Mann hat sich da noch nicht ganz abgena …“, fange ich an. [Stopp!] Gabis Tochter dreht um. Sie hat nun doch keine Lust mehr zu rutschen.
„Mama, kriege ich ein Eis?“, wird Gabi von ihrer Tochter gefragt.
„Ja, ich gebe dir Geld und du gehst alleine zum Kiosk“, versucht es Gabi.
„Du musst mitkommen. Ich traue mich nicht alleine!“, protestiert ihr Kind.
Gabi seufzt. Ich muss erneut kurz warten. Während unsere Kinder in die Eiskarte vertieft sind, ergänze ich, dass ich einen Termin bei einer Beratungsstelle machen würde. „Ihr wollt ja noch eine Weile verheiratet bleiben, oder? Dein Mann scheint …“ [Stopp!]
Die Kinder fragen, für wie viel Geld sie ein Eis aussuchen dürfen. Das ist der Moment, in dem man am liebsten „Egal! Hauptsache, wir können mal in Ruhe reden!“ rufen würde, dann aber doch etwas Sinnvolles wie „Hier, du kriegst 1,50 €“ antwortet.

Vielleicht doch lieber per WhatsApp schreiben?

Die Kinder kaufen sich ein Eis und setzen sich zu uns auf die Handtücher. [Stopp!] Schon wieder müssen wir das Gespräch unterbrechen. Ich sehe, wie es in Gabi arbeitet. Sie platzt gleich vor Gesprächsbedarf, die Arme.
Beim nächsten Schwimmbadbesuch, das nehme ich mir vor, kommt mein Handy mit in die Schwimmbadtasche. Dann kann ich mit Gabi WhatsApp-Nachrichten schreiben.

Falls Sie uns also sehen, wie wir scheinbar abwesend nebeneinander sitzen, wundern Sie sich nicht. Wir führen gerade Erwachsenengespräche!


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Titelbild: © Phil Date/shutterstock.com

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