Studie: Ein späterer Schulbeginn wäre hilfreich

Dass Schulen zu früh am Morgen starten, hat nicht nur negative Auswirkungen auf die Laune von Jugendlichen. Auch ihre Gesundheit ist beeinträchtigt, sodass die Lösung eigentlich klar sein müsste: Lasst die Schule später beginnen!

Massives Schlafdefizit

Der überwiegende Teil der Jugendlichen baut während der Woche ein massives Schlafdefizit auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Uniklinikums Gießen zusammen mit dem Dillenburger Institut für Gesundheitsförderung. Leider kann das Defizit nur bedingt durch längeres Schlafen am Wochenende ausgeglichen werden. Auch eine frühere Bettzeit unter der Woche stellt keine wirkliche Alternative dar. Der Biorhythmus ist kaum trainierbar und wer nicht müde ist, wird auch nicht schlafen, so der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung, Dr. Alfred Wiater. Die Folge sei laut Studie ein „sozialer Jetlag“, der die Leistungsfähigkeit der Jugendlichen verringert.

Zwei Drittel wünschen sich, länger zu schlafen

5275 Jugendliche wurden hinsichtlich ihrer Mediennutzung und ihres Schlafes untersucht. Im Schnitt schliefen sie unter der Woche 6 Stunden und 47 Minuten. Ideal wären zwischen acht und zehn Stunden. Gerade für Jugendliche, deren Gehirne sich noch neu ausrichten.

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69 Prozent der 15- bis 18-Jährigen wünscht sich laut Studie häufig, länger schlafen zu können. Gerade einmal 22 Prozent fühlt sich häufig ausgeruht und leistungsfähig. Bei fast der Hälfte der Befragten (44 Prozent) ist die Schlafqualität beeinträchtigt.

Ein Faktor, der zusätzlich die Qualität des Schlafes verringert, ist die Nutzung digitaler Medien kurz vor dem Schlafen. Im Schnitt gaben die Teenager an, dass sie gut acht Stunden täglich mit digitalen Medien zubrächten, also die Hälfte ihrer wachen Zeit.

Einfluss des Medienkonsums

Ein Viertel der Jugendlichen, die in der Studie am meisten Medien konsumierten, wurden mit dem Viertel verglichen, die am wenigsten konsumierten. Ihr Schlaf und das Schlafverhalten unterschieden sich signifikant: Sie gingen später zu Bett, benötigten länger zum Einschlafen, träumten häufiger schlecht und hatten mehr Schlafstörungen.

Besonders problematisch sei demnach die Nutzung von digitalen Bildschirmmedien abends und nachts. Jugendliche, die ihr Smartphone oder Tablet im Bett nutzten, schliefen weniger und schlechter.

Wie sich die Situation verbessern ließe

Zwei Faktoren sollten in der Schlussbetrachtung der Studie demnach für Jugendliche verbessert werden: Sie sollten ausreichend schlafen können, um gesünder und leistungsfähiger zu sein. Dadurch fühlten sie sich wohler und zufriedener.

Außerdem sollte die Schule später beginnen, fordert Schlafforscher Wiater. Das würde die Situation für viele Schülerinnen und Schüler erleichtern. Eine britische Studie hatte 2017 festgestellt, dass ein Unterrichtsstart gegen 10 Uhr die Noten und die Gesundheit der Lernenden verbessern würde.

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, sieht es jedoch nicht als umsetzbar an, diesem Wunsch nachzukommen. Die Infrastruktur sei dafür nicht gegeben, Eltern müssten ihre Arbeitszeit anpassen und ein späterer Unterrichtsstart hätte auch flächendeckende eine Ganztagsschulform zur Folge, da sich die Unterrichtszeit dann bis in den Nachmittag zöge. Das würden jedoch wiederum die Lernenden ablehnen.

Als Positivbeispiel für einen späteren Unterrichtsbeginn ist bereits 2016 ein Gymnasium in Alsdorf in Medienberichten zitiert worden, da es zwischen 8 und 9 Uhr eine Art Gleitzeit für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe einführte.

Alternativ wäre es sinnvoll darüber nachzudenken, ob Prüfungen erst nach 11 Uhr geschrieben werden sollten. Damit wäre zwar dem Schlafmangel nicht abgeholfen, aber die negativen Folgen, dass Lernende noch „schlafend“ Leistungen erbringen müssten, seien wenigstens abgemildert, so die Meinung von Schlafforschern und -forscherinnen.

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Titelbild: © VH-studio/shutterstock.com

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