SELFIE: Wie digital ist die eigene Schule?

Das kostenlose, sichere Tool der EU-Kommission hilft Schulen herauszufinden, wie digital sie bereits sind. So können sie ihr Bildungskonzept besser auf die Bedürfnisse der Lernenden und Lehrenden abstimmen.

Großer Anklang in Testphase

Das Tool SELFIE (kurz für: „Self-Reflection on Effective Learning by Fostering Innovation through Educational Technologies“)  wurde ein Jahr lang von Schulen innerhalb der EU getestet. Die Programm-Entwicklerinnen und -Entwickler gingen ursrpünglich von vier teilnehmenden Ländern aus. Am Ende hatten mehr als 67 000 Schulleitende, Lehrende und Lernende aus 650 Schulen in 14 europäischen Ländern SELFIE getestet. Das Interesse scheint sehr groß zu sein. Bis Ende 2019 sollen eine Million Menschen den Fragebogen zur Selbstreflexion ausgefüllt haben.

Ziel von SELFIE

Bei SELFIE handelt es sich nicht um eine neue Studie oder den Vergleich zwischen Schulen oder Ländern in der EU. Das Programm ist für den individuellen Einsatz an Schulen gedacht, um auf der Grundlage der ausgewerteten Fragen über das weitere Vorgehen zur digitalen Strategie der Schule zu diskutieren.

Dazu muss sich die Schule registrieren. Die Verschlüsselung sei nach Angaben der Betreiberinnen und Betreiber sicher. Es sei nur für die jeweilige Schule selbst nachvollziehbar, welche Daten sie über sich erstellen lässt. Auch die Antworten der befragten Lehrerinnen und Lehrer, der Schülerschaft und der Schulleitung seien nicht auf einzelne Personen zurückzuführen.

Das Tool ist individualisierbar, sodass Schulen Fragen und Themengebiete entsprechend ihrer Schwerpunkte und Herausforderungen anpassen können, ehe sie den Fragebogen schulintern freigeben. Je nach Länge und Komplexität der vorbereiteten Fragenblocks dauert das Beantworten zwischen 20 und 30 Minuten, so die Entwicklerinnen und Entwickler.

Einsatz von digitalen Technologien und Medien stärken

Mit SELFIE will die Europäische Kommission es ermöglichen, dass Schulen eine jährliche Momentaufnahme, ein Selfie, machen können, mit dem sie festhalten, wo sie sich auf dem Weg der Digitalisierung befinden. Je nachdem, wie die Reflexion der Schulmitglieder ausfällt, kann das Digitalkonzept der Schule bzw. die entsprechenden Maßnahmen darauf angepasst werden. Dafür wird das Tool 250.000 Schulen in zunächst 24 Sprachen kostenlos und auf freiwilliger Basis zur Verfügung gestellt.

Dass das Tool wichtig sei, begründen die Entwicklerinnen und Entwickler damit, dass ab 2020 90 Prozent aller Jobs Kompetenzen im digitalen Bereich verlangen würden.

Um den Einsatz digitaler Technologien im Schulkontext zu fördern, hat die EU-Kommission einen 11-Punkte-Aktionsplan vorgelegt, mit dem sie die Schulen in Europa bei der Digitalisierung begleiten will. Einer dieser Punkte war die Entwicklung von SELFIE, dem Tool zur Reflexion von Schulen, mit dem sie herausfinden können, wo sie stehen und daraus ableiten können, wie die nächsten Schritte aussehen sollten. Weitere Begleitunterlagen, Sprachversionen sowie Konferenzen zum Austausch sollen folgen.

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