Obamas Versprechen: Die Digitalisierung amerikanischer Schulen

Jede Schülerin und jeder Schüler soll in den USA durch digitales Lernen optimal auf die Zukunft vorbereitet werden. Im Juni 2013 startete aus diesem Grund die von der Obama-Administration entwickelte Initiative ConnectED und im Oktober 2014 das sogenannte Future Ready Pledge.

„Wir müssen sicherstellen, dass Technologie für jedes Kind zugänglich ist”, so Obama in einer Rede zur Digitalisierung der amerikanischen Schulen. Nach Angaben des Weißen Hauses stehen weniger als 30 % der amerikanischen Schulen die neuste Technik zur Verfügung. Das soll sich nun ändern: Bis 2018 soll 99 % der Schülerinnen und Schüler in Amerika das digitale Lernen vom Kindergarten bis zur 12. Klasse ermöglicht werden ‒ so das Ziel von Obamas Initiative ConnectEd. Unterstützt wird Initiative dabei von der Federal Communications Commission (FCC) und etablierten Unternehmen wie Apple, Microsoft und Verizon.

Das Weiße Haus digitalisiert das Lernen

„Amerikanische Schülerinnen und Schüler sollen die Fähigkeiten erlangen können, die sie brauchen, um einen guten Jobs zu bekommen […]”, heißt es auf der offiziellen Seite der Initiative ConntectED ‒ und das unabhängig vom Einkommen des Elternhauses oder des Schulstandorts. Um das zu erreichen, wird ein interaktives und auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittenes Lernen angestrebt ‒ das digitale Lernen. In den vergangenen Jahren wurde in Amerika stark in digitale Lernsysteme und technologiegestützte Bildung investiert. Nun ist es möglich, selbst komplexe Lerninhalte leicht zu visualisieren und inaktiv zu bearbeiten: Die entwickelten Apps und Plattformen können sich auf den Wissenstand jedes einzelnen Schülers und jeder einzelnen Schülerin einstellen. Lehrkräften garantieren sie einen Überblick über die erfolgreich abgeschlossenen Lektionen und Aktivitäten ihrer Schülerinnen und Schüler.

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Das Future Ready Pledge macht Schulen zukunftsfähig

Aber wie kann sichergestellt werden, dass diese Apps und Plattformen Einzug in die Schulen und in den Unterricht erhalten? Lokale Schulträger werden ermutigt, ihren Schülerinnen und Schülern Zugang zum drahtlosen Highspeed-Internet zu verschaffen, Endgeräte zur Verfügung zu stellen, das Budget für die Digitalisierung zu erhöhen und ihre Lehrerinnen und Lehrer auf das digitale Lehren optimal vorzubereiten. Dafür launchte das US Department of Education 2014 das sogenannte Future Ready Pledge. Hier unterzeichnen Verantwortliche der Schulbezirke das Versprechen, ihren Schulen einen innovativen Einsatz von neuester Technologie im Unterricht zu ermöglichen. Mit dem „Future-Ready”-Versprechen werden sie Teil eines Netzwerks, das sie bei ihrem Vorhaben unterstützt. Hier werden bewährte Praktiken ausgetauscht sowie Tools und digitales Lehrmaterial für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Mehr als 1700 Superintendanten haben auf diesem Weg bereits zugesichert, ihre Schulen zukunftsfähig zu machen.

Eine Vision wird zur Aktion

Damit dieser digitale Wandel im Lehren und Lernen nicht nur Vision bleibt, organisiert das US Department Office of Educational Technology regelmäßige Gipfeltreffen für die Verantwortlichen der Schulbezirke. Hier werden digitale Lehrpläne erstellt und Best Practices ausgetauscht. „Diese Summits betonen die entscheidenden Rollen der Bezirksführer bei der Schaffung von zukunftsfähigen Schulen. […] Sie bilden ein Umfeld, in dem Lehrer und Schüler Zugriff auf die Tools, den Content und das Know-How haben, das sie benötigen, um in einer vernetzten Welt erfolgreich zu werden”, so Richard Culatta, Director des Office of Educational Technology, in einer Pressemitteilung.

Und wie sieht es zurzeit in Deutschland aus?

Nach dem Ergebnis der ICILS-Studie will die Große Koalition das digitale Lernen in deutschen Schulen stärken. Die Studie hatte Ende 2014 den deutschen Schülerinnen und Schülern nur eine mittelmäßige Medienkompetenz zugeschrieben. Union und SPD fordern nun in einem gemeinsamen Antrag, den sie im Bundestag im März einbrachten, neben einem Breitbandanschluss für alle Schulen einen „Pakt der Digitalen Bildung”, um unter anderem die digitale Ausstattung der Schule zu verbessern, so die Süddeutsche Zeitung. Wegen der Kulturhoheit der Länder und des Kooperationsvertrags kann der Bund in Sachen digitale Bildung jedoch nur bedingt aktiv werden.




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