Ein Schuljahr ohne Feste ist wie eine Woche ohne Wochenende!

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür – für Frau mit Klasse die beste Zeit des Jahres! Und da man die Feste feiern soll, wie sie fallen, schaut sie auf ihre liebsten Feiertage und Festivitäten im Schulkontext.

Geburtstagstraditionen im Klassenzimmer

Wenn einer meiner Schülerinnen und Schüler Geburtstag hat, brauche ich mir keine Sorgen machen, dass ich davon nichts mitbekomme. Zum einen steht es natürlich in meinem Kalender. Zum anderen berichten sie mir einfach schon Wochen vorher davon. Es gibt quasi einen Countdown. Wenn der Tag dann ENDLICH erreicht ist, essen wir gemeinsam Kuchen, singen ein Lied und sie bekommen eine Kleinigkeit von mir geschenkt. Letztens beschwerte sich ein Schüler meiner Klasse darüber, dass er nichts an dem Tag von mir bekommen hätte. Dabei hatte er es schlicht vergessen. Die Altersamnesie hatte ihn wohl mit dem neuen Lebensjahr erreicht.

Ein anderes Mal erzählte mir ein Schüler, dass er seinen Geburtstag bald feiere, aber nur „ü20“. Als ich daraufhin aus Spaß meinte, dass ich ja kommen könne, wollte er mir wirklich die Adresse geben. Später erkundigte er sich nochmals, ob ich denn erscheinen werde.

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Die Osterinsel heißt so, weil dort die Eier liegen!

Wann die Ferien stattfinden, haben wir Lehrerinnen und Lehrer meist ziemlich genau auf dem Schirm. „Geil, nur noch drei Tage bis zu den Ferien!“, sagte ich einmal zu einer Kollegin, als es auf die Osterferien zuging. Sie antwortete: „Ich habe das auch gerade gedacht und mich gefragt, ob ich das laut sagen darf?!“ – Klar, darf sie.

An Ostern feiern wir ja z. B., um einen meiner Schüler zu zitieren, „die Wiederbelebung von Jesus“. Und dass „auf der Osterinsel die Eier liegen“, ist auch allgemein bekannt. Weitere hervorragende Schülerzitate habe ich an anderer Stelle schon mal zusammengetragen.

Es ist immer super spannend, in Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern herauszufinden, wie unterschiedlich diese Feiertage bei ihnen zu Hause zelebriert werden. Da spielt die Religion natürlich eine große Rolle. Manche feiern z. B. Ostern nicht, da sie nicht dem christlichen Glauben angehören. Aber trotzdem sagt niemand nein, wenn ich einen kleinen Hasen vor den Osterferien austeile. Da ist immerhin keine Gelatine drin – dann wäre es schon schwieriger.

Feiertage in der blühenden und warmen Jahreszeit

Im Sommer haben wir ja das Glück, einige Feiertage genießen zu dürfen: den Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, den Vatertag und seit neuestem in Berlin auch den Frauentag. Wenn die Schülerinnen und Schüler dann fragen, „Wann haben wir wieder frei?“ beantworte ich diese Frage natürlich, aber wichtiger finde ich doch, „Warum haben wir wieder frei?“. Deswegen erkläre ich in Vorbereitung auf diese Feiertage, warum wir z. B. am Herrentag (wie ich ihn nenne), gerne Männer mit Flieder am Rad oder Bollerwagen durch die Gegend ziehen sehen und was dahintersteckt.

Reformationstag oder Halloween?

Der Reformationstag ist leider für einige junge Menschen ein unbekannter Begriff. Dabei ist die Erinnerung an Luther und seine Reformation immens wichtig. Schülerfragen wie „Warum hatte Martin Luther so hässliche Haare?“ lassen mir da wortwörtlich ein wenig die Haare zu Berge stehen. Ebenso, dass man auf der Wartburg natürlich ist, „um zu warten“. Dass das, was dort erneuert wurde, ja die Kirche sein muss, „da sie neue Stützpfeiler bekam“, lassen wir mal unkommentiert.

Viel bekannter für die Schüler ist hingegen das Halloweenfest, was auf den gleichen Tag datiert ist. Ich habe den Schülerinnen und Schülern in diesem Jahr erklärt, woher dieser Brauch überhaupt kommt. Viele wussten das nicht. In der Schule haben wir dazu ein tolles Fest veranstaltet: Es wurden Kürbisse geschnitzt, Kürbissuppe gekocht, Kekse gebacken, Fledermäuse und Gespenster gebastelt, gruselige Gesichter geschminkt – die Kinder und Jugendlichen hatten einen tollen Tag und ich habe viele leuchtende Augen und tolle Kostüme gesehen.  

„It’s the most wonderful time of the year“

Und nun neigt sich das Jahr dem Ende zu. Die Weihnachtszeit ist meine Lieblingszeit des Jahres. Auch darüber spreche ich natürlich mit meinen Schülerinnen und Schülern. Mit einem ehemaligen Kollegen habe ich mich während einer Pause mal über mögliche Ausflugsziele in der freien Zeit zwischen den Jahren unterhalten. So redeten wir über den Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt und in Charlottenburg. Ein Schüler, der zufällig mithörte, sagte daraufhin: „Aber Berlin wäre doch cooler!“ – Das üben wir noch.

Mit oder ohne Baum

Bezüglich des Weihnachtsfestes existieren unterschiedliche Herangehensweisen in den Familien meiner Schülerinnen und Schüler: Manche feiern es gar nicht, andere bekommen Geschenke, haben aber keinen Baum, weitere freuen sich schon sehr auf die geschmückte Tanne. Auch hier sollte der historische Hintergrund bei Gesprächen über Weihnachten nicht vernachlässigt werden. Ich werde in der kommenden Woche mit meiner Klasse darüber sprechen und bin schon neugierig zu erfahren, wie sie zu Hause feiern, woran sie glauben und warum wir ihrer Meinung nach überhaupt Weihnachten begehen. Ein Highlight aus der Vergangenheit war in diesem Zusammenhang, als ein Schüler entsetzt feststellte, „Weihnachtsmänner werden mit Schokolade übergossen. Ich möchte nicht damit übergossen werden!“.

Das Weihnachtsfrühstück – inkl. Ibuprofen

Am letzten Schultag findet dann unser traditionelles Weihnachtsfrühstück statt. Wir Lehrerinnen und Lehrer bereiten für alle Schülerinnen und Schüler ein gemeinsames Frühstück vor – das finde ich immer sehr schön. Das einzige „Problem“ besteht darin, dass unsere Weihnachtsfeier im Kollegium am Abend davor stattfindet. Da wir gerne ausgelassen feiern, endete diese auch schon mal mit einer sehr kleinen Weihnachtsmütze Schlaf und dem Wunsch, am liebsten von keinem Schüler und keiner Schülerin am folgenden Tag angesprochen zu werden. Aber wenn es im Kollegium um die Frage geht, wer denn was beisteuere und einer sagt, dass er Ibuprofen mitbringe – dann kann es ja nur gut werden!

In diesem Sinne: Ein wunderschönes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und danke, dass ihr in diesem Jahr meine Artikel gelesen habt. Verfolgt doch meine Erlebnisse im kommenden Jahr gerne weiterhin.

Eure

Frau mit Klasse

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Titelbild: © peerapong suankaew/shutterstock.com