Wie digitale Medien beim Lernen mit Behinderung unterstützen

Digitale Angebote und mobile Geräte können Kinder mit Behinderung beim Lernen unterstützen. Dafür sind sie oft nicht einmal kompliziert in der Handhabung.

Selbstbestimmt im Unterricht

Schülerinnen und Schüler, die eine Behinderung haben, können dank digitaler Medien und den Einsatz von Tablets selbstbestimmt am Unterricht teilnehmen. Tablets werden heute als alltäglicher Gegenstand wahrgenommen und sind somit nicht als „Hilfsmittel“ stigmatisiert. Daher werden sie von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung für den schulischen Einsatz anstelle z. B. eines Sprachcomputers akzeptiert.

Für Kinder, die schlecht hören, sind Lernvideos als digitale Lernmaterialien besonders hilfreich, da Transkripte oder eine Betitelung des Videos eine Teilhabe ermöglichen. Kopfhörer können hier eine zusätzliche individuelle Unterstützung sein, ohne als Störung empfunden zu werden.

Sollten Kinder Lernschwierigkeiten aufweisen, helfen Übungen und Arbeitsblätter mit unterschiedlichen Differenzierungsstufen. Sie erleichtern die Vorbereitung für die Lehrkräfte, aber auch die selbstständige Vertiefung der Schülerinnen und Schüler zu Hause.

Für Schülerinnen und Schüler mit einer Sehbehinderung lassen sich in PDF-Dateien Tags setzen, um das Dokument vorlesen zu lassen. Auch Aufgabenstellungen in digitalen Übungen können per Sprachausgabe vorgelesen werden. Zusätzlich lässt sich eine größere Auflösung auf Tablets einstellen, die Sehbehinderte zusätzlich unterstützt.

Übrigens: sofatutor bietet kostenlose Zugänge für Lehrkräfte an, um digitale Inhalte im Unterricht einsetzen zu können. Alle Informationen dazu finden unter diesem Link: https://www.sofatutor.com/lehrer-und-schulen

Schon haushaltsübliche Geräte helfen

Es gibt einige Geräte, deren Anschaffung sich besonders für Lernende mit Behinderung lohnen, die aber allgemein gut im Unterricht eingesetzt werden können: Ein Scanner, um Dokumente einzuscannen und dann „vorlesbar“ zu machen, Tablets mit Zoom-Funktion, Tastaturverzögerung und Sprachausgabe sowie Kopfhörer für das selbstständige Erarbeiten von Lernstoff und Übungen. Eine Dokumentenkamera erleichtert das Teilen und Bearbeiten von erarbeiteten Übungen im Klassenverband und gleichzeitig werden diese zur Nachbearbeitung und Dokumentation (wenn gewünscht) digitalisiert.

In den Landesmedienanstalten gibt es darüber hinaus geschulte Inklusionsscouts, die Schulen bei der richtigen Auswahl der mobilen Geräte und digitalen Lernmedien unterstützen können. Wichtig ist, dass eine Digitalisierung des Unterrichts als Chance und nicht als zusätzliche Last wahrgenommen wird.

Die Datenbank barrierefrei kommunizieren bietet außerdem die Möglichkeit, sich herstellerunabhängig über unterstützende Geräte und Medienangebote zu informieren.

Fortbildungen für Lehrkräfte

Eine sonderpädagogische Ausbildung ist im Rahmen einer allgemeinen Lehrausbildung nicht vorgesehen. Daher sollten sich Lehrkräfte bei den Landesbildungsministerien informieren, welche Fortbildungsmöglichkeiten bestehen. Dabei sind sowohl technische Einführungen als auch didaktische Fortbildungen für die individuelle Erstellung von Unterrichtsmaterialien für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf möglich.

Hier finden Sie eine Übersicht der Fortbildungsangebote nach Bundesländern (alphabetische Reihenfolge):

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