Flipped-Classroom-Projekt wird nun wissenschaftlich begleitet

Das Flipped-Classroom-Projekt geht in eine neue Phase. Neben den drei Berliner Schulen, Prof. Dr. Spannagel und sofatutor ist nun auch die Bertelsmann Stiftung mit an Bord. Das auf drei Jahre angelegte Projekt soll nun auch wissenschaftlich begleitet und dokumentiert werden. In einer Auftakt-Veranstaltung im September fiel der Startschuss für die neue Projektphase.

Das Projekt wird unterstützt vom ERASMUS+ Programm der Europäischen Kommission.

Alle 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich zu der Kick-Off-Veranstaltung zur neuen Phase des Flipped-Classroom-Projekts im September im Tagungsraum der Agora in Berlin versammelt hatten, waren sich einig: Der Unterricht muss so multimedial werden wie der außerschulische Alltag der Schülerinnen und Schüler. Zusammen wollen sie daran arbeiten. Begrüßt wurden die Berliner Lehrerinnen und Lehrer des Gebrüder Montgolfier Gymnasiums, der Evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ) und der Herman-Nohl-Schule von sofatutor, u. a. vom sofatutor-Geschäftsführer und -Gründer Stephan Bayer, Christian Ebel von der Bertelsmann Stiftung und Prof. Dr. Spannagel von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Sie alle freuten sich über das Interesse der Lehrerinnen und Lehrer, dem Schulalltag eine digitale Richtung zu geben. Hauptziel des Treffens war es, die individuellen Projektziele der drei Schulen zu erfassen und eine wissenschaftliche Prozessbegleitung vorzubereiten.

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Ein Rückblick und der Beginn von etwas Neuem

Flipped-Classroom-Projekt Berlin

Christian Ebel, Stephan Bayer, Christian Spannagel

Unter der Moderation von Livia Manthey von sofatutor warfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zuerst einen Blick zurück: Mit denen von allen Schulen in der Pilotphase erarbeiteten Einsatzszenarien von Erklärvideos im Unterricht und zu Hause sowie den ersten Versuchen, den Unterricht umzudrehen, wurde bereits ein wichtiger Grundstein für die weitere Projektphase gelegt. Auch die Filmdokumentation, die im Rahmen der Workshops sowie in umgedrehten Unterrichtsstunden entstanden ist, machte darüber hinaus allen deutlich: Die drei Schulen befinden sich auf dem richtigen Weg mit dem Ziel, nun auch die Bildung in eine digitale Richtung zu lenken. Dieser Weg soll nun wissenschaftlich begleitet werden. Wie das genau aussehen wird, erklärte Christian Spannagel in einem Ausblick. Ab dem ersten November soll ein wissenschaftlicher Mitarbeiter die Schulen in ihrer Entwicklung unterstützen und sich dabei mit Forschungsfragen zu den unterschiedlichen Einsatzszenarien von Lehrvideos, zu der Motivation von Lernenden und der Beschaffung des Materials beschäftigen. Dabei ginge es nicht um einen Überprüfungsblick, sondern um einen Entwicklungsblick, so Spannagel. So seien die Aufgaben des wissenschaftlichen Begleiters, bei der Konzeption von Unterrichtsszenarien zu helfen und Reflexionsgespräche zu führen.

Flipped-Classroom-Lehrende suchen den Austausch

Flipped-Classroom-Projekt Berlin

Vortrag von Alexandra Kück

Ein Highlight der Veranstaltung war der Gastvortrag von Alexandra Kück, Mathe- und Informatiklehrerin am Kurt-Körber-Gymnasium in Hamburg. Sie arbeitet bereits seit einiger Zeit als einzige Lehrende ihrer Schule mit der Flipped-Classroom-Methode, um ihre Schülerinnen und Schüler zu einem eigenverantwortlichen Wissenserwerb zu bewegen, und hat bereits ein Buch zu ihren Erfahrungen mit der Unterrichtsmethode verfasst: Unterrichten mit dem Flipped-Classroom-Konzept. Zufällig habe sie auf der Didacta durch sofatutor von dem Projekt in Berlin erfahren und sei nun sehr froh, sich mit anderen Lehrerinnen und Lehrern austauschen zu können, betonte sie. Ihr Ziel sei es, einen großen Pool an Materialien mit anderen Lehrerinnen und Lehrern aufzubauen. So würde die Flipped-Classroom-Methode auch eine größere Verbreitung an deutschen Schulen finden.

Auch die Berliner Lehrerinnen und Lehrer freuten sich über den Besuch: Fragen zur technischen Umsetzung, zum Ablauf des Unterrichts und zum Leistungsniveau der Schülerinnen und Schüler beantwortet Kück sichtlich überzeugt von einem umgedrehten Unterricht.

Jede Schule hat ihre Ziele

Flipped-Classroom-Projekt Berlin

Gruppenphase zum Flipped-Classroom-Projekt

In einer Gruppenphase beantworteten dann die Schulteams die für sie zentralen Fragen zur neuen Projektphase: Wo stehen wir als Schule und was ist unser Ziel? Was brauchen wir um diese Ziele zu erreichen? Wie soll der Prozess an unserer Schule organisiert und strukturiert werden? Ebenfalls war für die Schulen die Frage nach der Art und Weise der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts wichtig. Die Präsentation der jeweiligen Ergebnisse und das anschließende gemeinsame Abendessen war dann der Startschuss für die nächste Phase des Flipped-Classroom-Projekts.

Bilder: © sofatutor.com