Cybermobbing ohne Social Media: wie Google Docs noch eingesetzt wird

Das Handyverbot an Schulen soll vor Cybermobbing schützen. Dabei benötigen Kinder keine  Messenger oder soziale Netzwerke, um sich auszutauschen.

„Kreativität“ kennt keine Grenzen

Um sich ungestört privat auslassen zu können, reicht ein beliebiges Textdokument. Es muss nur über eine Cloud synchronisiert sein. Oft verwenden daher Teenager, die keinen Zugang zu sozialen Netzwerken haben oder keinen eigenen Account besitzen, dafür Google Docs. In dem kostenlosen Online-Programm muss nur ein neues Dokument geöffnet und dieses für weitere Nutzerinnen und Nutzer freigeschaltet werden. Schon kann man sich in Echtzeit „unterhalten“, Bilder und Links austauschen und eben auch lästern. Am Ende wird das Dokument geschlossen, gelöscht und es scheint, als sei nie etwas geschehen. Dabei müssen nicht zwangsläufig Google-Produkte eingesetzt werden, auch alternative Apple-Produkte, wie iMessage, oder Windows-Anwendungen, wie Word, bieten den „Alle schreiben zeitgleich“-Aspekt, sobald sie in der Cloud und nicht nur lokal auf dem Rechner gespeichert werden.

Da an Schulen in Deutschland häufig Handys im Unterricht untersagt sind, können Schülerinnen und Schüler für private Unterhaltungen nicht auf ihre gewohnten Messenger zurückgreifen. Aber da es immer mehr Laptops bzw. Tablets im Unterricht gibt, die häufig zum kollaborativen Arbeiten auf ebensolche Produkte, wie Google Docs angewiesen sind, haben Schülerinnen und Schüler hier ihren ganz eigenen ungestörten Chatraum.

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Disziplinarische Konsequenzen

Auf Twitter berichtet eine Nutzerin, dass sie zufällig in eine Google-Unterhaltung eingeladen wurde. Dazu wird im Allgemeinen nur die Mail-Adresse hinzugefügt. Durch einen Tippfehler kann so schnell eine falsche Person die Unterhaltung mitverfolgen.

Ein anderer Nutzer berichtet auf Reddit, dass seine Schwester in der Mittelstufe aufflog, als sie sich per Google Docs austauschte. Dadurch sei jedoch auch Google Hangouts für die gesamte Schule gesperrt worden. Bei Hangouts handelt es sich um einen Chat-Dienst des Internetkonzerns.

They blocked google hangouts at my sister (middleschool)’s school so now they use google docs as a groupchat

Eine US-amerikanische Software, die die Social-Media-Aktivitäten von Kindern für Eltern überwacht, gibt an, dass sie 60.000 Fälle von Mobbing in Google Docs ermittelt hätten. Es scheint sich also nicht nur um wenige Fälle zu handeln.

Was Eltern tun können

Ein effektives Verbot wird kaum durchzusetzen sein. Wie so oft ist es die beste Prävention, wenn Eltern offen mit ihren Kindern darüber sprechen, welche Risiken sich aus Hänseleien ergeben können und wie sie sehr andere damit verletzen.

Nur weil sich ein Google Doc löschen lässt, bedeutet es nicht, dass nicht jemand einen Screenshot vom Chatverlauf angefertigt hat. Genauso kann es passieren, dass die Dokumente weitergeleitet oder fälschlicherweise mit Fremden geteilt werden, weil sich ein Tippfehler in die E-Mail-Adresse eingeschlichen hat.

Zu Hause können Eltern ihren Kindern den Zugang zum Internet nur zu bestimmten Zeiten oder in gemeinschaftlichen Räumen ermöglichen, um sich jederzeit über Unsicherheiten auszutauschen.

Titelbild: © wavebreakmedia/shutterstock.com

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