Schlau wie Sherlock Holmes ‒ so kann Ihr Kind seine Aufmerksamkeit trainieren

Er gilt als eines der größten Genies der Welt ‒ Sherlock Holmes. Obwohl es sich bei dem Detektiv um eine Romanfigur handelt, kann Ihr Kind von ihm lernen. Wie Ihr Kind genauso schlau wie Sherlock Holmes wird, erfahren Sie hier!

Ihr Kind liest sich eine halbe Stunde lang Vokabeln durch, hat sie aber gleich wieder vergessen? Es schaut auf die Uhr, aber weiß eine Minute später nicht mehr, wie viel Uhr es ist? Oder legt es den Schlüssel irgendwo hin und sucht ihn später vergeblich? All das liegt nicht an einem schlechten Gedächtnis, sondern an einer geringen Aufmerksamkeit.

„Sie sehen, aber Sie beobachten nicht‟, sagte Sherlock Holmes einst zu seinem Freund Dr. Watson. Damit meinte er, dass Watson Dinge sieht, sie aber nicht bewusst wahrnimmt. Das geht den meisten von uns so. Ihr Kind hat die Vokabeln und die Uhrzeit zwar gesehen, sie aber nicht bewusst betrachtet. Es war wahrscheinlich abgelenkt und hat an etwas anderes gedacht. Auch beim Schlüssel war Ihr Kind in Gedanken woanders, so dass das Gehirn nicht registriert hat, wo es ihn hingelegt hat.

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Sherlocks Trick

Die Figur Sherlock Holmes ist gewiss ein Naturtalent. Er hat sich aber eine Eigenschaft unseres Gehirns zu eigen gemacht, die jeder erlernen kann: detailgenaue Beobachtung und ungeteilte Aufmerksamkeit. Sherlock fand heraus, dass ein ruhiger Geist am effektivsten ist. Wenn man sich bewusst in der Gegenwart befindet und nicht mehrere Dinge gleichzeitig erledigt, dann funktioniert das Gehirn am besten.

Ich bin der Meinung, dass das Gehirn eines Menschen ursprünglich wie eine kleine leere Dachkammer ist, die man mit dem Mobiliar versehen muss, das einem genehm ist.

Man muss sich also zwingen, Dinge bewusst wahrzunehmen. Wenn Ihr Kind z. B. den Schlüssel irgendwo hinlegt, sollte es seine volle Konzentration darauf legen, kurz mental notieren, wo der Schlüssel liegt und dann erst etwas anderes machen. Dann muss Ihr Kind keine Zeit mehr mit Suchen verschwenden, weil sich das Gehirn gemerkt hat, wo der Schlüssel liegt.

Das Gleiche gilt für das Lernen. Anstatt gedankenverloren dieselben Vokabeln immer und immer wieder durchzulesen, sollte Ihr Kind sich bewusst auf die Wörter konzentrieren und alle anderen Gedanken wegschieben.

Aufmerksamkeit trainieren

Doch wie wird man so aufmerksam wie Sherlock Holmes? Um im entscheidenden Moment in der Gegenwart zu sein und nicht mit den Gedanken abzudriften, muss man seine Konzentration üben. Das kann Ihr Kind tun, indem es Buchstaben zählt. Dazu nimmt sich Ihr Kind eine Zeitung oder ein Schulbuch zur Hand und zählt alle „e”, die in einem Absatz vorkommen. Um es noch schwieriger zu machen, kann es zwei, drei verschiedene Buchstaben gleichzeitig zählen, z. B. „e”, „u” und „n”.

Eine ähnliche Übung kann Ihr Kind auch mit dem Radio oder Fernsehen machen. Dazu zählt es bestimmte Wörter, die dort vorkommen, z. B. alle „und”. Wenn Ihrem Kind das zu leicht ist, kann es mehrere Wörter zählen, z. B. alle „und”, „die” sowie „mit”.

Übungen wie Yoga, autogenes Training und progressive Muskelrelaxation können ebenfalls helfen, die Konzentration dauerhaft zu trainieren. Weitere Tipps finden Sie in unserem Artikel Konzentration ‒ neun Übungen gegen’s Ablenken.


Artikel

Wie aufmerksam ist Ihr Kind? Ein kleiner Test

Um zu überprüfen, wie aufmerksam Ihr Kind ist, kann es zu Hause eine kleine Übung machen. Wie gut kennt es die Wohnung oder das Haus? Verbinden Sie Ihrem Kind die Augen und lassen Sie es so versuchen, seine Kleidung zu wechseln oder sich ein Brot zu schmieren. Ihr Kind wird sich wundern, wie wenig der Kopf sich eigentlich merkt. Wo hängt die Jacke? Wo im Regal liegen die Pullover? Ist die Butter im Kühlschrank im zweiten oder im dritten Fach? Und stehen die kleinen Teller eigentlich links oder rechts von den großen? Wenn Ihr Kind ein Gefühl für Details bekommen und andere Sinne aktivieren möchte, sollte es regelmäßig üben, etwas mit geschlossenen Augen zu tun, rät Gedächtnistrainer Ulrich Bien.*

Tipp für Konzentration und Kreativität

Wenn Ihr Nachwuchs konzentriert lernen oder kreativ sein möchte, sollte es dies in einem völlig finsteren Raum ausprobieren. Denn im Dunkeln kann man sich besser konzentrieren. Das eignet sich besonders zum Auswendiglernen. Wenn es in seine Unterlagen schauen muss, macht es das Licht einfach schnell an und dann wieder aus, wenn es sich den Text selbst vorsagt.

*Bien, U. (2010) Einfach. Alles. Merken. S. 54. Humboldt, Hamburg.

Titelbild: ©sofatutor.com

Was Sie jetzt tun sollten ...

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