Studie: Kleinere Klassen führen zu besseren Leistungen

Die Klassenstärke wirkt sich auf die Leistungen in Mathe und Deutsch aus. Wenn weniger als 20 Kinder zusammen lernen, können Verbesserungen erzielt werden.

Kinder lernen in kleineren Klassen mehr

Kleinere Klassen in Grundschulen führen zu besseren Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Deutsch und Mathematik. Zudem senken sie die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder eine Klasse wiederholen müssen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Mithilfe dieser Studie könne exakt nachgewiesen werden, dass ein besserer Schlüssel von Lehrpersonal zu Schülern tatsächlich bessere schulische Leistungen zur Folge hätte, so Co-Studienautor Maximilian Bach in einer Pressemitteilung. „Mit unseren Daten und dank einer weiterentwickelten Methodik können wir nun aber sehr deutlich zeigen, dass die Klassengröße für die schulischen Leistungen entscheidend ist und Kinder in kleineren Klassen mehr lernen.“

Zweieinhalb Wochen mehr pro Kind weniger

Sie untersuchten, wie sich die Leistungen von Schülerinnen und Schülern veränderten, wenn ihre anfängliche Klassenstärke von 20 oder mehr Kindern reduziert wurde. Jedes Kind weniger führe demnach in solchen Klassen in der dritten Jahrgangsstufe im Fach Deutsch zu Leistungszuwächsen, die ungefähr zweieinhalb Unterrichtswochen in Bezug auf ein Schuljahr entsprächen. Würde eine Klasse also um fünf Kinder reduziert, könnten Leistungszuwächse um bis zu drei Monate erzielt werden. Im Fach Mathematik profitierten nach Studienerkenntnissen vor allen Dingen Mädchen von kleineren Klassen, Jungen hingegen weniger.

Weniger „Sitzenbleiber“ bei kleineren Klassen

Zusätzlich konnten die Studienmacher nachweisen, dass jedes Kind weniger im Klassenverbund bei Erstklässlerinnen und Erstklässlern zu einem Rückgang der Wiederholerquote um fünf Prozent führe. So zeigt diese Studie im Ganzen, dass es sich lohnt, größere Klassen in der Grundschule zu verkleinern, um das Leistungsniveau für alle Kinder anzuheben. Aber die Autoren der Studie warnen gleichzeitig davor, dass „[e]ine Reduzierung der Klassengröße in kleineren Klassen, die weniger als 20 Schülerinnen und Schüler haben, auf Grundlage unserer Berechnungen dagegen nicht zu empfehlen [ist]. Das würde Geld kosten, ohne die gewünschten Lernerfolge zu bringen“, so Wirtschaftsökonom Bach.

Zur Untersuchung

Die Autoren der Studie, Maximilian Bach und Stephan Sievert, hatten die Ergebnisse aus Mathe- und Deutschtests bei Grundschülerinnen und Grundschülern untersucht. Dafür werteten sie 38.000 Tests aus, die bei Orientierungsarbeiten im Saarland geschrieben wurden. Sie achteten nach eigener Aussage dabei auch auf Effekte, die ein verzerrtes Bild erzeugen könnten: Dass z. B. leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler von vorneherein in kleinere Klassen eingeordnet würden.

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