Wertschätzung auf Hawaiianisch: Das Familienritual Ho’oponopono

Selbst in den besten Familien kommt es zu Knatsch und Streit. Das Ritual aus dem pazifischen Raum ist dabei der neue Trend für Vergebung, Aussöhnung und innere Ruhe.

Wer an Hawaii denkt, sieht traumhafte Strände, fruchtbare Berglandschaften und romantische Sonnenuntergänge vor dem inneren Auge. Menschen, die auf der US-amerikanischen Inselgruppe leben, wirken entspannt und glücklich. Auch weil sie mit sich und der Natur im Einklang leben. Daher kommt das traditionelle hawaiianische Familienritual für die Versöhnung, genannt Ho’oponopono, übersetzt für „zurechtrücken“, in Frankreich und Deutschland derzeit gut an.

Was ist der Ursprung des hawaiianischen Rituals?

Ursprünglich hat das Ho’oponopono auf Hawaii eine gegenseitige Funktion: Familienmitglieder sollen einander unter Anleitung eines Vermittlers bzw. einer Vermittlerin vergeben. Das machen sie in langen, spirituellen Zeremonien. Hintergrund ist, dass so körperliche und geistige Erkrankungen geheilt werden sollen, die einzelne Familienmitglieder befallen haben.

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Seit circa zehn Jahren gibt es spirituelle Bräuche, die auch ohne gegenseitige Vergebung angewendet werden können. Diese abgeänderten Varianten wurden zumeist außerhalb von Hawaii entwickelt, tragen aber dennoch den Namen Ho’oponopono.

Wie geht das Versöhnungsritual Ho’oponopono?

Bei diesem Ritual geht es um einen Akt des Aussöhnens – mit sich und mit anderen. Das Ritual kann allein oder in der Gruppe durchgeführt werden. Wichtig ist, dass man sich einige Mantras bzw. Glaubenssätze zurechtlegt, nach denen man das Ho’oponopono durchführt.

Dabei nimmt man sich in Momenten zurück, in denen man gestresst, gereizt oder sauer ist. Man hält inne und bedenkt das eigene Verhalten. Dabei sollte man diese vier Sätze je nach Situation anwenden:

  1. Es tut mir leid.
  2. Bitte verzeihe mir.
  3. Danke.
  4. Ich liebe dich.

In der klassischen Variante des Ho’oponoponos kommt die Familie abends zusammen, spricht über die unklaren Situationen, Missverständnisse und Konflikte des Tages. Häufig werden dabei auch Rollenspiele vorgenommen, um die Position des anderen einnehmen und nachvollziehen zu können. Am Ende des Rituals geht es darum, zu vergeben, zu verzeihen und sich selbst zu verzeihen.

Was wird durch Ho’oponopono erreicht?

Die oben angegebenen Sätze in Konfliktsituationen auszusprechen oder zu denken, ist der Beginn des Vergebens. Heutzutage lässt sich dieses Ritual auf viele Bereiche des Alltags übertragen, z. B. auf den Job oder die Freizeit.

Durch das Anwenden dieser Sätze in Stresssituationen übernimmt man die Verantwortung für sein Handeln und die negativen Gefühle, die man hegt. Gleichzeitig begibt man sich aus der Opferrolle. Statt auf eine Situation negativ und passiv zu reagieren, entscheidet man sich, positiv und proaktiv damit umzugehen.

Was die vier Sätze meinen:

„Es tut mir leid“: Damit gesteht man Fehler ein und drückt den Wunsch nach Harmonie aus.

„Bitte verzeihe mir“: Hierbei macht man sich angreifbar und zeigt den Willen, mögliche Verletzungen anzunehmen und zu vergeben.

„Ich liebe dich“: Die Fehler, die durch jemanden entstanden sind – egal, ob durch einen selbst oder jemand anderen – werden bedingungslos akzeptiert. Man vergibt aktiv.

„Danke“: Man erkennt einander an und lässt den Prozess der Heilung beginnen.

Egal, ob man ein spiritueller Mensch ist oder nicht – diese vier kurzen Sätze helfen bei der Reflexion des eigenen Verhaltens in Konfliktsituation. Dadurch kann man sich aktiv auf eine Versöhnung einlassen und die Position des anderen einnehmen. Oder man erreicht, dass man sich selbst mit seinen Fehlern und Zweifeln akzeptiert.

Titelbild: © Tomsickova Tatyana/shutterstock.com

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