„Mama, du bist voll peinlich!“ Ein Facebook-Knigge für Eltern

Die Vorstellung ist verlockend: Auf Facebook mit seinem Kind befreundet sein und alles mitbekommen. Doch das kann nach hinten losgehen. Wie Sie Fettnäpfchen umgehen, erfahren Sie in unserem Facebook-Knigge für Eltern.

  • Die wichtigste ALLER Regeln: Schicken Sie Ihrem Kind KEINE Freundschaftsanfrage. Niemals!
  • Ihr Kind schickt Ihnen eine Freundschaftsanfrage? Das ist gut. Das heißt, sie sind cool. Glückwunsch! Bei diesem eher seltenen Schritt Ihres Sprößlings sind drei Beweggründe zu unterscheiden. Erstens: Ihr Kind ist noch klein und Sie ganz von selbst noch ziemlich cool. Zweitens: Ihr Kind ist uncool. Das passiert. Verwächst sich aber wieder, hoffentlich… Drittens: Sie sind als Mutter oder Vater echt in Ordnung. In dem Fall klopfen Sie sich gedanklich auf die Schulter und finden sich gut. Die Betonung liegt auf gedanklich! Tun Sie so, als wäre das normal oder als hätten Sie es erst gar nicht bemerkt. Das macht man so.
  • Kommentieren Sie um Himmels Willen bloß nicht die Aktivitäten Ihres Kindes. Für Sie gilt leider nur Besuchsrecht.
  • Besagtes Besuchsrecht räumt Ihnen ein, mitlesen zu dürfen ‒ das war’s auch schon. Möchten Sie mit Ihrem Kind in Kontakt treten, dann nur „under cover” und das heißt, über private Nachrichten auf die niemand Zugriff hat.
  • Brechen Sie das Besuchsrecht und kommentieren Aktivitäten Ihres Kindes, ist das ein hartes Vergehen und unverzeihlich. Doch es geht noch schlimmer: Die Kommentare mit Spitznamen zu versehen, die Sie Ihrem Kind in vertrauter Atmosphäre geben. Man braucht kein Hellseher sein, um zu wissen, was dann passieren wird: Sie sind schneller wieder uncool, als Sie jene unliebsamen Worte in die Tasten tippen können. Damit sind Sie dann auch direkt wieder raus, nicht mal mehr Besuchsrecht.
  • Laden Sie Fotos Ihrer Kinder hoch, am besten die aus der ganz frühen Kindheit – und markieren Sie sie darauf, damit alle Freunde gucken können – gute Idee? NEIN! Besuchsrecht, „under cover” ‒ Punkt.
  • Den Jonas aus der Klasse Ihres Sohnes, den kennen Sie ja auch. Netter Junge. Dem könnten Sie doch eigentlich auch eine Freundschaftsanfrage schicken?
    Kennen Sie Mrs. Robinson? Sie sind das Gegenteil.
  • Sie haben Ihr eigenes Leben, dass ist ok. Aber wie Sie wissen, sind so ziemlich alle Dinge, die Erwachsene tun, unsagbar peinlich. Das fängt schon bei normalen Sachen an wie Atmen oder Husten. Deshalb ein wertvoller Rat: Alles, was über bloße Tätigkeiten wie Laufen oder Sitzen hinausgeht, posten Sie am besten „verborgen“. Das können Sie über Ihre Privatsphäre-Einstellungen und die Sichtbarkeit der Posts für bestimmte Benutzergruppen auswählen.
  • Die Pinnwand Ihres Kindes ist für Sie NICHT existent. Stichwort: „under cover”! Kontakt maximal per Nachricht oder Chat. Fragen Sie nicht nach dem Grund. Egal wie cool Sie sind, Pinnwand-Posts von Mutti oder Vati sind definitiv peinlich.
  • Verwenden Sie auf Facebook nur Ihren Klarnamen. Das Fetzigste, was Sie tun dürfen, ist, Ihren Nachnamen mit einem Punkt abzukürzen. Manche nennen sich „Hexi Schmitz“. Sie verstehen schon …

Sie bekommen keine Freundschaftsanfrage von Ihrem Kind und wissen spätestens jetzt, dass Umgekehrtes undenkbar ist, dann verzweifeln Sie nicht und legen Sie es auch nicht drauf an. Reden Sie mit Ihrem Kind über Verhalten im Netz, Kontakt zu Unbekannten, Privatsphäre-Einstellungen und bleiben Sie ansonsten locker. Kinder brauchen Ihre Lebenswelten. Sie sind doch auch nicht mehr bei Geburtstags-Partys mit Klassenkameraden dabei. Und wenn Sie es wirklich, wirklich, wirklich unter keinen Umständen schaffen und auf Grund vermehrter Sorge und steigendem Kontrollverlust nicht mehr schlafen können, haben wir einen Tipp für Sie: Browserverlauf.
Aber ganz ehrlich: Lassen Sie das.

Titelbild: ©Leszek Glasner/shutterstock.com

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