{"id":1983,"date":"2014-01-22T11:36:07","date_gmt":"2014-01-22T09:36:07","guid":{"rendered":"https:\/\/magazin.sofatutor.com\/eltern\/?p=1983"},"modified":"2017-03-01T16:48:46","modified_gmt":"2017-03-01T14:48:46","slug":"wir-lassen-uns-scheiden-und-passiert-mit-gemeinsamen-kind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/magazin.sofatutor.com\/eltern\/wir-lassen-uns-scheiden-und-passiert-mit-gemeinsamen-kind\/","title":{"rendered":"\u201eWir lassen uns scheiden!\u201d \u2013 und was passiert mit dem gemeinsamen Kind?"},"content":{"rendered":"<p class=\"intro\">Die Scheidung der Eltern stellt die famili\u00e4re Entwicklung vor neue Herausforderungen. Sie fordert Bew\u00e4ltigungs- und Anpassungsleistungen vom Kind.<\/p>\n<p>An die Situation und den Umst\u00e4nden einer Scheidung gehen Eltern mit anderen Bed\u00fcrfnissen heran als Kinder, dies muss man sich immer vor Augen halten. F\u00fcr letztere stellt eine Scheidung zun\u00e4chst keine L\u00f6sung, geschweige denn Erl\u00f6sung dar, was dazu f\u00fchrt, dass sie sich eine R\u00fcckf\u00fchrung des vorherigen Zusammenhalts ersehnen. Eine Hoffnung, die viele Kinder \u00fcber einen langen Zeitraum verfolgen, was eine normale Reaktion darstellt. Rein aus entwicklungsbedingter Perspektive haben Kinder ganz andere F\u00e4higkeiten als Erwachsene, die Umst\u00e4nde hinl\u00e4nglich zu erfassen und zu reflektieren. Auch liegt die Beeinflussung der Situation kaum in ihrer Hand. Eine Scheidung stellt f\u00fcr die meisten aller Kinder einen sehr belastenden Einschnitt dar: die Ver\u00e4nderungen werden nicht erw\u00fcnscht, kommen oft pl\u00f6tzlich, es m\u00fcssen Verluste in Kauf genommen werden und man hat als Kind kaum Kontroll- und Einflussm\u00f6glichkeiten. Kinder sind hier Akteure einer Handlung, die in deren Fortlauf stagnieren, im Wunsch, unbeteiligt am Geschehen zu sein.<\/p>\n<h2>Entscheidungen bed\u00fcrfen Erkl\u00e4rungen \u2012 f\u00fcr alle Beteiligten<\/h2>\n<p>Trifft man den endg\u00fcltigen Entschluss, sich scheiden zu lassen, qu\u00e4lt einen parallel vehement die Frage: Was passiert mit unserem  Kind und in erster Instanz nat\u00fcrlich, wie teile ich jenem den Entschluss mit? Die Diplom-Psychologin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Eva-Maria Schevel gibt den Rat:<br \/>\n\u201ePrinzipiell l\u00e4sst sich sagen, dass man sich so bald wie m\u00f6glich mit seinen Kindern zusammensetzen sollte, um mit ihnen zu reden. Kinder sp\u00fcren zumeist sehr fr\u00fch, dass etwas nicht in Ordnung ist, auch wenn man es als Elternteil noch so sehr zu verbergen sucht. Klarheit und jemanden, mit dem man \u00fcber die Gef\u00fchle und Gedanken zur neuen Situation sprechen kann, sind f\u00fcr die betroffenen Kinder hilfreicher, als eine k\u00fcnstlich aufrechterhaltende Normalit\u00e4t, bei der die Kinder sp\u00fcren, dass etwas nicht stimmt.&#8220;<\/p>\n<p>Kinder sind nicht dumm und realisieren mehr, als man oft denkt. Bereits lange vor einer Scheidung sp\u00fcren Kinder, dass etwas anders ist, selbst wenn man versucht, Konflikte nicht vor ihnen auszutragen. Ob man will oder nicht, es herrscht eine angespannte Atmosph\u00e4re und das sp\u00fcren Kinder. Diese Situation versetzt sie in Angst und vermittelt ihnen gleichzeitig die Hoffnung auf Besserung. Ein Hin und Her also, das nicht zu bef\u00f6rdern ist. Klare Botschaften sind die Devise und Kinder haben ein Recht auf Antworten.<\/p>\n<p>Wichtig ist also, keine in sich schon getroffene Entscheidung zu lange hinauszuz\u00f6gern und nach au\u00dfen zu verbergen. Damit tut man seinen Kindern keinen Gefallen, vor allem, wenn man dann seine Auseinandersetzungen vor den Kindern austr\u00e4gt. Diese geraten dann oft in Loyalit\u00e4tskonflikte, arbeiten sich in die Rolle eines Schiedsrichters ein, die eine viel zu hohe B\u00fcrde darstellt und Kindern eine unn\u00f6tige zus\u00e4tzliche Belastung auferlegt, die sie nicht aushalten k\u00f6nnen und auch nicht sollten. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, kann eine Scheidung auch f\u00fcr Kinder eine Entlastung sein. Allemal ist es besser, als ein Schauspiel zu fabrizieren, bei der mit aller Gewalt versucht wird, den Schleier zu wahren, auch wenn bereits jeder verstanden hat, dass die M\u00e4rchenstunde vorbei ist. Ein Ende mit Schrecken ist einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen! Auf Grund der Alters- und Pers\u00f6nlichkeitsstrukur ist es nat\u00fcrlich schwierig, hier spezifische Antworten darauf zu geben, wie man seinem Kind dies genau vermittelt. \u201eMit Kleinkindern rede ich als Elternteil nat\u00fcrlich anders als mit einem jugendlichen Kind. Das ist abh\u00e4ngig davon, was das Kind schon begreifen und wie man es dem Kind begreiflich machen kann. Mit j\u00fcngeren Kindern ist es sinnvoller, konkrete Beispiele zu geben, was es bedeutet und was sich nach einer Trennung in ihrem Leben \u00e4ndert, w\u00e4hrend es bei Jugendlichen auch m\u00f6glich ist, abstrakter und tiefgehender zu besprechen, was ihre \u00c4ngste und Sorgen zur Trennung der Eltern sind&#8220;, erkl\u00e4rt die Diplom-Psychologin.<\/p>\n<p>Aber nicht nur das Wie und Wann ist in dieser Situation entscheidend, man sollte sich auch auf die Frage nach dem Warum vorbereiten und das von Seiten der Kinder, hat man diese f\u00fcr sich doch schon l\u00e4ngst beantwortet. Dabei steht man nat\u00fcrlich vor dem Konflikt: Wie ehrlich kann ich zu meinen Kindern sein?<br \/>\n\u201eDa es um einen Paarkonflikt geht, der zu einer Trennung f\u00fchrt, finde ich es wichtig, hier ganz klar zwischen Elternebene und Paarebene zu trennen. Je nach Alter kann man dem Kindern (gemeinsam) berichten, was zur Trennung gef\u00fchrt hat, allerdings m\u00f6glichst sachlich und ohne Schuldzuweisungen. Einseitige Erkl\u00e4rungen eines Elternteils, die das jeweils andere Elternteil \u201everteufeln\u201c, bringen die Kinder in eine auswegslose Situation, weil sie beide Elternteile lieben und durch die gegenseitigen Anschuldigungen nicht wissen, zu wem sie halten und was sie machen sollen. Das f\u00fchrt zu Loyalit\u00e4tskonflikten und ist f\u00fcr die Kinder emotional schwer zu bew\u00e4ltigen&#8220;, so Schevel. Weiter r\u00e4t sie: \u201eWichtig ist hier ein wertsch\u00e4tzender Umgang der Eltern miteinander, ein klares gemeinsames Wahrnehmen der elterlichen Sorge und eine klare Trennung zwischen der Paarebene, auf der man sich getrennt hat und der Elternebene, auf der man immer noch gemeinsam im Team zusammenarbeiten sollte.&#8220;<\/p>\n<h2>Die Reaktion der Kinder<\/h2>\n<p>Wie Kinder auf eine Scheidung reagieren, ist unterschiedlich und von Alter und Reife abh\u00e4ngig und damit auch vom Reflexionsgrad der Realisierung der Umst\u00e4nde. \u201eDie Reaktionen der Kinder und Jugendlichen sind so individuell, wie ihre Lebensgeschichte und Pers\u00f6nlichkeit individuell sind\u201c, gibt auch Schevel zu bedenken. Die Reaktionen sind zun\u00e4chst als spezifische Bew\u00e4ltigungsversuche zu verstehen und nicht als Verhaltensst\u00f6rung.<br \/>\nGab es jedoch vor der Offenlegung gegen\u00fcber dem Kind bereits vermehrte Konflikte oder Gewalt, so k\u00f6nnen diese durchaus Verhaltensauff\u00e4lligkeiten und psychische St\u00f6rungen beim Kind hervorrufen, welche sich, anf\u00e4nglich noch als normale Reaktion zu bewerten, verfestigen k\u00f6nnen, wenn diesen nicht richtig begegnet wird. Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin wei\u00df: \u201eEs kann zu R\u00fcckschritten in der Entwicklung kommen, so kann ein Kind, was schon sauber und trocken war, zum Beispiel wieder in die Hose machen. Kinder k\u00f6nnen mit extraversiven, also nach au\u00dfen gerichtetem, Verhalten, wie Wutausbr\u00fcchen und verbalen und k\u00f6rperlichen Aggressionen reagieren, aber ebenso mit introversiven Verhalten, wie sozialem R\u00fcckzug und Depressionen.&#8220;<\/p>\n<p>Wichtig ist, die Gef\u00fchle des Kindes zu akzeptieren und ihnen die Freiheit zu geben, diese ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen. So schwer das Eltern auch fallen mag, vor allem, weil der Umgang damit nicht der einfachste ist, ist dies oft der bessere Weg der Verarbeitung, als wenn das Kind die Trennung einfach so hinnimmt, bzw. den Anschein macht, damit klar zu kommen, dies aber ein vermeintliches \u201ein sich Hineinfressen\u201d verbirgt, was sp\u00e4ter zu noch mehr Problemen f\u00fchren kann. Man muss seinem Kind Zeit geben, man hat als Elternteil die Entscheidung, sich zu trennen, ja schlie\u00dflich auch nicht von heute auf morgen beschlossen. Auch die Bereitschaft, immer f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch offen zu sein, sollte dem Kind vermittelt werden, auch wenn es noch auf Abwehr schaltet.<\/p>\n<p>Generell verschwinden die meisten Auff\u00e4lligkeiten im Laufe von ein paar Wochen oder Monaten. Dabei kann helfen, den Zustand des Aufruhrs nicht ewig hinauszuz\u00f6gern, sondern schnell wieder in eine, wenn auch neue, Routine im Alltag zu gelangen, die aber ebenso der Kontinuit\u00e4t f\u00f6rderlich ist. Zuvor sollte man in Erfahrung setzen, wie das zuk\u00fcnftige Leben aussehen wird, ohne den Fokus zu sehr darauf zu lenken, welche Ver\u00e4nderungen eintreten werden, sondern auch davon zu erz\u00e4hlen, was alles erhalten bleibt. Konkrete Informationen erm\u00f6glichen es dem Kind, sich besser auf die neue Situation einzustellen. Generell stellen Kinder in den meisten F\u00e4llen viele Fragen, vor allem in Bezug auf die Ver\u00e4nderungen, die eintreten werden. Das macht unbedingt notwendig, alles Wichtige mit dem Partner vorher zu kl\u00e4ren: Bei wem bleibt das Kind?; Wer verl\u00e4sst den gemeinsamen Wohnort?; Wie sollen die Besuchszeiten geregelt werden?; etc.. Es ist jedoch auch wichtig, Kindern ein gewisses Mitspracherecht einzur\u00e4umen. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, zeigt man damit seinem Kind, dass es den Umst\u00e4nden nicht machtlos gegen\u00fcber steht. Auch bei der heiklen Frage, wo das Kind bleiben soll oder m\u00f6chte, ist darauf R\u00fccksicht zu nehmen, so Schevel: \u201eDas kommt nat\u00fcrlich auch wieder auf das Alter des Kindes an. Generell halte ich es f\u00fcr sinnvoll, die Kinder in die Entscheidung mit einzubeziehen, ihnen aber nicht die Entscheidung \u201eaufzub\u00fcrden\u201c. Kleinkinder und auch \u00e4ltere Kinder sind nicht in der Lage, alle Konsequenzen ihrer Entscheidung abzusch\u00e4tzen und wie in anderen Bereichen auch, ist es hier die Aufgabe der Eltern, abzusch\u00e4tzen, was langfristig f\u00fcr ihre Kinder am Besten ist.&#8220;<\/p>\n<p>Wichtig ist vor allem, dass sich das Kind nicht verantwortlich f\u00fcr die Trennung f\u00fchlt, was gerade bei J\u00fcngeren oft der Fall ist. Diese beziehen viele Dinge auf ihre eigene Person und sehen Verbindungen, wo keine sind. Dem Kind muss daher immer wieder klar gemacht werden, dass es keinerlei Schuld an den Umst\u00e4nden tr\u00e4gt.<\/p>\n<h2>Alltagsmama und Wochenendpapa<\/h2>\n<p>In den meisten F\u00e4llen leben die Kinder nach der Scheidung bei der Mutter, was f\u00fcr jene nat\u00fcrlich eine Mehrbelastung und gro\u00dfen Kraftakt bedeutet, den Alltag nun alleine mit dem Kind zu meistern. Der Elternteil, welches auf Besuchszeiten angewiesen ist, sollte stets darum bem\u00fcht sein, den Kontakt zu dem Kind aufrecht zu erhalten und Zuverl\u00e4ssigkeit im Umgang mit Besuchszeiten zu wahren.<br \/>\nWie man die Besuchszeiten letztlich regelt \u201e(&#8230;) kommt auf viele Faktoren an. Die Wohn- und Lebenssituation der Eltern, die Arbeitssituation, das Alter der Kinder, der Wohnsitz und die Entfernung zwischen den Wohnungen der Eltern und auch zwischen den Wohnungen und der Schule, die Einigkeit bez\u00fcglich allt\u00e4glicher Regeln, wie Essens- und Schlafenszeiten. Generell halte ich es f\u00fcr wichtig, dass ein Kind einen strukturierten und geregelten Alltag hat, in dem es in der Lage ist, seine sozialen Kontakte zu Freunden zu pflegen. Es ist sicherlich auch von der Lebenssituation der Eltern abh\u00e4ngig, was wie umsetzbar ist. Diese Entscheidung sollte man m\u00f6glichst so treffen, dass das Kind einen regelm\u00e4\u00dfigen Alltag hat, mit gleichen Zeitabl\u00e4ufen und gleichen Regeln. Das ist nat\u00fcrlich leichter umsetzbar, wenn ein Elternteil den Alltag mit dem Kind bestreitet, was aber nicht bedeuten soll, dass es nicht auch m\u00f6glich ist, einen w\u00f6chentlichen Wechsel zu machen, der gut klappen kann, es sind nur viel mehr Absprachen n\u00f6tig. Einen t\u00e4glichen Wechsel halte ich pers\u00f6nlich f\u00fcr noch schwieriger.\u201d<\/p>\n<p>Mit dem Alter stellt sich jedoch eine Lockerung in der Regelm\u00e4\u00dfigkeitt ein. Wo es bei kleineren Kindern noch wichtig ist, regelm\u00e4\u00dfige Besuchszeiten zu verfolgen, sollten bei \u00c4lteren die Termine flexibel gestaltet werden, da diese bereits eigene Interessen verfolgen und gern am Wochenende auch was mit Freunden unternehmen wollen. Daneben sollten sich die Kinder auch beim \u201eNicht-Alltags-Elternteil&#8220; zu Hause f\u00fchlen. Am besten w\u00e4re ein eigenes Zimmer, oder zumindest Platz, wo es seine Sachen verstauen und wenn m\u00f6glich auch da lassen kann, um nicht jedesmal einen Koffer packen zu m\u00fcssen. Auch ist hier wichtig, dass das Kind mit Regeln und Pflichten konfrontiert und vor allem nicht nur verw\u00f6hnt wird, auch wenn man es seltener sieht. Es sollte sich stets vor Augen gehalten werden, dass man ebenso weiterhin f\u00fcr die Erziehung verantwortlich ist. Es geht nicht darum, der Freitzeitelternteil zu spielen, sondern das Kind an seinem Leben teilhaben zu lassen und die Besuchszeit nicht nur mit attraktiven und teuren Bet\u00e4tigungen vollzustopfen, die lenken auch nur vom eigentlichen Zusammensein ab und k\u00f6nnen Momente der leisen Begegnung und Kommunikation blockieren. Zumal ist es dem anderen Elternteil gegen\u00fcber nicht fair. Schevel \u00e4u\u00dfert dazu: \u201eDa hat sicher jeder Elternteil eine eigene Umgehensweise. Vielleicht ist es hilfreich, sich immer wieder bewusst zu machen, dass es nicht darum geht \u201eder Tollere\u201c zu sein, sondern die Sorge f\u00fcr das Wohlergehen des gemeinsamen Kindes gemeinsam zu tragen. Sicherlich f\u00fchlt es sich manchmal undankbar an, den Alltag mit all seinen Problemen zu meistern und dem Expartner das Wochenende mit tollen Unternehmungen zu \u00fcberlassen. Aber es ist wichtig zu sehen, dass f\u00fcr das Kind beides wichtig ist. Und beides Vor- und Nachteile hat. Als \u201eAlltagselternteil\u201c bekomme ich viel mehr von meinem Kind und seinem t\u00e4glichen Leben mit, im positiven wie im negativen Sinne. Vielleicht ist es hilfreich, sich bewusst zu machen, dass mein Kind das andere Elternteil eben \u201enur\u201c am Wochenende hat und es dann auch in der Natur der Sache liegt, dass sich mein Kind nat\u00fcrlich umso mehr auf diese Zeit freut, denn jedes Kind liebt und braucht Papa und Mama, auch nach der Trennung\u201d.<\/p>\n<p>Gerade in dieser Zeit brauchen Kinder die N\u00e4he beider Eltern und die Sicherheit, sich derer Liebe gewiss zu sein, so gro\u00df die Probleme auch sein m\u00f6gen. An der Liebe zum Kind darf sich nichts \u00e4ndern und das muss vor allem dem Kind gegen\u00fcber immer wieder deutlich gemacht werden, von beiden Seiten. Das bedingt auch die Notwendigkeit, wenn nicht sogar Pflicht, den Kontakt zu dem getrennt lebenden Elternteil nie zu unterbinden. Damit einher geht auch, dass das Kind nicht als Waffe im Trennungprozess fungieren darf. <\/p>\n<h2>Ein Entschluss, den alle zu tragen haben, wenn n\u00f6tig mit Hilfe<\/h2>\n<p>Viele Studien haben bereits darauf hingewiesen, dass es nicht die Scheidung selbst ist, von dem das Verhalten prim\u00e4r abh\u00e4ngig ist, sondern von der elterlichen Kompetenz damit umzugehen. Jede Trennung verl\u00e4uft anders und es gibt keine Pauschalerkl\u00e4rung, L\u00f6sung oder Hilfestellung diese bestm\u00f6glichst f\u00fcr alle Beteiligten zu bewerkstelligen. Somit kann man auch nicht alle hier genannten Hinweise ber\u00fccksichtigen und man ist kein Unmensch, wenn etwas mal nicht so l\u00e4uft, wie man es sich vorgestellt hat. Reaktionen sind schlie\u00dflich nicht vorhersehbar, auch nicht die der eigenen Kinder oder des Ex-Partners. Doch ist es wichtig, stets zu versuchen, als Elternpaar in Entscheidungen konform zu sein. Sollten jedoch Probleme aufkommen, mit denen man allein nicht mehr fertig wird, darf man sich nicht scheuen, professionelle Hilfe von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten oder Psychologinnen und Psychologen in Anspruch zu nehmen. Sinnvoll ist es auch, Lehrkr\u00e4fte oder Erzieherinnen bzw. Erzieher \u00fcber die Situation der Trennung und die nachfolgenden Entscheidungen zu informieren. Leistungsabf\u00e4lle oder Verhaltensauff\u00e4lligkeiten im Rahmen der Schule oder des Kindergartens k\u00f6nnen so besser verstanden und reflektiert werden und es gelingt dort dann auch besser, ad\u00e4quat darauf zu reagieren.<\/p>\n<p><em>Titelbild: \u00a9luckyraccoon\/Shutterstock.com<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Scheidung der Eltern stellt die famili\u00e4re Entwicklung vor neue Herausforderungen. Sie fordert Bew\u00e4ltigungs- und Anpassungsleistungen vom Kind. 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