Schlechtes Zwischenzeugnis – wie Eltern nicht reagieren sollten

Es gibt sicher Schöneres als ein schlechtes Zwischenzeugnis. Aber auch Schlimmeres. Deswegen sollten Eltern so nicht reagieren:

1. Enttäuschung zeigen.

Dass Eltern von den schlechten Noten auf dem Zeugnis ihres Kindes enttäuscht sind, weil sie mehr erwartet haben, ist eine normale Reaktion. Jedoch sollten sie vermeiden, das auch dem Kind zu zeigen. Denn dies löst ein schlechtes Gewissen und unnötigen Stress aus. Schließlich hat das Kind nicht nur mit seiner eigenen Traurigkeit zu kämpfen, sondern ist obendrein noch schuld daran, dass es den Eltern nicht gut geht.

2. Nichtskönnen unterstellen.

Unter einem schlechten Zwischenzeugnis leidet niemand mehr als das Kind selbst. Das sollten sich Eltern bewusst machen. Das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ist angeknackst. Eltern sollten also darauf achten, dem Kind nicht das Gefühl zu vermitteln, es könne nichts oder aus ihm werde nie etwas. Das ist nicht nur verletzend, sondern auch demotivierend.

3. Schuld zuweisen.

„Was hast du erwartet, so wenig wie du dich angestrengt hast? Du bist selbst schuld.” Solche oder ähnliche Aussagen bringen rein gar nichts. Sie fördern nur die Verzweiflung des Kindes. Besonders dann, wenn es sich eigentlich Mühe gegeben hat. Besser ist es hier auf das Kind zuzugehen und gemeinsam zu schauen, was getan werden muss, damit das nächste Zeugnis besser ausfällt.

4. Nicht loben.

Ein Kind, das mit einem schlechten Zwischenzeugnis nach Hause kommt, braucht Aufmunterung. Deswegen sollten Eltern, egal, wie schwer es zunächst fällt, das Kind loben. Dafür, dass eine Note vielleicht schon ein kleines bisschen besser ist als beim letzten Mal. Oder dass es sich ja auf die letzte Mathearbeit wirklich gut vorbereitet hat und sich das im nächsten Zeugnis zeigen wird. Denn noch ist nichts passiert. Das Kind kann bis zum Jahreszeugnis die Noten noch verbessern. Dafür braucht es aber Lernmotivation. Und Motivation entsteht unter anderem durch Lob.

5. Keine Perspektive aufzeigen.

Schlechte Noten sagen rein gar nichts über die Intelligenz eines Kindes aus. Sie zeigen nur, dass das Kind noch nicht den richtigen Weg gefunden hat, den Schulstoff zu lernen, zu verarbeiten und anzuwenden. Deswegen sollten Eltern beim schlechten Zwischenzeugnis eine Perspektive aufzeigen bzw. gemeinsam mit dem Kind einen Lösungsweg entwickeln. Was kann helfen, besser in der Schule zurechtzukommen? So fühlt sich das Kind nicht alleingelassen.

6. Druck aufbauen.

„Beim nächsten Mal muss es aber wieder besser werden.” Das wird es aber mit einer solchen Aussage wahrscheinlich nicht. Denn sie baut Druck auf, dem das Kind das gesamte nächste Halbjahr, also bis zum Ganzjahreszeugnis, ausgesetzt ist. Das ist kontraproduktiv. Denn Druck führt zu Lähmung, zu Prüfungsangst, Blackouts und damit zu allem anderen als guten Noten. Vielleicht ist das Halbjahreszeugnis nur schlecht, weil sich das Kind zu sehr unter Druck setzt? Dem sollte auf jeden Fall auch auf den Grund gegangen werden.

7. Zum Lernen zwingen.

Es scheint logisch, das Kind von nun an zum mehrstündigen Lernen zu zwingen. Aber auch das ist kontraproduktiv. So wird das Lernen zur lästigen, nervigen, ja, belastenden Pflicht. Das Kind entwickelt eine ablehnende Haltung. Dabei ist es gerade in dieser Situation enorm wichtig, dass es gerne lernt und Spaß dabei hat. Statt stundenlanges Herumsitzen vor Büchern zu verlangen, sollten Eltern gemeinsam mit ihrem Kind überlegen, wie ihm das Lernen (wieder) Spaß machen könnte oder was es braucht, um gerne zu lernen.

8. Hobbys streichen.

Hobbys – sei es Sport, Musizieren o. ä. – sind eine gute Möglichkeit, Stress abzubauen und die Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Durch geliebte Hobbys erfährt das Kind Erfolgserlebnisse, die in der Schule zurzeit auf sich warten lassen. Es kann hier das vielleicht angeknackste Selbstbewusstsein wieder aufpolieren. Das hilft, auch in der Schule selbstsicherer aufzutreten. Und das kann sich positiv auf die Noten auswirken. Ein Verbot der Hobbys wäre somit das Schlechteste, was dem Kind passieren kann.

In diesem Artikel finden Sie Tipps und Tricks, wie das nächste Jahreszeugnis besser werden kann.

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