Wenn die Pubertät dazwischenfunkt: Lernmotivation in der „schwierigen Phase“

Bis vor Kurzem war noch alles gut. Aber seit Ihr Kind in der Pubertät steckt, ist die Schule uninteressant. Ein paar Wege, wie es die Lust am Lernen (wieder)findet.

Einatmen, ausatmen: Die Pubertät kommt – früher oder später. Das lässt sich nicht verhindern und ist meistens glücklicherweise eine schöne und spannende Zeit. Mit ihr sinkt jedoch bei allen Schülerinnen und Schülern das Bestreben, gute Leistungen in der Schule zu bringen und die eigenen Fähigkeiten zu erweitern. Das wurde Ende 2017 wissenschaftlich bewiesen. Jungs sind davon stärker betroffen als Mädchen, ermittelte die Studie außerdem.

Neben den ganzen neuen Interessen, den veränderten Partnerschaften, Freundschaften und dem sozialen Gefüge bleibt meistens wenig Zeit für die Schule und das Lernen am Nachmittag. Dabei ist die Mittelstufe besonders wichtig, da hier die Grundlagen für einen guten Schulabschluss gelegt werden. Hier ein paar Tipps, wie Teenagereltern Anreize zum Lernen geben können:

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  1. Fördern Sie die Interessen und Stärken Ihres Kindes.
  2. Leider neigt man dazu, die Schwächen und negativen Seiten des Lernens zu sehen. Das, was nicht so gut klappt. Um jedoch den Spaß und das Selbstbewusstsein beim Lernen zu steigern, sollten Sie die Stärken und Talente Ihres Kindes fördern. Durch eine positive Haltung beim Lernen bleibt das erworbene Wissen besser im Gedächtnis hängen.

    Neben den Schulaufgaben könnte Ihr Kind sich also Beschäftigungen suchen, in denen es sich ausprobieren will, z. B. einen Workshop zum Roboterbauen oder eine eigene Band. Das baut Stress ab und Ihr Kind merkt, selbst wenn es in der Schule mal eine schlechte Note bekommt, dass es einige Dinge besonders gut kann. Das stärkt das Selbstvertrauen. Das ist für eine gute Lernmotivation wichtig.

  3. Lassen Sie Ihr Kind ein Praktikum machen, um ein Ziel zu entwickeln.
  4. Häufig hören Sie von Ihrem Kind die Aussage, dass es doch sowieso nichts bringe und man das Zeug eh nie wieder brauchen würde. Um Ihrem Kind einen Grund zu geben, sich in der Schule anzustrengen, können Sie ihm oder ihr ein Praktikum ermöglichen. So findet es heraus, wo die eigenen Ziele im Leben liegen, welche Wege es dorthin gibt und was man dafür braucht. Im Praktikum lernt es außerdem, wie es Probleme im Alltag dank des Schulwissens lösen kann.

  5. Ermöglichen Sie es, dass Ihr Kind sich selbst helfen kann.
  6. Damit Ihr Kind aus einem eigenen Antrieb heraus lernt, sollte es merken, dass es überhaupt eigenständig lernen kann. Es ist selbst dafür verantwortlich, ob es in der Schule erfolgreich ist oder nicht. Dafür sollten Sie Ihrem Kind den Freiraum geben, Fehler zu machen. Selbst wenn es mal eine schlechte Note kassiert, geht die Welt nicht unter. Ihr Kind lernt, sein Verhalten zu reflektieren und im besten Fall, sich beim nächsten Mal besser auf eine Prüfung vorzubereiten. Als Eltern sollten Sie nur unterstützend handeln und es vermeiden, Ihrem Kind die Arbeit abnehmen zu wollen.

  7. Respektieren Sie die biologischen und psychologischen Veränderungen, die Ihr Kind durchlebt.
  8. Ihr Kind schläft in der Pubertät länger als Sie. Es benötigt viel mehr Ruhe und kann Stunden damit verbringen, nichts zu tun. Da das Gehirn und der gesamte Körper in dieser Zeit wachsen und sich neu ausrichten, wird viel Energie für diese Veränderungen benötigt. So können Jugendliche sich z. B. schlechter entscheiden, planen oder organisieren. Gleichzeitig haben sie durch eine veränderte Hormonausschüttung einen anderen Tagesrhythmus als ihre Eltern. Um Ihrem Kind eine Orientierung zu bieten, sollten Sie also Ihre Leistungserwartungen klar an Ihr Kind kommunizieren. Dennoch sollten Sie sich nicht dazu hinreißen lassen, Ihrem Kind die Planung des Lernstoffs abzunehmen. Die zunehmende Selbstständigkeit im Teenageralter ist wichtig, damit das Selbstbewusstsein Ihres Kindes im Erwachsenenalter gesund ausgeprägt ist.

  9. Geben Sie möglichst viele Lernanreize für Ihr Kind.
  10. Mit der bisherigen Lernmethode klappt es bei Ihrem Kind nicht mehr so richtig? Geben Sie Ihrem Kind neue Werkzeuge und Lerntechniken an die Hand, mit denen es besser arbeiten kann. Das können Podcasts, Lernvideos, Online-Übungen oder Apps sein. Außerdem kann es verschiedene Lerntechniken ausprobieren, die helfen, den Lernprozess zu strukturieren und für Klarheit sorgen. Es gibt nicht den einen richtigen Lernweg.

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Fazit: In der Pubertät verändert sich das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern. Ihr Kind will sich lösen, selbstständig werden und eigene Erfahrungen machen. Eltern möchten das Kind vor Fehlschlägen schützen. Damit beides gelingt, sollten Sie Verständnis zeigen, klar kommunizieren und viele Anreize bieten, aus denen sich Ihr Kind selbstständig bedienen kann.

Titelbild: © Pavlin Plamenov Petkov/shutterstock.com

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