25 Jahre World Wide Web – wie die digitale Ära begann

Das Internet ist heute unersetzlich. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass die erste Webseite online ging. Was wurde darauf präsentiert und wie begann die digitale Revolution?

Wir nutzen das World Wide Web in jedem Lebensbereich: zum Einkaufen, zur Bildung oder zur Kommunikation. Die wichtigste Aufgabe des Internets bleibt die Bereitstellung und der Austausch von Informationen. Das geschieht vielfach über Webseiten und hat sich seit 25 Jahren kaum verändert.

Mit dem CERN fängt es an

Vor fast genau 25 Jahren, am 28. August 1991, machte der Forscher Tim Berners-Lee die erste Webseite der Öffentlichkeit zugänglich. Dadurch wollte er den Austausch von Wissen mit seinen Kollegen weltweit erleichern. Als Physiker, der an der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) in Genf arbeitet, richtete er die erste Seite des WWW ein: http://info.cern.ch.

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Die Netzwerk-Infrastruktur des Internets gab es bereits einige Jahre zuvor. Erst durch die Bereitstellung und Verwendung des World Wide Web konnten Informationen für mehrere, nicht registrierte User zugänglich gemacht werden. Zuvor waren lediglich E-Mails über das Internet versendet oder Textforen, sogenannte Usenets, erstellt worden. Im World Wide Web ließen sich von nun an Daten oder Dokumente zur Verfügung stellen und verlinken, um von anderen gefunden zu werden.

HTML als Muttersprache des World Wide Web

Damit Informationen auf anderen Computern aufrufbar waren und noch heute sind, entwickelte Berners-Lee die Hypertext Markup Language (HTML), eine Sprache, die Hypertextverknüpfungen, also Links, ermöglicht. Das Hypertext Transfer Protocol (HTTP) beschreibt den Kanal, den Computer nutzen, um die Informationen abzurufen und zu verschicken. Schließlich definierte der Physiker noch die Universal Resource Identifier (URI), der Vorläufer der URL, um die „Adresse“ der Informationen und Daten im Internet anzugeben.

Frei und für alle

So wurde das Internet mit seinen wichtigen Elementen entwickelt. Um aber den bis heute geltenden Charakter des freien und demokratischen Mediums zu erhalten, war eine weitere Entscheidung zu Beginn der digitalen Ära wichtig: CERN entschied sich zwei Jahre nach Berners-Lee bahnbrechender Arbeit, das World Wide Web allen zugänglich zu machen, also auf Patente oder Lizenzen zu verzichten. So konnte sich das Internet zu einer Quelle für Informationen, Wissen und den Austausch von Ideen entwickeln. Damit wurde der wahrscheinlich wichtigste Schritt zur Demokratisierung von Bildung gemacht. Heute gehen laut Branchenverband BITKOM 84 Prozent der Deutschen mindestens einmal in der Woche online.

Wie sich das Internet verändert

Durch die Verwendung mobiler Datenverbindungen hat sich die Verwendung des Internets verändert. Seitdem Steve Jobs mit dem iPhone, dem weltweit ersten Smartphone, 2007 eine neue Möglichkeit präsentierte, an Informationen zu gelangen, veränderte sich das User-Verhalten stark. Heute werden Apps benutzt, um sich im Internet zu bewegen, die Webseiten des World Wide Web werden weniger. Es werden mobile oder responsive Ansichten gebaut, um sich an die mobilen Endgeräte anzupassen. Durch Streamingdienste verändert sich die Art der bereitgestellten Dokumente. Mehr als ein Drittel der abgerufenen Daten sind heute Musik- oder Videoformate.

Titelbild: © atm2003/shutterstock.com