Ewiger Sommer – Was das Ende der Zeitumstellung mit Kindern macht

„Hach, wenn es doch nicht so früh dunkel würde!“, dachten sich wohl die, die jüngst an einer Umfrage zur Abschaffung der Sommerzeit teilnahmen. Doch gerade für Eltern hätte das erhebliche Folgen.

Oder haben sie am Ende nicht nachgedacht, sondern hatten nur keine Lust auf die Tage nach dem nächtlichen Drehen an der Uhr, in denen man im Frühjahr so schlecht aus dem Bett kommt bzw. es im Herbst auf einen Schlag sehr früh dunkel wird? Bei der Umfrage kam jedenfalls heraus, dass eine überwiegende Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich wünscht, dass die Zeitumstellung aufhört. Aber damit beginnen gleich neue Probleme. Allein schon, weil sich die einzelnen Länder in Europa abstimmen müssten, wie genau dieses Umfrageergebnis im jeweiligen Land umgesetzt wird – nur noch Sommer- oder nur noch Winterzeit? Und was ist besser?

Mit ewiger Sommerzeit bleibt’s im Winter bis halb neun dunkel

Denn einerseits macht es im Winter wenig Spaß, im Dunkeln aufstehen zu müssen. Und auch im Dunkeln das Haus zu verlassen, ist weder für Eltern noch Schulkinder schön. Mit dauerhafter Sommerzeit, so wie sich das viele wünschen, wäre die Situation allerdings im Winter ein Dauerzustand: Dann müssten unsere Kinder im Stockdunkeln das Haus verlassen und würden die Sonne erst gegen halb neun am Morgen aufgehen sehen.

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Gut, das ist für Kinder in Island normal. Auch dort geht das Leben seinen Gang. Und isländische Kinder sehen die Sonne im Winter sogar erst morgens gegen halb zehn Uhr. Als Antwort darauf, wie sie das denn überstehen, sagte mir eine Freundin aus Reykjavik, das falle gar nicht auf, man gewöhne sich daran. Ich halte das ja für eine besondere genetische Eigenart. Ich las auch mal irgendwo, dass im hohen Norden evolutionär nur überlebt, wer nicht so anfällig für Winterdepressionen ist. Irgendwie logisch.

Wobei – eigentlich wäre ja ein Schulbeginn erst um neun Uhr ideal

Andererseits, und das spricht für die dauerhafte Beibehaltung der Sommerzeit, ist es natürlich viel angenehmer, wenn die Kinder, seien es Kita- oder Schulkinder, im Winter nicht erst im Dunkeln oder in der Dämmerung nach Hause kommen. Ich frage mich also ernsthaft, was die bessere Option wäre, wenn man nicht das Land verlassen und am Äquator leben möchte, wo die Sonne rund ums Jahr ziemlich genau um dieselbe Uhrzeit auf- und untergeht.

Wenn wir nun, wie angedacht, die Umstellung zur Winterzeit abschaffen, kommen wir dann vom Regen in die Traufe? Wollen wir von November bis März große Teile des Morgens in nächtlicher Dunkelheit verbringen? Und wollen wir das unseren Kindern zumuten, obwohl sämtliche Studien belegen, dass für deren Biorhythmus die Schule sowieso viel zu früh anfängt und eigentlich ein Schulbeginn um neun Uhr optimal wäre?

Und wenn wir doch einfach alles lassen, wie es ist?

Um ein weiteres Argument für die Sommerzeit zu nennen: Es ist einfach herrlich, im Juni abends draußen zu sitzen und mit Familie und Freundinnen und Freunden einen unbeschwerten Grillabend zu genießen. Ohne Sommerzeit wird es dann gegen 21 Uhr dunkel. Wie einst, als ich Kind war und immer mitteleuropäische Zeit galt. Nun gut, ohne Sommerzeit wäre es vielleicht einfacher, Kindergartenkinder im Sommer ins Bett zu bringen. Bei schönstem Sonnenschein sehen die natürlich nicht ein, dass sie schon direkt nach dem Sandmännchen ins Bett sollen.

Sie sehen, die Sache ist kompliziert. Ich glaube fast, am Ende ist es doch am besten, alles einfach so zu lassen, wie es ist, und somit die blöde Woche mit der Zeitumstellung im Frühling und im Herbst in Kauf zu nehmen. Ansonsten kann man das Beste aus beiden Welten mitnehmen: nämlich lange, laue Sommerabende und nicht mehr Dunkelheit am Morgen als unbedingt nötig. In einer idealen Welt hätten wir als berufstätige Eltern sowieso nur eine 30-Stunden-Woche bei vollem Gehalt. Dann müssten wir weder uns noch die Kinder morgens und abends so hetzen. Das mit dem Licht wäre dann nicht mehr so eine große Sache, was die Lebensqualität von Familien betrifft. Statt Abschaffung der Sommerzeit plädiere ich also für die Abschaffung von Vollzeit.

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Titelbild: © PAKULA PIOTR/shutterstock.com

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