Gute Noten gegen Belohnung? Warum das kontraproduktiv sein kann

Wieder beginnt ein neues Schuljahr – und es ist immer noch keine Entscheidung gefallen, wie Ihr Kind zukünftig für schulische Leistungen belohnt werden soll? Manche bekommen bei jeder erhaltenen Schulnote „1“ zwei Euro, bei der Note „2“ einen Euro und 50 Cent bei der Note „3“. Für schlechtere Leistungen gibt es dann nichts. Die Nachbarn hingegen, versprechen ihren beiden Kindern am Ende des Schuljahres pauschal 50 Euro, vorausgesetzt zwei Drittel der Zeugnisnoten sind besser als eine „3“. Gute schulische Leistungen mit Geld zu belohnen kann sinnvoll sein, hat aber auch seine Tücken.

Note ist nicht gleich Note

Schulnoten sollen die erbrachten Leistungen des Kindes in der Schule abbilden. Die damit verbundenen Anstrengungen, gute Ergebnisse zu liefern, unterscheiden sich jedoch stark von Kind zu Kind. Einigen fällt es leichter eine gute Note zu bekommen, Anderen schwerer.

Grundsätzlich sollte man versuchen, den Lernaufwand und die Erfolge des Kindes mit lohnenswerten Ereignissen und positiven Gefühlen zu prägen. Leistungsdruck, zu hohe Ziele und vor allem Bestrafung bei Misserfolgen führen dagegen das Gegenteil herbei: Frust und Demotivation.

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Zwei Arten von Motivationen

Im Zuge der Studie „Rechnen in Deutschland“ erlangte man die Erkenntnis, dass 20 % der Eltern ihre Kinder finanziell für gute Mathenoten belohnen. Zweifelhaft ist jedoch, ob Geld als Motivationsmittel die geeignetste Methode darstellt.

Motivation kann auf unterschiedliche Motive zurückgeführt werden. Dabei werden grundsätzlich zwei Arten von Motivationen unterschieden:

    1. Intrinsische Motivation
      Der Ehrgeiz eine gute Note zu erzielen, beruht auf einer inneren Motivation, die nicht durch äußere, belohnende Reize zustandekommt.
    2. Extrinsische Motivation
      Die Motivation entsteht durch finanzielle oder soziale Anreize, also auf Grundlage einer Belohnung. Unter finanziellen Anreizen versteht man die oben genannten Beispiele von „Noten-Belohnungssystemen“.

Der Nachteil bei der „Bezahlung“ guter Leistungen liegt dabei auf der Hand: Gefördert wird damit nicht das Lernen aus Spaß und Freude als Selbstzweck, sondern schlicht der Leistungserfolg. Soziale Anreize wie Aufmerksamkeit und Zeit, die Sie Ihrem Kind schenken, können sich dabei aber als viel wertvoller und nachhaltiger erweisen. Außerdem wurde in wissenschaftlichen Studien erwiesen, dass überraschende Belohnungen, wie ein spontaner Zoobesuch, stärkere Effekte auf die Motivation der Kindern haben. Gleichzeitig verhindert man gezwungene Regelmäßigkeiten und die Motivationshintergründe des Lernens werden nicht negativ beeinflusst. Die bestehende Leidenschaft bzw. das Interesse des Kindes zu schulischen Themengebieten sollten daher gestärkt und nicht mit finanziellen Anreizen gesteuert werden.

Lernen belohnen, statt Note

Außerdem sollte aus pädagogischen Gründen lieber der Prozess der Anstrengung beim Lernen, als die eigentliche Note belohnt bzw. gelobt werden, da das Resultat mit einer zeitlichen Verzögerung erfolgt und das Kind weniger die nötige Motivation für das Lernen entwickelt.

Des Weiteren ist die Note als Bewertungsmaßstab durchaus auch kritisch zu betrachten und spiegelt die intellektuellen Fähigkeiten eines Kindes nur bedingt wider. So besteht durchaus die Möglichkeit, dass Ihr Kind eigentlich die Note „2“ verdient hätte, sich aber z. B. in einer sehr leistungsstarken Umgebung aufhält und somit als tatsächliche Note „nur“ die Note „3“ erhält. Daher sollte man eine gute Balance finden, die Anstrengung des Lernaufwands anzuerkennen.

Die Mischung macht’s

Selbstverständlich kann dies ab und zu auch mit Geldgeschenken erfolgen – schließlich müssen Kinder auch lernen, mit dem ihnen selbst zur Verfügung stehenden Geld umzugehen. Empfohlen wird jedoch, dies nicht in aller Regelmäßigkeit zu tun, sondern dem Kind dafür lieber Lob und Anerkennung zu vermitteln. Ansonsten können Sie auch spielerisch die Begeisterung Ihres Kindes für schulische Aufgabengebiete wecken, indem man Zusammenhänge im Alltag anschaulich gestaltet. Beispielsweise könnte Ihr Kind während des Lebensmitteleinkaufs, den gesamten Einkaufspreis mitrechnen, welcher sich dann mit dem Gang zur Kasse als ziemlich spannend erweisen könnte.

Titelbild: ©iStock.com/PhotoEuphoria

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