„Dem Lernen Flügel verleihen”: Der Deutsche Schulpreis 2014

Der Deutsche Schulpreis begleitet interessierte Schulen auf ihrem Entwicklungsweg, prämiert besonders gute Schulen, die innovative Konzepte und Ideen an den Tag legen, macht diese sichtbar und belohnt sie für ihr Engagement. Seit 2006 vergibt die Robert-Bosch Stiftung in Kooperation mit der Heidehof Stiftung den Deutschen Schulpreis, unterstützt durch den stern und die ARD als Medienpartner. Auf dem innovativen und der Stagnation die Stirn bietenden Weg ihrer Schulentwicklung haben sich seither 1 500 Schulen begeben und für den Preis beworben.

Hauptpreisträger

Auf Basis der Beurteilungskriterien Unterrichtsqualität, Verantwortung, Leistung, Umgang mit Vielfalt sowie Schulleben und Schule als lernende Institution bewertet eine Fachjury aus Wissenschenschaftlern, Vertretern des privaten und staatlichen Schulwesens sowie Schulpraktikern die, durch diese Kriterien mittlerweile gefestigte, Schulqualität der einzelnen Institutionen. Auch in diesem Jahr wurden sechs Schulen mit dem Schulpreis 2014 in Berlin augezeichnet. Der mit 100 000 Euro dotierte Hauptpreis ging an die Städtische Anne-Frank-Realschule in München/Pasing ‒ eine Mädchenschule mit naturwissenschaftlichem Ausbildungsprofil. Die Schule legt ihren Fokus, gestützt durch drei Lernbereiche, sogenannte „Lernhäuser” , auf Naturwissenschaften, Sprachen und Sozialwesen. Diese Lernstruktur besteht aus kleinen Gruppen, in der mehrere Jahrgangsstufen von einem festen Pädagogenteam unterrichtet werden. Die Schülerinnen arbeiten gemeinsam in „Lernbüros” und haben dafür keine Hausaufgaben mit nach Hause zu nehmen. Neben den drei Lernbereichen gibt es drei Lernphasen: neu erlernen, üben und vertiefen. Die Lehrkräfte fungieren in diesem Lernkontext nicht als Kontrolleur, sondern als Partner und geben den Mädchen die Möglichkeit, sich selbst auszuprobieren und das Interesse für Technik, Naturwissenschaften und Mathematik weiterzuentwickeln. Zusätzlich suchen die Lehrkräfte gemeinsam nach beruflichen Perspektiven für ihre Schülerinnen und begegnen somit auch dem Fachkräftemangel in MINT-Berufen. Die Hälfte aller Schülerinnen entscheidet sich mittlerweile für ein naturwissenschaftliches Wahlpflichtfach und über ein Viertel beginnt nach dem Abschluss eine Ausbildung im technischen Bereich.

Jurymitglied Professor Michael Schratz von der Universität Innsbruck konstatiert: „Diese Schule verliert niemanden“ und lobt weiter: „Alle Jugendlichen werden hier zu einem Abschluss geführt, über 60% haben nach der Mittleren Reife die Möglichkeit, ihr Abitur zu machen.“ (Quelle: Pressemitteilung Deutscher Schulpreis vom 06.06.2014).

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Weitere Preisträgerschulen

Zusätzlich wurden fünf weitere Preise verliehen: Einen Preis in Höhe von jeweils 25 000 Euro erhielten die Römerstadtschule in Frankfurt am Main, die Erich-Kästner-Schule in Hamburg, das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lüdenscheid und das Regionale Berufsbildungszentrum Wirtschaft in Kiel. Zusätzlich wurde der „Preis der Jury“ in Höhe von 25 000 Euro der SchlaU-Schule/ Schulanaloger Unterricht für Flüchtlinge in München zuteil. Anerkennungspreise in Höhe von je 2 000 Euro erhielten alle weiteren nominierten Schulen.

„Eine Bewegung guter Schulen”

Bis fünf Jahre nach Auszeichnung gehören die entsprechenden Schulen der Akademie des Deutschen Schulpreises an und geben ihre Erfahrungen und Konzepte in Seminaren und Workshops weiter. Ab Anfang Juli können sich alle beruflichen und allgemeinbildenden, öffentlichen und privaten Schulen in Deutschland für die Ausschreibung um den Schulpreis 2015 bewerben. Nochmalige Bewerbungen sind möglich, mit Ausnahme der Preisträger. Durch die Etablierung von Regionalteams gewährleistet der Deutsche Schulpreis vielseitige Unterstützung für alle interessierten Schulen rund um den Bewerbungsprozess.

Fotos: ©Robert Bosch Stiftung/Theodor Barth