Motivation fürs Kollegium

Ein starker Zusammenhalt im Schul-Kollegium hängt von einer positiven Motivation ab. Um diese zu erreichen, braucht es drei wichtige Faktoren.

1. Den Raum für Vorschläge geben

Lehrkräfte und Schulleitungen wissen, dass sich veränderbare Lernorte positiv auf die Kreativität und Motivation von Schülerinnen und Schülern auswirken. Warum also noch Sitzungen und Treffen abhalten, in denen das Kollegium in langen Reihen steif auf den Stühlen sitzt oder am Tisch festzukleben scheint? Wenn die Sitzordnung aufgelockert wird, werden sich automatisch andere Gesprächskulturen ergeben. Die Kolleginnen und Kollegen nehmen sich nicht mehr als passiv war und kommen ins Diskutieren. Dadurch fühlen sie sich in ihrer Meinung wertgeschätzt und das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt.

Ein weiterer Tipp ist die Auflockerung der Teamsitzungen durch den Wechsel an andere Orte. Das sollte nicht die nächste Kneipe sein, aber eine Absprache in der Natur zu halten oder sich in einer benachbarten Schule einzubuchen, kann einen Perspektivwechsel bewirken. Auch teambildende Aktivitäten, z. B. ein gemeinsames Coaching, ein Improvisationstheater oder eine Kanu-Tour helfen, einen Raum für Austausch zu schaffen. Wer sich auf neuen Bahnen bewegt, denkt neu!

2. Aktiv Traditionen pflegen

Jeder Mensch möchte einen Eindruck hinterlassen, etwas für das er oder sie in Erinnerung bleibt. Traditionen sind eine schöne, weil aktivierende Art, sich zu erinnern und selbst einzubringen. Beispiele für gesamtschulische Traditionen sind: Eine historische Schulwoche, das gemeinsame weihnachtliche Singen, das Sommerfest, ein Schultag mit Projekten der Lernenden unter Betreuung der Lehrenden, die Gestaltung von Wänden in den Fachräumen oder an der Schulfassade. So können sich nicht nur die Kinder und Jugendlichen einbringen, sondern auch die Lehrkräfte werden aktiv in die Schultraditionen einbezogen.

Diese Art von Zusammenarbeit außerhalb des Klassenverbands stärkt die kollektive Erinnerung über das Lehr-Kollegium hinaus. Natürlich muss nicht immer die gesamte Schule teilhaben, auch einzelne Kurse, Fachrichtungen oder Klassenstufen sind denkbar. Aber umso mehr Lehrerinnen und Lehrer daran beteiligt sind, desto eher fühlen sie sich als Team gestärkt.

3. Gemeinsam am Schulklima arbeiten

Ein immens wichtiger Bereich der richtigen Motivation für Lehrkräfte ist die Identifikation mit dem Schulkonzept und der Leitidee der Schule. Jeder Lehrer und jede Lehrerin möchte eine wertschätzende Beziehung zur Schule haben, in der er oder sie täglich so viele Stunden verbringt. Um zu vermeiden, dass ein Großteil des Kollegiums sich mit dem Dienst nach Vorschrift zufrieden gibt, sollten Schulleitungen die Kolleginnen und Kollegen einbeziehen, wenn es um die konzeptuelle Gestaltung des Miteinanders geht.

Das Schulkonzept sollte daher entweder gemeinsam entworfen werden oder in regelmäßigen Abständen von allen Kolleginnen und Kollegen reflektiert und neu bestätigt werden. Auch die Leitidee einer Schule entsteht nicht im luftleeren Raum. Die Werte, auf die sich die Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam festlegen, sind jene, die auch nachhaltig Bestand haben werden. Daher sollten mindestens einmal pro Schuljahr Fragen zum Zusammenleben an der Schule durch das Kollegium reflektiert und an die Schulleitung gespiegelt werden.

Fazit: Um die Motivation im gesamten Kollegium zu stärken, sollten Lehrkräfte und Schulleitungen ihre Perspektive wechseln können, sich aktiv in die Geschichte der Schule einbringen und kollektiv am Schulklima arbeiten.

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