Flipped, tipped, klassisch: Welcher Unterricht darf’s sein?

Warum sich auf eine Methode festlegen, wenn man allen etwas abgewinnen kann – und auch alle ausprobieren möchte. Ein Überblick.

Unabhängig vom Medieneinsatz können die verschiedenen Unterrichtsszenarien spannend sein, um Inhalte entsprechend des Stundenziels aufzubereiten, zu vertiefen oder zu wiederholen.

Klassischer Lehrvortrag

Im traditionellen Lehrvortrag wird die Input-Phase im Unterricht vollzogen. Dabei vermittelt die Lehrkraft ein neues Thema über konkrete Beispiele und knüpft an das Vorwissen der Lernenden an. Das Konzept wird dann als Übung in Form von Hausaufgaben am Nachmittag vertieft. Auch tiefergehende und fortgeschrittene Übungen finden bei diesem Vorgehen häufig am Nachmittag in Einzelarbeit statt.

Flipped Classroom

Beim Flipped Classrooms werden die zentralen Aspekten des Lernens und Lehrens umgekehrt: Die Wissensvermittlung und -aneignung erfolgt in der Zeit, die in der Regel für Hausaufgaben vorgesehen ist – ob zu Hause oder im Ganztag am Nachmittag. Dabei werden häufig digitale Medien, z. B. Lernvideos, eingesetzt. Im Unterricht bzw. in den gemeinsamen Präsenzphasen wird das Wissen vertieft, angewendet, geübt und immer wieder reflektiert.

Tipped Classroom

Als neue Unterrichtsmethode etabliert sich diese Mischform aus klassischem und geflippten Unterricht. Der Tipped Classroom, also „gekippt“, wechselt dabei zwischen den beiden Einsatzformen je nach Fortschritt der Klasse oder Intensität, in der das Thema erarbeitet werden soll.

Dabei kann z. B. die Erarbeitung eines neuen Themas als Hausaufgabe aufgegeben werden, wie es standardmäßig im Flipped Classroom geschieht. Zur Festigung kann der Einstieg in die Stunde dann über einen Kurzvortrag durch den Lehrer bzw. die Lehrerin gestaltet werden. Im Anschluss werden Übungen gemacht und zur Vertiefung wiederum weitere Übungen für den Nachmittag aufgegeben. In der nächsten Stunde wird dann z. B. ein Test absolviert. So kann die Lehrkraft sehr schnell das Verständnis der Klasse nachprüfen. Dabei gibt es jedoch kein starres Vorgehen. Der Tipped Classroom ist als freie Methode gut für versierte und erprobte Lehrkräfte geeignet.

Egal, welche Methode Sie aktuell präferieren: Probieren Sie es doch in diesem Jahr mal mit einem neuen Ansatz. Vielleicht inspiriert Sie diese Erfahrung zu neuen Ideen für Ihren Unterricht.

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