WM: Bayern, Lehrerverbände und Schulleiter lehnen späteren Unterrichtsbeginn ab

Bis spät abends die Nationalelf anfeuern und dann am nächsten Tag ausgeruht in die Schule gehen? Das wäre ein Sommermärchen für viele Schülerinnen und Schüler gewesen, doch die Mehrheit der Schulleiterinnen und Schulleiter haben sich pünktlich zum WM-Auftakt für einen pünktlichen Schulstart ausgesprochen. Auch Lehrerverbände wollen keine Fußball-Ausnahmen.

Kein Herz für Langschläfer

Wie wir in unserem Artikel Schulen im WM-Fieber: Unterricht darf während WM später beginnen berichteten, bestätigte die KMK-Präsidentin Sylvia Löhrmann Ende Mai, dass Schulen in acht Bundesländern den Unterricht nach hinten verlegen dürfen. Kleine Fußballfans in Berlin, Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sollten die Möglichkeit haben, nach WM-Spielen ausgeruht im Unterricht zu erscheinen. Nun hat es sich Bayern aber anders überlegt. Am Stundenplan wird nichts verändert, auch wenn sich der Ball oft erst spät dreht, hat der Freistaat entschieden. Schülerinnen und Schüler müssen also zur ersten Stunde im Unterricht erscheinen, auch wenn sie bis Mitternacht mit ihren Fußballidolen mitfiebern.

Lehrerverbände wollen pünktlichen Schulstart

Auch Lehrerverbände sprechen sich gegen eine Unterrichtsverlegung aus. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft findet zwar, dass der Vorschlag des späteren Schulstarts nett gemeint, aber der Aufwand dafür zu groß sei. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, hält von der Idee dagegen „überhaupt nichts.“ Schule müsse Vorrang haben, sagte er dem Bildungsmagazin News4teachers.

Gratis Zugang für Lehrkräfte
Jetzt informieren

Zu großer organisatorischer Aufwand

In Niedersachsen wird der Unterricht in den meisten Schulen pünktlich starten, ergab eine Umfrage der dpa unter Schulleiterinnen und Schulleitern. Denn der organisatorische Aufwand wäre zu groß. Schulbuspläne müssten dem veränderten Schulstart angepasst und die ausgefallen Stunden am späten Nachmittag nachgeholt werden. „Wir können den Unterricht nicht erst um 18 Uhr beenden‟, erklärte Schulleiter Stefan Krolle vom Cato Bontjes van Beek-Gymnasium in Achim der dpa.