Hilfe, mein Kind kommt in die Pubertät!

Alle hacken auf ihr herum. Die Kinder würden so anstrengend und bockig werden. Aber ich möchte eine Lanze für die Pubertät brechen. Ich finde, sie ist besser als ihr Ruf.

Meine eigene Pubertät war ziemlich unspektakulär. Die Veränderungen meines Körpers nahm ich mit Erstaunen zur Kenntnis. Im Großen und Ganzen war ich aber zufrieden, wie sich mein Körper entwickelte. Stress mit meinen Eltern hatte ich eigentlich nicht. In der Schule sackten die Noten in Klasse 8 zwar ab, weil meine Prioritäten eher im Bereich der Tagträume lagen, aber sonst gibt’s nix Großes zu berichten.

Die einen schlagen über die Stränge, die anderen schräge Töne an

Ganz anders verhielt es sich bei meinen Klassenkameradinnen: Eine lieh sich mit 17 das Auto ihrer Eltern aus, obwohl sie noch keinen Führerschein hatte. Sie baute einen Unfall und hatte dann ziemlichen Ärger. Eine andere behauptete, sie übernachte bei Freundinnen, um dann heimlich bei ihrem Freund zu schlafen. Die Stimmen der Jungs klangen, als hätte sie jemand schlecht geölt.

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Pickel bekamen wir fast alle, Jungs wie Mädchen, wenn auch nicht alle im gleichen Alter. Und da sind wir auch schon bei einem Punkt, der mich heute als Mutter wieder erstaunt: Wie sehr sich das Einsetzen der Pubertät und damit auch der geistigen Reife zwischen Jungs und Mädchen unterscheidet. Ich sehe das an meinen Kindern: Das Niveau der Reife in der Altersklasse der Großen (Abi-Alter) gleicht sich zwischen Jungs und Mädchen gerade wieder an. Davor war es eher so, dass die Mädchen ihrer Klasse mit 12 und 13 Jahren eine Art Turbo einlegten, während die Jungs noch ein bisschen vor sich hin stagnierten.

Bei Jungs setzt die Pubertät später, aber mit Karacho ein

Wenn die Pubertät aber bei den jungen Männern einsetzt, dann mit Karacho: Sie wissen kaum, wohin mit sich vor lauter Kraft, wohin mit den wachsenden Armen und Beinen und mit all den Hormonen. Ich war wirklich froh, kein Junge zu sein, als ich in diesem Alter war – alleine so eine krächzende Stimme hätte mich nachhaltig verstört. Die Mädchen hingegen blühen über Jahre langsam vor sich hin und betrachten die gleichaltrigen Jungs mit einer Mischung aus freundlicher Nachsicht und Befremden. Das ging mir so und das beobachte ich auch bei meiner Tochter.

Als Mutter eines Jungen, der nun zwölf Jahre alt ist, bin ich sehr gespannt, wie ich seine Pubertät miterleben werde. Den Jungs meines Alters bin ich damals größtenteils aus dem Weg gegangen. Ich konnte nicht viel mit ihnen anfangen. Nach dem ersten Liebeskummer mit 13 Jahren hatte ich dann auch erstmal keine Lust mehr aufs andere Geschlecht. Das kam erst mit 16 Jahren wieder. Ab da konnte man sich mit den Kerlen wieder unterhalten.

Die Pubertät hat auch Vorteile – sogar für Eltern!

Apropos unterhalten: Das ist das Allertollste an der Pubertät! Aus Kindern werden Leute, mit denen man ernsthafte Gespräche führen kann. Die sich mit den großen Fragen der Welt beschäftigen, mit Politik, Moral und Ethik. Man kann mit ihnen lustvoll streiten, stolz darauf sein, dass sie nicht alles klaglos hinnehmen – auch im Elternhaus – und dass sie eigene Ansichten entwickeln. Ehrlich, ich liebe die Pubertät! Ich finde, sie ist die beste Phase. Anstrengend, ja. Aber reizvoll und großartig.

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Titelbild: © Zdravinjo /shuttterstock.com

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