Besser am Ball bleiben? Lernen in den Ferien

Die Lieblingsferien stehen an – ganze sechs Wochen schulfrei! Neben der Freude, dass sich die Kinder erholen und die Seele baumeln lassen können, hegen Eltern Bedenken, ob die Schule bzw. der Lernstoff dabei nicht in Vergessenheit gerät.

Erst das Vergnügen, dann die Arbeit

Unberechtigt ist die Befürchtung vor einem bösen Erwachen nach den Ferien nicht. Bereits durch Studien wurde erwiesen, dass es im Laufe der Sommerferien zu einem Lernverlust kommt. Lernen in den Ferien kann helfen. Es gilt jedoch: Erst zwei bis drei Wochen vor Schulbeginn sollte das Lernen wieder aufgenommen werden. Die ersten Wochen sollte der Erholung und Freizeit dienen.

Individuelle Notwendigkeit

Hinsichtlich der Intensität und Dauer des Lernpensums muss individuell entschieden werden, was, wie viel und wann gelernt wird. Ist Ihr Kind ein Einserkandidat, müssen Sie sich bei sechs Wochen Ferien keine Gedanken um Wissenslücken machen. Ferienlektüre oder der Besuch eines Museums sollten ausreichen. Hier muss jedoch unterschieden werden, ob Ihr Kind viel für die guten Leistungen tun muss oder ob ihm alles zufliegt. Sind ein paar Dreier auf dem Zeugnis, sollte man in jenen Fächern den entsprechenden Unterrichtsstoff durchgehen. Sollten Vierernoten und schlechter auf dem Zeugnis stehen, ist es nicht nur wichtig, die Ferienzeit für gezielte Nachhilfe zu nutzen, sondern auch den Ursachen der schlechten Leistungen auf den Grund zu gehen. Ist ihr Kind eventuell überfordert? Wie steht es um seine Lernmotivation? Hat es Probleme in der Schule oder im Freundeskreis? Doch auch hier darf die lernfreie Zeit nicht hinten herunterfallen. Ruhe schafft Konzentration. Jeder muss seinem Kopf mal ein bisschen Freizeit gönnen.

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Lernen nach Plan

Unabhängig von der Intensität und dem Umfang, den das Lernpensum in den Ferien einnehmen soll, ist es wichtig, bereits vor den Ferien gemeinsam einen Lernplan aufzustellen, in dem man sich auf den Lernstoff einigt und Kompromisse aushandelt. Das gibt beiden Seiten einen Überblick, erspart Stress und unnötige Diskussionen. Selbst den besten Schülerinnen und Schülern schadet es nicht, in der letzten Ferienwoche den Fokus wieder auf die Schule zu legen. Das erleichtert jedem den Einstieg in das neue Schuljahr.

Wichtig ist bei der Lernplanerstellung, dass dieser nicht zu streng ist und keinem straffen Zeitplan wie in der Schule folgt. Um jenen Schulduktus zu umgehen, der vermutlich jedes Lernvorhaben in den Ferien im Keim ersticken würde, kann man z. B. auch mal auf der Autofahrt zu einem schönen Ferienziel eine kleine Lerneinheit einlegen oder im Garten vor dem gemeinsamen Grillabend oder Fußballspiel.
Auch wenn man keinem strengen Zeitreglement verfallen sollte, ist es wichtig, den Plan danach auszurichten, zu welchen Tageszeiten sich Ihr Kind am besten konzentrieren kann und auch das Wetter ist besonders in den Sommerferien nicht zu missachten. Um Ihren Zeitaufwand gut kalkulieren zu können, ist es zudem wichtig, zu wissen, wie viel Zeit Ihr Kind z. B. für eine Matheübung oder Chemieformeln benötigt. Generell sind kleine Lerneinheiten, die man frei in den Tagesrhythmus einplant, am besten zu ertragen. Besser kleinere Einheiten und diese kontinuierlich als große Lernbrocken, an denen man schnell die Lust und Motivation verliert.

Auch mal spielerisch vorgehen

Kleine Rechenspiele beim Tischdecken, Vokabeln abfragen auf der Autofahrt zum Schwimmbad, Wortfindung mit Autokennzeichen, Chemie-Experimente im Hobbykeller oder Sprachverständnisspiele im Ausland – die Bandbreite an kleinen spielerischen Lerneinheiten ist groß und macht Kindern mehr Spaß, als stupide am Schreibtisch zu sitzen und Bücher zu wälzen. Gerade für Fächer, bei denen Unsicherheit und Demotivation herrscht, sind Lernspiele durchaus sinnvoll. Sicher kann damit kein expliziter Schulstoff in Gänze beackert werden, aber man bleibt am Ball und das Gehirn fit. Für die komplizierteren Sachen, bei denen es um aufzuholende Lerninhalte oder nicht verstandende Lektionen geht, ist es nicht verkehrt, eine Lerngruppe mit anderen Schülerinnen und Schülern zu bilden, in der man zusammen übt und anschließend gemeinsame Freizeit als Ziel vor Augen hat.

Nicht vergessen: Es sind Ferien

Dass Eltern anders über Ferienlernen denken als Kinder, sollte nicht verwundern, schließt aber die Notwendigkeit, besonders bei nicht so guten Zeugnisnoten, nicht aus. Dennoch sollte von zu ambitionierten Vorhaben, die für jeden Tag Lernphasen vorsehen, Abstand genommen werden. Es sind Ferien und die sind nicht umsonst dafür da, dass Kinder und Jugendliche abschalten und auch mal Schule Schule sein lassen, um danach erholt und mit neuer Energie in das nächste Schuljahr starten zu können.

Titelbild: ©Pinkyone/shutterstock.com

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