Berufsberatung per TV

Katja reflektiert über ihre eigenen Berufswünsche und die ihrer Kinder – und welche Rolle das Fernsehen dabei spielt.

Flashback zu meinen eigenen Wunschberufen

Als ich im Kindergartenalter war, wollte ich unbedingt Ärztin werden. Ich fand es schrecklich, wenn ich mit meiner Oma zum Arzt musste und wir ewig im Wartezimmer saßen. Mein Entschluss lautete daher: Ich werde Ärztin und meine Oma kommt immer als Erste dran.
In der Grundschulzeit schwankte ich zwischen den Berufswünschen Frisörin oder Lehrerin. Ersterer, weil ich es toll fand, anderen Mädchen Zöpfe zu machen. Letzterer, weil ich immer als Lernpate in der Schule einsprang. Als dann im Teeniealter der erste Computer in mein Zimmer einzog, kam ich auf die Idee, Informatik zu studieren. Ich fand aber keine Unterstützung für meine Idee – Frauen und Informatik? – und der Informatikunterricht in der elften bis 13. Klasse war unglaublich abschreckend.

Wie ist das heute? – Aus der Sicht meines Sohnes

Als mein Sohn im Kindergartenalter war, wollte er LEGO-Tester werden. Danach war es „Fußballprofi bei Bayern München“. Leider war er im Fußballspielen talentfrei. Als Teenager unternahm er den Versuch, YouTube-Star zu werden. Aber alles, was nicht nach drei Tagen klappt, ist in der Generation uncool. Da fehlt die Erfahrung, dass man für manche Sachen Geduld haben muss. Dieser Ehrgeiz ist bei ihm nicht so ausgeprägt. Die Sache mit dem Sport-Star ist allerdings noch nicht vom Tisch. Aus Fußball ist jetzt American Football geworden. Darin hat er auch Talent. Aber am freiwilligen Ausdauertrainig teilnehmen? Nein! Ist doch freiwillig und er kommt beim Spiel nicht aus der Puste. Nach dem Abi soll es nach Amerika gehen – und dort kommt er groß raus.

Mit Spaß zum Lernerfolg – so geht's
30 Tage kostenlos testen

Gas geben

Hoffnung und Träume sind nicht nur bei der Berufswahl ein starker Treibstoff. Deshalb rede ich nicht dagegen. Ich erinnere aber gelegentlich daran, dass man den Motor anwerfen und Gas geben muss. Sonst nützt das beste Benzin nichts.
Übrigens, was den Beruf angeht: Das Schülerpraktikum absolvierte er bei einem Tierarzt. Er wollte eine möglich Alternative testen. Wenn er 18 Jahre ist, wird es sich bei Wer wird Millionär? bewerben. Er will schließlich alle Chancen nutzen.

Wie ist das heute? – Aus der Sicht meiner Tochter

Meine Tochter lebte als kleines Mädchen im Hier und Jetzt. Das empfand ich als sehr vorteilhaft. Erst im späten Grundschulalter und mit der Entdeckung des TV-Programms kamen erste Überlegungen in Richtung Zukunft. Ob es nun an ihrem ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn lag oder Opas Vorliebe für Alarm für Cobra 11 – sie wollte Polizistin werden. Auch Ärztin war eine Möglichkeit, aber sie kann kein Blut sehen. Aber mit diversen CSI-Serien kam der Wunsch der Pathologin ins Spiel – natürlich in der Gerichtsmedizin.

Talent beweisen

Starallüren sind auch vorhanden: Sie spielt zwar auch Football wie mein Sohn – ist aber wesentlich besser an der Gitarre. Singen kann sie auch. The Voice of Germany ist bei ihr ein großes Thema. Sobald sie alt genug ist, will sie sich anmelden. Ich werde nicht dagegen reden. Unterstützung erhält sie auch durch ihre Musikschule: Eine der Lehrerinnen ist in der aktuellen Staffel dabei.

Eigeninitiative fördern

Fernsehen und Internet haben neben der Familie einen großen Einfluss auf die Zukunftsgestaltung der Kinder. Diesen Einfluss müsste man besser nutzen, um noch viel mehr Möglichkeiten aufzeigen. Dabei muss man aber sichergehen, dass wenigstens ein Grundinteresse bei den Kindern vorhanden sein muss. Sonst nützen alle Angebote nichts. Ohne Eigeninitiative geht es nicht.
Träume als Hirngespinste abtun und mit dem Spruch „Lerne was Vernünftiges!“ zu kontern, ist nicht hilfreich.

Fazit

In Zeiten, in denen wir entdecken, dass Arbeit zufrieden machen sollte, ermutigt man lieber seine Kinder, sich auszuprobieren. Man muss nicht immer nur geradeaus gehen, sondern kann auch mal abbiegen. Ich bin noch mit Angst vor Fehlern und dem Scheitern aufgewachsen. Doch das gehört zum Leben und zum Vorwärtskommen dazu. Es sollte nicht als Makel empfunden werden. Deshalb werde ich meine beiden Träumer auch weiterhin unterstützen.

Übrigens schreibt meine Tochter gerade Bewerbungen für das Schülerpraktikum – an Konditoreien. Raten Sie, was sie letztens gesehen hat? Genau: Das große Backen!

Weitere Artikel von Katja:

Über die Autorin

Gastautorin Katja

Katja

Katja, Jahrgang 1975, Mutter von zwei – mal mehr mal weniger pubertierenden – Teenagern. Sie ist Mitgründerin von SHEworks!, dem Onlinemagazin für Gründerinnen und Unternehmerinnen. Ihre Leidenschaft für Social Media gibt sie beratend weiter. Wenn ihre Finger die Tastatur heiß getippt haben, entspannt sie sich mit Vorliebe bei der Gartenarbeit oder Handarbeiten.


Titelbild: © Ollyy/shutterstock.com

Was Sie jetzt tun sollten ...

  1. Motivation beim Lernen ist der Schlüssel zum Lernerfolg Ihres Kindes. Holen Sie sich die Motivationstipps von Lehrer Giuliano in diesem Video.
  2. Gehen Sie auf Entdeckungsreise und schauen Sie sich an, was sofatutor für Sie und Ihr Kind anbietet.
  3. Überzeugen Sie sich selbst und testen Sie sofatutor 30 Tage lang kostenlos.