Bundespolitik fördert OER-Projekte

Die Bestrebungen der Bundesregierung zur Digitalen Agenda und Chancengleichheit in der Bildung nehmen langsam Fahrt auf. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beschloss die Förderung von OER-Projekten.

Zum Vorhaben

Der Begriff „Open Educational Resources“ (OER) lässt sich dabei mit offenen Bildungsmaterialien übersetzen. Er meint digital zugängliche Inhalte zum selbstständigen oder schulischen Lernen, die unter offenen Lizenzen stehen. Dadurch sind sie abwandelbar, für alle zugänglich und können so auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten und weiterverbreitet werden.

Beschluss des Bildungsministeriums zu OER-Projekten

Das BMBF berichtete in der vergangenen Woche von einer jährlichen Förderung in Höhe von 11,8 Millionen Euro für das Großprojekt. Damit soll zunächst eine Studie finanziert werden, die die konkreten Voraussetzungen für eine OER-Infrastruktur zum Fokus hat. Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) meldete ebenfalls die Zusammenarbeit mit dem BMBF. Das DIPF koordiniert den Deutschen Bildungsserver, der die Studie durchführen soll. Zudem führt Wikimedia Deutschland das Projekt „Mapping-OER“ durch, welches sich unter anderem Fragen der Qualitätssicherung und der Qualifizierung von Multiplikatoren widmet. Diese ersten Projekte ordnen sich in dem Großprojekt des BMBF „Digitale Medien in der Beruflichen Bildung“ ein.

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Öffentliche Reaktionen

Bildungsministerin Johanna Wanka sagte über den Beschluss: „Offene Bildungsmaterialien bieten die Möglichkeit, das innovative Potenzial der Digitalisierung für das Lehren und Lernen zu erschließen. Digitale Medien bieten die Chance, die Qualität und Vielfalt in der Bildung zu erhöhen“. Damit spricht sie sich für die Förderung von OER-Projekten durch die Bundesregierung im Rahmen der Digitalen Agenda aus.

Saskia Esken (SPD), Mitglied des Bundestags und in den Auschüssen Digitale Agenda und Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, äußerte sich zufrieden über den Beschluss des Bildungsministerium:„Ich bin zufrieden, dass das Thema OER mit dem Abschluss einer Expertenanhörung nun auch im Ministerium an Aufmerksamkeit gewinnt. […] Die strategische Planung ist zwar ein guter Anfang, die praktische Umsetzung darf damit aber nicht auf die lange Bank geschoben werden“, erklärt die Berichterstatterin für digitale Bildung. Saskia Esken will sich zudem für eine Erhöhung der finanziellen Mittel zur Förderung von OER einsetzen.