Die 5 Lernmotivationen: Was sie für Ihr Kind bedeuten

Warum lernt Ihr Kind? Aus Interesse am Schulstoff? Weil es sich verbessern möchte? Oder weil es Angst vor der nächsten Fünf hat? Die Einstellung zum Lernstoff beeinflusst den Lernerfolg.

Lernt Ihr Kind und hat dabei das Gefühl, etwas zu erreichen, wird es weiterlernen. Hat es aber das Gefühl beim Lernen nicht voranzukommen, wird es frustriert sein. Wenn dieses negative Gefühl immer wieder auftritt, wird es irgendwann nicht mehr lernen wollen.

Bildungsforscherinnen und -forscher haben herausgefunden, dass es fünf unterschiedliche Lernmotivationen gibt, also Gründe, warum wir lernen. Und jede dieser Lernmotivation wirkt sich auf die Lerndauer und die Leistung aus.

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1. „Ich lerne nur, damit ich nicht bestraft werde.“

Bei der angstbestimmten Lernmotivation ist der Antrieb, etwas zu lernen, maximal fremdbestimmt: Ihr Kind entscheidet nicht von sich heraus, sich mit dem Schulstoff zu beschäftigen. Die Motivation kommt daher, dass es vermeiden möchte, für das Nichtlernen bestraft zu werden. Um diese Sanktion zu umgehen, setzt es sich sehr widerwillig mit dem Schulstoff auseinander. Es fühlt sich dafür zuständig, die Bestrafung abzuwenden, glaubt aber nicht daran, dass es durchs Lernen etwas ändern könnte. Deswegen lernt es gequält: Am liebsten will es vor der Anstrengung fliehen, weil es Angst hat, zu versagen und am Ende doch bestraft zu werden. Das äußert sich darin, dass sich Ihr Kind häufig ablenken lässt und sehr gestresst bzw. gereizt reagiert.

fuenf-LernmotivationenDie fünf Lernmotivationen nach Rolf Schulmeister | ©sofatutor

2. „Ich lerne, damit ich nicht für meine schlechte Note gerügt werde.“

Wenn Ihr Kind nur lernt, um sich nicht für die nächste Fünf vor Ihnen verantworten zu müssen, hat es eine rezessive Lernmotivation. Auch dieser Grund für das Lernen ist fremdbestimmt. Es geht Ihrem Kind nicht darum, dass es ein Thema besser verstehen möchte, sondern dass es nicht mit Ihnen streiten möchte. Es hat akzeptiert, dass Noten als Leistungsbewertung gelten und eine schlechte Note eher nicht erwünscht ist. Da es nicht gerügt werden möchte, lernt es, aber eben mit einer negativen Grundhaltung. Dabei ist das Ablenkungspotenzial noch größer als bei der angstbestimmten Lernmotivation, da die lähmende Angst vor dem Versagen für dieses Lernverhalten nicht vordergründig ist. Stattdessen möchte Ihr Kind die gesamte Situation am liebsten einfach komplett vermeiden.

3. „Ich lerne, um besser zu werden.“

Ihr Kind hat z. B. die Vorgabe, dass es bis zum Endjahreszeugnis mindestens eine Note besser in Mathe sein soll. Also weiß es, dass es dieses Ziel durch regelmäßiges Lernen erreichen kann. Bei dieser strategischen Lernmotivation gibt es noch keine bewusste Entscheidung für den besten effizientesten Weg zu lernen. Es gibt nur die Entscheidung, dass gelernt werden muss. Diese Art zu lernen ist also nicht so negativ behaftet wie die ersten beiden. Sie ist eher von innen heraus motiviert. Jedoch sind die Gefühle beim Lernen nicht unbedingt positiv. Etwas zu üben oder zu wiederholen, wird immer noch als anstrengend empfunden.

4. „Ich lerne, weil ich besser werden möchte.“

Im Gegensatz dazu beschäftigt sich Ihr Kind bei der pragmatischen Lernmotivation selbstständig mit dem Lernstoff. Ihr Kind hat dann von sich aus den Anspruch, besser werden und die eigenen Ziele erfüllen zu wollen. Die Verschiebung in Richtung innere Motivation ist stärker.

5. „Ich will lernen.“

Wenn Ihr Kind aus einem inneren Antrieb heraus lernt, hat es Freude am Lernen. Ihr Kind interessiert sich für den Lernstoff oder die Tätigkeit und braucht keine äußeren Anreize. Diese Lernmotivation ist dadurch gekennzeichnet, dass Ihr Kind Strategien und Wege kennt, möglichst gut einzuschätzen, worauf es beim Lernen ankommt. Also, welche Themen es noch nicht verstanden hat, welche Themen für die nächste Prüfung am wichtigsten sind oder worin es sich am meisten wohlfühlt. Bei einer selbstbestimmten Lernmotivation glaubt Ihr Kind daran, dass es durch das Aneignen von Wissen etwas verändern kann. Es glaubt an den eigenen Lernerfolg und will sich immer wieder mit dem Lernthema auseinandersetzen.

Mehr Zeit führt nicht unbedingt zu einer besseren Leistung

Die Untersuchungen zeigten auch, dass Lernende mit negativer Motivation eher mehr Zeit fürs Lernen aufwenden und schlechtere Methoden anwenden. Diejenigen, die hingegen daran glauben, dass sie mit dem Lernen etwas verändern können,  benötigen weniger Zeit und erzielen gleichzeitig eine bessere Leistung.

Fazit: Natürlich hat kein Kind ständig die gleiche Lernmotivation. Je nach Thema, Stimmung oder Lebensphase können sich Interessen und Prioritäten verschieben. Als Eltern sollten Sie jedoch wissen, welche Lernmotivation sich positiv auf Ihr Kind auswirkt, es fördert und voranbringt. Und Sie sollten wissen, welche Motivation eher zu schlechten Gefühlen beim Lernen und damit langfristig auch zu schlechten Leistungen führt. Eine selbstbestimmte Lernmotivation ist in jedem Fall erstrebenswert.

Titelbild: © stoatphoto/shutterstock.com

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