Lese-Rechtschreib-Schwäche: Wenn Wörter zu Feinden werden

Wie Sie eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) erkennen und was Sie in diesem Fall tun können, erfahren Sie hier.

Lese-Rechtschreib-Schwäche ist nicht gleich Lese-Rechtschreib-Schwäche – denn es gibt zwei Arten, die unterschieden werden: die erworbene LRS und die Legasthenie.

Die erworbene LRS wird durch ein belastendes Ereignis ausgelöst (z. B. Trennung der Eltern, Todesfälle, familiäre Probleme etc.). Somit ist sie psychischer Natur.

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Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Legasthenie vererbt und folglich genetisch bedingt ist. Das soziale und emotionale Umfeld des Kindes, organische Erkrankungen, verminderte Intelligenz und eine fehlende Lese- und Rechtschreibförderung werden somit bei der Legasthenie als Ursache ausgeschlossen.

Anzeichen erkennen

Die LRS ist wie die Dyskalkulie (Rechenschwäche) eine Teilleistungsstörung. Die Betroffenen können somit in vielen Schulfächern gute Leistungen erbringen, bekommen jedoch in lese- und schreiblastigen Fächern (z. B. Deutsch) häufig schlechte Noten.

Kinder, die an einer LRS leiden, lesen Texte sehr langsam, betonen ungenau und rutschen immer wieder aus der Zeile. Darüber hinaus fällt es ihnen sehr schwer, das Gelesene zu verstehen und wiederzugeben.

Besonders beim Schreiben von Gehörtem (z. B. bei einem Diktat) oder dem freien Formulieren eines Textes werden die Schwierigkeiten deutlich. Auch nach längerem Üben nimmt die Fehlerquote nicht ab. Wörter werden immer wieder auf eine andere Art und Weise falsch geschrieben.

    • Die Betroffenen vertauschen Wörter in einem Satz oder Buchstaben in einem Wort.
    • Sie vergessen Buchstaben oder Wortteile oder fügen falsche ein.
    • Sie verdrehen Buchstaben (Revision) – besonders häufig die Buchstabenpaare „b“ und „d“, „p“ und „q“ oder „u“ und „n“
    • Die Groß- und Kleinschreibung fällt ihnen schwer.
    • Sie machen gehäuft Dehnungfehler (z. B. „ziehmlich“ statt „ziemlich“).

Das Problem

Kinder mit einer LRS sind einer großen Belastung ausgesetzt und leiden oftmals unter ihren schlechten Noten in den schreib- und leselastigen Fächern. Diese Belastung kann zu Schulangst (mit psychosomatischen Beschwerden wie Bauchschmerzen) und Panikattacken vor Prüfungen führen.

Auch im alltäglichen Leben werden sie immer wieder durch Buchstaben und Wörter unter Druck gesetzt, was zu vermindertem Selbstwertgefühl bis hin zu psychischen Erkrankungen führen kann.

Was tun?

Damit das Kind ein alltägliches Leben ohne Angst und Leistungsdruck führen und jeden schulischen und beruflichen Werdegang antreten kann, sollte die LRS früh erkannt und therapiert werden. Denn eine erworbene LRS kann bei rechtzeitiger Unterstützung und Förderung ganz behoben und eine Legasthenie deutlich verbessert werden.

Darüber hinaus wird eine diagnostizierte LRS bei der Benotung und der Versetzung in vielen Schulen berücksichtigt. Neben qualifizierten Förderung durch Einzeltherapien (ab dem 2. Schuljahr werden hier zwei Sitzungen wöchentlich empfohlen) können Betroffene auch an einigen Schulen Förderkurse besuchen.

Die Diagnose einer LRS kann jedoch nur in Zusammenarbeit mit Fachärzten, Psychologen, Eltern und Lehrern vonstatten gehen. Wenn nach einer ärztlichen Untersuchung organische und psychische Erkrankungen ausgeschlossen werden können, wird das Kind mit speziellen LRS-Tests auf Legasthenie untersucht.


Titelbild: ©iStock.com/princigalli

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