Papa und Tochter kommen in die erste Klasse

Natürlich wurde nur Kais Tochter eingeschult. Aber als Vater ist man ja mittendrin. Daher war der Sommer 2018 für Vater und Tochter gleichermaßen aufregend.

Kita war gestern

Nach fünf Jahren endete für unsere Familie im Sommer die Kita-Zeit. Zu Beginn bestand diese Zeit für meine Tochter vor allen Dingen aus Windeln und Mittagsschlaf und lief ohne den ersten Schritt, dafür aber auf allen Vieren ab.

Der Wechsel in den Elementarbereich war bei uns nach einem Jahr mit einem Kita-Wechsel verbunden. Meine Tochter fand so in den letzten drei Jahren neue Freundinnen und Freunde und lernte viele Dinge. Besonders stolz bin ich darüber, dass sie das Schwimmabzeichen in Bronze gemacht hat und sogar auf einer Kita-Reise vier Nächte auswärts übernachtete.

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Ihre Erzieherinnen und Erzieher sahen ihre Aufgabe dabei darin, den Kindern die Welt zu zeigen und sie zur Selbstständigkeit zu motivieren. Das fand ich sehr wertvoll.

Ehrenamt und kleine Stühle

Wir als Eltern waren in der Kita gut integriert und fanden das auch wichtig. Wir haben lustige Ehrenamtstage organisiert und entspannte Partys gefeiert. Ich werde nicht vergessen, wie wir gemeinsam mit anderen Eltern bei Elternabenden auf kleinen Stühlen über veganes Mittagessen diskutiert haben.

Allerdings zeichnete sich schon im letzten Jahr in der Vorschulgruppe „Schlaue Edelsteine“ ab, dass die Leine langsam länger wurde. Es gab besondere Ausflüge für die angehenden ABC-Schützen, darunter natürlich meine Tochter. Und die Aufgaben wurden für die großen Kita-Kinder immer anspruchsvoller. Bei den DIY-Projekten durfte sie sogar mit scharfen Werkzeugen arbeiten, natürlich unter erzieherischer Aufsicht.

Aber nun ist unser Abenteuer als Kita-Familie vorbei.

Endlich Schulkind!

Denn im Spätsommer war es soweit: Auf den umarmungsreichen Abschied aus der Kita folgte der erste Schultag – im Sommerkleid, mit großer Einhorn-Schultüte und vorfreudig auf das, was da alles kommen mochte.

Nach der Zuordnung vieler aufgeregter Erstklässlerinnen und -klässler in der Aula gab’s gleich die erste Schulstunde. Für uns frischgebackene Grundschul-Eltern war das super! Denn so konnten wir einen heimlichen Blick ins Klassenzimmer werfen. Meine erste Erkenntnis war: Frontalunterricht ist längst Geschichte.

Es gibt im Klassenzimmer meiner Tochter fünf Tischinseln mit jeweils vier Plätzen für die Kinder. Bunte Bilder an den Wänden und ein Nebenraum mit einem Sofa sorgen für eine entspannte Stimmung. Und die junge Lehrerin war während der Einschulung genauso aufgeregt wie wir Eltern und Kinder. Das machte den Start sehr sympathisch und besonders und war für meine Tochter ein Eisbrecher, denn so fühlte sie sich gleich gut aufgehoben. Aber gerade am ersten Tag war alles so aufregend, da war kaum Platz für einen klaren Gedanken.

Von Eltern-Taxis und dem Großwerden

Mein zweite Erkenntnis: Die berüchtigten Eltern-Taxis sind real und kaum zu umgehen! Bis zum Herbst hatten wir als Eltern nämlich noch die Aufgabe, unser Kind zum Aufstellplatz auf dem Schulhof zu geleiten und dort zu warten, bis die Lehrerin sie abholt. Das sorgte vor der Schule für wilde Parkmanöver und diverse Tickets für zu langes Parken.

Der Unterricht der ersten Klasse geht bis 13 Uhr. Danach übernimmt die Nachmittagsbetreuung. Hier schließt sich meine dritte Erkenntnis über die Grundschule meiner Tochter an: Der Großteil der Elternpaare scheint zu arbeiten. Denn fast alle Kinder bleiben auch am Nachmittag zusammen und gehen nach dem Mittagessen in den Lesesaal, das Bastel-Atelier oder auf den Schulhof.

Das Thema Hausaufgaben ist bei uns noch nicht so akut: Es gibt jeden Montag eine Wochenhausaufgabe, die meine Tochter meist schon in der Schule erledigt. Das kontrollieren wir am Wochenende und sind ansonsten fein raus.

Ich merke mittlerweile vor allem beim Abholen, wie sehr sich die Schule von der Kita unterscheidet. Die Kinder legen die Wege auf dem Schulgelände ohne Begleitung zurück und befinden sich oft recht weit vom Aufsichtspersonal entfernt. Sie müssen nur an einer Magnetwand ihren Pin dort hinsetzen, wo sie sich aufhalten. Das funktioniert bei unserer Tochter aber vorbildlich.

Schulstress und Verabredungen

Die Klasse meiner Tochter besteht aus zwölf Mädchen und acht Jungs. Ein paar kannten sich schon vorher aus der Kita-Gruppe, andere Kinder kamen neu dazu. Noch bilden sich die Grüppchen und es gibt spontane Verabredungen am Nachmittag. Nach einem kurzen Telefonat mit den anderen Eltern sitzt dann oft ein weiteres Mädchen auf der Rückbank meines Autos und verbringt den Nachmittag bei uns zu Hause.

Obwohl, genauso oft klappt es auch nicht. Denn wir holen unsere Tochter meist um 15 oder 16 Uhr ab und dann ist bis zum Schlafen gegen 19 Uhr gar nicht mehr viel Zeit. Und viele der Grundschulkinder haben ja auch noch Nachmittagsprogramm mit Sport oder Musik. Also ist die fünfte Erkenntnis, dass schon Erstklässlerinnen und Erstklässler viel zu tun haben.

Mein Fazit nach dem ersten Halbjahr

Was sich für uns als Grundschul-Familie geändert hat: Als Eltern haben wir uns schnell daran gewöhnt, unseren Morgen-Rhythmus um gut 90 Minuten vorzuziehen und nicht nur zusammen zu frühstücken, sondern auch noch eine Brotdose mit Stulle, Obst und Gemüse zu bestücken. Wenn sich meine Tochter dann aber ihre neuen Jeans und die Winterstiefel anzieht, kommt sie mir plötzlich schon so wahnsinnig groß vor. Und wenn sie anfängt, Namen, Schilder und Bücher selbst zu lesen, ist auch das ein Signal für die schnellen Entwicklungsschritte durch die Schule. Ich hoffe, dass der Spaß am Lernen und die Lust auf Neues noch ganz lange anhält. Bislang ist sie weiterhin mit vollem Enthusiasmus dabei.

Wir haben auf jeden Fall schon viele tolle andere Eltern kennengelernt. Uns eint die Aufregung um die Entwicklung unserer Kinder. Wir unterscheiden uns jedoch darin, wie wir damit umgehen. Einige sind entspannt, andere würden am liebsten täglich in der Klasse Mäuschen spielen. Wir tauschen uns aus, backen gemeinsam Kekse, laufen zusammen Laterne und begleiten unseren Nachwuchs durch die spannenden ersten Wochen der Klasse 1A. Also eigentlich genau wie in der Kita – nur eben ganz anders.

Titelbild: © Kai Bösel

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