Studie: Schüler werden durch Investitionen in Schulen besser

Gut ausgestattete Schulen machen noch keine guten Schüler? Eine US-amerikanische Studie fand heraus, dass Investitionen in ärmere Schulen zu besseren Testergebnissen führten.

Die amerikanische Zeitung New York Times berichtete bereits im Dezember 2016 über eine neue Studie der nationalen Behörde zur Wirtschaftsforschung. Darin untersuchten die Wirtschaftsforscherinnen und -forscher Lafortune, Rothstein und Schanzenbach, wie sich die Testergebnisse von Schülerinnen und Schülern entwickelten, die an Schulen unterrichtet wurden, die seit 1990 mehr Investitionen durch ihren Bundesstaat erhielten. Diese Ergebnisse wurden zudem mit Schulen in Bundesstaaten verglichen, in denen sich die Investitionspolitik im gleichen Zeitraum nicht verändert hatte.

Bildungsgerechtigkeit durch Verhältnismäßigkeit erreichen

1990 gilt als wichtiger Startpunkt für den Betrachtungszeitraum: Ein Gerichtsurteil in Kentucky hatte damals festgelegt, dass nicht darauf zu achten sei, ob es eine Divergenz in der Chancengerechtigkeit zwischen ärmeren Schülerinnen und Schülern und Lernenden der Mittelschicht gäbe. Diese Frage könne fast immer mit „ja“ beantwortet werden. Relevanter sei es stattdessen zu schauen, ob das Level der Investitionen einer Schule oder eines Schulbezirks insgesamt im Verhältnis zu anderen Schulen des Bundesstaats „gerecht“ sei.

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Die Ärmsten fördern

Obwohl die Maßnahmen der Bundesstaaten in keinen zwei Fällen identisch waren, gab es in allen 26 Bundesstaaten, die seit 1990 verstärkt in Schulbildung investierten, das Anliegen, sozial schwache Schulbezirke stärker zu fördern. Die Schulen dieser Bezirke erhielten höhere finanzielle Zuwendungen.

Wie konnten die Testergebnisse der Schülerinnen und Schüler verglichen werden?

Da nicht nur Ausgaben allein Auswirkungen auf die Testergebnisse haben, sondern auch die Art der Tests an sich, war es für die Forscherinnen und Forscher schwierig, hier eindeutige Aussagen zu treffen. Erst mit der Einführung des Common Core Standards konnte man Schulbezirke und Bundesstaaten hinsichtlich der Testergebnisse der Lernenden miteinander vergleichen.

Für den Zeitraum vor dem Common Core schauten die Forscherinnen und Forscher auf die Ergebnisse des National Assessment of Educational Progress, kurz NAEP, den das US-Bildungsministerium von einer repräsentativen Gruppe von Kindern und Jugendlichen jährlich abfragt. So konnten sie wohlhabendere mit ärmeren Schulbezirken vergleichen und die Testresultate vor und nach dem Beginn von Investitionen betrachten.

Signifikante Unterschiede

Lafortune, Rothstein und Schanzenbach fanden heraus: Langfristig gab es einen signifikanten Anstieg der akademischen Erfolge bei Bundesstaaten, die zusätzliches Geld in Schulbezirke mit überproportional sozial schwacher Schülerschaft investierten.

Eine andere Studie der Berkeley-Universität und Northwestern-Universität zeigte ebenfalls, dass Schülerinnen und Schüler einer derart geförderten Schule als Erwachsene mehr verdienten als Gleichaltrige, die diese Art der Förderung nicht erhielten: Pro zehn Prozent Mehrausgaben pro Kind und Schuljahr durch die Politik hätten diese als Erwachsene im Schnitt zehn Prozent mehr verdient.

„The notion that spending doesn’t matter is just not true“ [„Die Aussage, dass Geld nichts ausmacht, stimmt nicht“, V.W.], sagte Studienleiter C. Kirabo Jackson der New York Times. „We found that exposure to higher levels of public K-12 spending when you’re in school has a pretty large beneficial effect on the adult outcomes of kids, and that those effects are much more pronounced for children from low-income families.“ [„Wir stellten fest, dass es für die Kinder einen ziemlich großen positiven Effekt hatte, wenn ihnen während ihrer Schulzeit mehr öffentliche Gelder für die Schulbildung zugute kamen und dass dieser Effekt für Kinder aus einkommensschwachen Familien sehr viel ausgeprägter war.“, V.W.]

Geld investieren reicht nicht – aber es hilft

Kritiker geben zu bedenken, dass beide US-Studien nicht aufschlüsseln würden, wie das Geld eingesetzt wurde. Auch Wirtschaftswissenschaftler Rothstein ergänzte, dass man nicht annehmen dürfe, dass Geld alleine die Lücke zwischen ärmeren und Mittelschichts-Schülerinnen und -Schülern schließen könne. Aber die Ergebnisse zeigten, dass Investitionen in ärmere Schulen dazu beitragen könnten, diese Lücke zu verkleinern.





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