Deutscher Gründerpreis für Schüler – wenn Jugendliche zu Unternehmern werden

Eine Idee, ein Konzept und einen Plan zur Umsetzung – das ist das Grundgerüst für eine Unternehmensgründung. Das internetbasierte Existenzgründer-Planspiel bietet im Rahmen eines Wettbewerbs Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihre Ideen spielerisch zu verwirklichen, die dann im Deutschen Gründerpreis für Schüler ausgezeichnet werden. Teams von mindestens drei und höchstens sechs Schülerinnen und Schülern, die mindestens 16 Jahre alt sind und eine allgemeinbildende oder berufliche Schule besuchen, können sich bewerben. Wir haben mit Christine Kadolli gesprochen, welche zum Spielleitungsteam des Deutschen Gründerpreises für Schüler gehört und wollen diesen einmal näher vorstellen.

Ganz allgemein: Was ist unter dem Gründerpreis für Schüler zu verstehen und seit wann gibt es ihn?

Der Gründerpreis für Schüler ist ein Planspiel zum Thema Existenzgründung. Gestartet wurde 1999 mit einer Pilotphase, und im Jahr 2000 haben wir die erste offizielle Spielrunde durchgeführt – damals noch unter dem Namen „Start Up- Gründungswerkstatt“.

Welche Ziele werden mit diesem Wettbewerb verfolgt?

Das erste Ziel ist, den Existenzgründungsgedanken an die Schulen zu tragen. Das zweite Ziel ist, Jugendliche mit Wirtschaftsthemen vertraut zu machen. Und zwar so, dass es ihnen Spaß macht und dass sie es auf ihre eigene Situation übertragen können. Sie lernen also nicht nur in der Theorie, sondern machen es am Beispiel einer eigenen Firma und haben sehr viele Realbegegnungen. Die Schüler suchen sich nämlich einen Unternehmenspaten und präsentieren sich vor diesem. So kommen sie in die reale Welt der Wirtschaft mit hinein. Daraus resultiert ein nächstes Ziel, nämlich sich Schlüsselqualifikationen und damit soft skills anzueignen, z.B.: sich präsentieren können, Termine vereinbaren, im Team arbeiten, Zeitmanagement – Dinge, die sie fit machen für das Leben in der Wirtschaft.

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Beim Gründerpreis für Schüler geht es um ein Planspiel. Was ist darunter zu verstehen?

Die Schüler müssen sich bereits bei der Bewerbung eine Unternehmensidee überlegen. Und mit dieser Idee gehen sie ins Rennen. Im Zuge dessen bekommen sie neun Aufgaben gestellt, über die sie nach und nach ein Geschäftskonzept erstellen.

Wie sehen solche Aufgaben aus, wie kann man sich das vorstellen?

Wir machen natürlich nicht alle Aufgaben öffentlich, um die Ideen der Schüler, sowie die des Planspiels zu schützen. Aber die ersten beiden Aufgaben kann ich verraten: Die Schüler müssen sich zunächst einen Coach und einen Unternehmerpaten suchen, sowie die Arbeit im Team organisieren. In der zweiten Aufgabe geht es darum, sich Gedanken über den eigenen Markt zu machen. Wer sind denn meine Kunden, wie groß ist der Kundenkreis, wie sieht denn mein Markt aus usw….

Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei dem Wettbewerb?

Die Lehrkraft ist die Person, die die Schüler überhaupt erst einmal auf den Wettbewerb aufmerksam macht. Die Lehrkraft ist also der Initialzünder, der dieses Projekt bei den Schülern platziert. Die zweite Rolle ist die des Begleiters bei Fragen, den Aufgaben, der Lehrer ist Ratgeber und manchmal auch Streitschlichter. Die Schüler sollen aber viel selbstständig machen und so wird die Lehrkraft eher zum Moderator.

Können Sie grob den Ablauf dieses Wettbewerbs umreißen?

Die Teams bewerben sich, bekommen die Spielunterlagen, Zugangskennung sowie einen Nutzernamen und Passwort. Damit loggen sie sich auf der Spielplattform ein. Dort finden sie dann die Aufgaben, ein Lexikon zu Hintergrundinformationen und alle Unterlagen vor. Dann müssen sie nach und nach die Aufgaben beantworten und auf der Plattform eintragen. Damit ist dann quasi ihr Geschäftskonzept fertig. Das Spiel wird so zu einer Art Selbstläufer im Internet. Zusätzlich gibt es optionale Workshops, Kickoff-Veranstaltungen etc., je nach Region. Wir haben immer ca. 1100 Teams im Bundesgebiet am Start. Die Ergebnisse werden durch zwei Juroren pro Team beurteilt. Sie geben Punkte, die dann den Endstand bilden, aus dem sich das Ranking ergibt. Wenn die Arbeit der Jury fertig ist, haben wir noch eine Jury-Sitzung, in der die 30 besten Teams angeschaut werden, aus denen dann die besten 10 ausgewählt werden. Diese werden bei der Bundessiegerehrung beim Stern in Hamburg prämiert.

Für die besten Fünf geht es ins „Future Camp“ – was ist darunter zu verstehen?

Richtig, das „Future Camp“ ist der Preis für die besten fünf Teams, die dann von Donnerstag bis Sonntag in dieses Camp eingeladen werden. Dort bekommen sie durch die Partner des Gründerpreises Workshops, eine Art Managementtraining. Auch wie es in der Zukunft weitergeht, wird u.a. von Autoren des Spiels mit den Teams erarbeitet. Darüber hinaus gibt es Outdooraktivitäten, wie z.B. den Hochseilgarten, für die Förderung von Teamarbeit.

Wer ist Mister S.?

Mister S. ist der virtuelle Spielleiter. Dahinter verbirgt sich ein ganzes Team. Mit Mister S kann man mailen und telefonieren und ihm Fragen zum Planspiel stellen.

Nutzen für Lehrer?

Lehrer bekommen Unterstützung für ihren Unterricht, denn das Konzept orientiert sich an den Lehrplänen. Ein wichtiger Nutzen ist auch die Öffnung der Schule, das Ermöglichen von Praxiskontakten, die Aufnahme von Berufswahlthemen etc.. Und Lehrkräfte lernen in ihrer Rolle als Moderator und Unterstützter auch die Schüler von einer ganz anderen Seite kennen.

Der Gründerpreis ist ein Wettbewerb – was gibt es denn zu gewinnen?

Für die Top10 geht es zur Bundessiegerehrung zum Stern nach Hamburg. Das beste Team wird außerdem bei der Preisverleihung des Deutschen Gründerpreises in der Kategorie Schüler in Berlin ausgezeichnet. Die Plätze eins bis fünf werden zum „Future Camp“ eingeladen und die Plätze sechs bis zehn bekommen Praktikumsplätze bei Firmen aus dem Gründerpreisnetzwerk. Und es gibt auch noch regionale Preise, die man im Internet einsehen kann. Gewinner ist aber jeder der mitmacht, weil man sich mit wichtigen und interessanten Themen beschäftigt und mit Spaß etwas Neues lernt.

Seit dem 14.10. kann man sich bewerben – wie lange noch?

Das geht jetzt noch bis zum 14.02.2014. Je früher man sich aber bewirbt, umso besser ist es, weil man dann früher die Aufgaben bekommt und schneller loslegen kann. Die Spielphase dauert von Januar bis Mai 2014.

Was können sie Bewerbern auf den Weg geben?

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Deutscher Gründerpreis für Schüler