Kinokartenverlosung und Rezension: Die Schüler der Madame Anne [Werbung]

Die Schülerinnen und Schüler von Madame Gueguen haben unterschiedliche Hintergründe, aber eine gemeinsame Vorstellung – sie können nichts im Leben erreichen.

Vom Leben und Lernen im Pariser Vorort

Die Geschichtslehrerin Madame Anne Gueguen glaubt an ihre Schülerinnen und Schüler. Auch wenn sie im Pariser Vorort Creteil nur wenige Perspektiven zu haben scheinen. Viele Jugendliche kennen Gewalt, Ausgrenzung und das Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Einige sind auffällig und laut, andere still und zurückhaltend. Zu Beginn des Schuljahres übernimmt Madame Anne (Ariane Ascaride) eine elfte Klasse.

Madame Annes guter Wille

Madame Anne ist der festen Überzeugung, dass jeder die Chance hat, sich zu beweisen und etwas im Leben zu erreichen. Diese Chance gibt sie ihren Schülerinnen und Schülern – Mélanie (Noémie Merlant), Malik (Ahmed Dramé) und den anderen, deren Träume so klein sind und doch unerreichbar scheinen. Dabei will der Film stellenweise sehr viel. Es werden eine Menge Einzelschicksale beschrieben. Aber nur wenige werden tiefergehend betrachtet. Bei einigen Charakteren, wie dem sich zusehends radikalisierenden Muslim Olivier/Brahim (Mohamed Seddiki), bedient der Film gängige Klischees, die er wenig reflektiert. Hier hätte der Film die Chance gehabt, stärker auf aktuelle Fragen der Integration einzugehen.

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Die Schueler der Madame Anne. Malik und Anne
 

Die Schüler der Madame Anne © Neue Visionen

Der Wettbewerb

Madame Anne meldet die Klasse zu einem Geschichtswettbewerb an, dem Concours national de la Resistance et de la Deportation (Nationaler Wettbewerb über den Widerstand und die Deportation). Die Schülerinnen und Schüler sollen in einer Präsentation darstellen, wie Kinder und Jugendliche in den Konzentrationslagern der Nazis lebten. Anfangs noch widerwillig beginnen sie, sich mit der Geschichte jüdischer Kinder in Frankreich sowie deren Deportation zu beschäftigen. Die Entwicklung dieser Handlung ist nicht neu – das muss sie aber auch nicht sein. So lernen die Schülerinnen und Schüler in zwei besonders eindrucksvollen Szenen die Schicksale der Kinder in den KZs kennen: Das Gespräch mit dem Zeitzeugen Leon Zyguel ist berührend. Es zeigt, wie wichtig solche Gespräche auch heute noch zwischen Schülerinnen und Schülern und Betroffenen sind. Die Szene im Pariser Mémorial de la Shoah hinterlässt bei den Charakteren und den Zuschauenden eine nachdenkliche Ruhe.


Die Schueler der Madame Anne. Schueler
 

Die Schüler der Madame Anne © Neue Visionen

Aufsteigende Luftballons

Am Ende begreifen die Schülerinnen und Schüler, dass sie mehr Möglichkeiten haben, als sie sich zugetraut hätten. Im Film steigen bunte Luftballons auf – eine eindeutige Metapher.

Gerade vor den aktuellen Hintergründen in Europa ist Die Schüler der Madame Anne ein Film, der scheinbar vertraute Ereignisse behandelt, aber uns dennoch innehalten lässt. Er macht eins klar: Jeder Mensch birgt ein großes Potenzial, das wir nicht durch Angst und Vorurteile verkümmern lassen dürfen. Insgesamt ist Die Schüler der Madame Anne ein einfühlsamer, bewegender Film.

Über den Film

Der Kinostart von Die Schüler der Madame Anne ist am 5. November 2015. Im Original erschien Les héritiers (Die Erben) bereits 2014 in Frankreich. Das Drama ist der zweite Film der Regisseurin Marie-Castille Mention-Schaar. Er beruht auf einer wahren Geschichte, die Ahmed Dramé – er spielt im Film Malik – in einem ersten Drehbuchentwurf einreichte.

 


Fiolmplakat Schueler der Madame Anne
 

Die Schüler der Madame Anne © Neue Visionen

Verlosung: 2×2 Kinokarten für Die Schüler der Madame Anne

Mit freundlicher Unterstützung von Neue Visionen verlosen wir 2×2 Kinokarten unter allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Beantworten Sie einfach im Kommentarfeld unter diesem Beitrag bis zum 12.11.2015, 12 Uhr, folgende Frage:

Wie heißt die Regisseurin von Die Schüler der Madame Anne?

Die Gewinner/innen werden per Mail benachrichtigt. Ein Umtausch oder der Rechtsweg sind ausgeschlossen. Der Gewinn kann nicht als Bargeld ausgezahlt werden.

Mehr Informationen zum Film finden Sie unter http://www.madameanne.d.

Titelbild: © Neue Visionen Filmverleih