Wie du nach dem Abi dein Traumstudium ergatterst

Kaum raus aus dem Schulstress, kümmerst du dich schon um deinen Studienplatz. Und es soll nicht irgendwas werden, sondern genau das eine Wunschstudium.

Um deine Chancen zu steigern, geben wir dir ein paar Tipps. Damit hast du im Blick, worauf es bei deinen Bewerbungen ankommt.

Du weißt, was du willst.

Damit ist die Studienrichtung im Allgemeinen gemeint. Weißt du schon, ob es Tiermedizin, Bauingenieurwesen, BWL oder Europäische Ethnologie werden soll? Dabei ist egal, ob du dich besonders für die Themen des Studienfachs interessierst („Ich kann so gut mit Tieren.“)  oder du dir besonders gute Karrierechancen im Anschluss ausmalst („Das wird in den nächsten Jahren richtig auf dem Arbeitsmarkt gesucht.“). Beides sind gute Gründe für deine Studienwahl.

Weniger gute Gründe für eine Studienwahl sind die Wünsche und Erwartungen deiner Eltern oder weil du unbedingt in eine bestimmte Stadt oder Region ziehen möchtest. Wenn die letzten beiden Faktoren an Relevanz überwiegen, ist die Gefahr groß, dass du nach ein paar Semestern aufgibst oder das Studienfach wechselst, weil es doch nicht das Richtige ist.

Was kann ich tun? Versuche es mit einer Pro-kontra-Liste, falls du mehrere Studienwünsche hast. Vielleicht lassen sie sich auch über die Wahl als Haupt- und Nebenfach kombinieren. In jedem Fall solltest du dir überlegen, in welche berufliche Richtung du im Anschluss gehen möchtest. Das ist natürlich nicht fest, aber ein Ziel hilft dir dabei, Entscheidungen zu treffen.

Wo finde ich Infos? Neben Studienführern, die in Papierform meistens in Schulen verteilt werden, kannst du auf hochschulkompass beim Deutschen Akademischen Austauschdienst nach Studienfächern suchen. Letzter bietet eine Studienfachsuche bei ausländischen Unis an, falls du über die Landesgrenzen hinaus nach deinem Wunschstudium schauen möchtest.

Du weißt, wo du studieren willst.

Willst du an einer Universität studieren, möglichst weitläufige Einblicke erhalten oder an speziellen Programmen teilnehmen? Oder möchtest du an einer (Fach-)Hochschule mit einem höheren Praxisanteil lernen? Beides hat Vorteile. Neben der Suche nach der Hochschulform ist auch der Ort wichtig: Welche Städte und Regionen bieten dein Studium an? Wie ist Unterbringung für Studierende vor Ort geregelt? Gibt es Studentenwohnheime oder günstige Wohnungen? Ist die Infrastruktur so ausgebaut, dass du gut zur Uni bzw. Hochschule und zum Einkaufen, zum Sport oder zum Ausgehen kommst?

Was kann ich tun? Suche dir drei bis vier Ziele heraus, die dich besonders reizen. Liegen sie in der Nähe, kannst du mit einer Freundin oder einem Freund am Wochenende in den Ort per Zug reisen und dich umschauen. So bekommst du einen Eindruck von der Stadt und ein Gefühl für deine mögliche Zukunft dort.

Bei weiteren Entfernungen solltest du mit deinen Eltern sprechen. Vielleicht unterstützen sie dich und unternehmen mit dir einen Tagesausflug an deinen Wunschort. Dann kannst du dir auch gleich die Uni anschauen.

Wo finde ich Infos? Allgemeinere Informationen zu einzelnen Studienstandorten und Hinweise von Studierenden bekommst du auf Uni- bzw. Hochschulmessen. Sie beraten dich zu allem, was neben deinem Wunschstudium zu einer guten Studienerfahrung gehört. Außerdem bieten die Universitäten und Hochschulen Informationstage für Studieninteressierte an, die du besuchen kannst.

Du weißt, bei wem du studieren willst.

Du weißt jetzt, welches Fach dich am meisten interessiert. Aber was daran ist es ganz konkret, über das du mehr erfahren möchtest? Welcher Schwerpunkt interessiert dich? Bietet der Studiengang an deiner Lieblingsuni vielleicht Programme oder Exkursionen an, die spannend sind? Je mehr du weißt, desto besser kannst du deine Bewerbung darauf zuschneiden. Außerdem kannst du dein Studium von Anfang an so gestalten, wie du es dir erträumt hast.

Was kann ich tun? Frage ehemalige oder aktuell Studierende des Studienfachs nach ihren Erfahrungen. Viele teilen in sozialen Netzwerken, wie Facebook, ihre Erfahrungen in Gruppen mit.

Wo finde ich Infos? Schaue ins Vorlesungsverzeichnis oder auf den Webseiten der Institute nach, die dich interessieren. Du findest dort die Kursübersichten der Bachelor-, Master- und Examensstudiengänge. Die Dozierenden veröffentlichen dort auch die Listen ihrer Publikationen, sodass du einen Einblick bekommst, wer sich womit beschäftigt. Das zeigt dir, wie groß dein Studienfeld ist und welche Möglichkeiten du bislang vielleicht noch gar nicht kanntest.

Du hast einen Masterplan.

Jetzt kommt es auf deinen Durchblick an. Der Fokus liegt auf den benötigten Unterlagen für die Bewerbung und den Zeiträumen, die es für eine pünktliche Bewerbung zu beachten gilt. Auf einige Studienplätze bewirbst du direkt bei den Unis und Hochschulen, bei anderen läuft die Bewerbung komplett über die zentrale Vergabestelle hochschulstart. Hast du den Bewerbungsschluss im Blick? Dann fange so bald wie möglich an. So kommt keine Panik auf. Da das Ausfüllen der Online-Formulare für die Bewerbung teilweise bis zu 20 Minuten dauern kann, solltest du dir genug Zeit dafür lassen.

Was kann ich tun? Besorge dir einen Tischkalender oder hefte dir einen Zeitplan an die Wand deines Arbeitsplatzes. So hast du deinen Masterplan mit allen Schritten, z. B. „Unterlagen zusammensuchen“, „Motivationsschreiben verfassen“, „Online-Zugang anlegen“, im Blick. Nimm dir nur so viel auf einmal vor, wie du realistisch schaffst. Wenn du dich nur bei drei Universitäten bewerben willst, benötigst du weniger Zeit, als wenn es etwas mehr sein darf. Plane großzügig.

Wo bekomme ich Infos? Solltest du dir unsicher sein, ob du z. B. ein Zertifikat über deine Englischkenntnisse mit einer Bewerbung für einen internationalen Studiengang einreichen musst, frage bei der Studienberatung der Universität bzw. der Hochschule nach. Auch auf der Seite von hochschulstart findest du in der Studienfach-Datenbank alle Hinweise.

Du hast deine persönlichen Cheerleader.

Teile deine Überlegungen, Unsicherheiten und Ängste mit deiner Familie und deinen Freundinnen und Freunden. Diese haben entweder ähnliche Erfahrungen gemacht oder befinden sich in der gleichen Situation wie du. Sie können dich motivieren und dich beruhigen, solltest du einmal zu nervös wegen einer Bewerbung sein. Ein bisschen Anfeuern bewirkt Wunder für die eigene Motivation.

Was kann ich tun? Verschließe dich nicht vor deiner Familie und den Freundinnen und Freunden. Es ist normal, aufgeregt zu sein und nicht gleich alles auf Anhieb zu verstehen. Wer dich gut kennt, kann dir bei der Entscheidung für ein Wunschstudium oder einen Studienort helfen. So kann vielleicht sogar jemand noch einmal auf deine Bewerbung schauen, damit du sie guten Gewissens abschicken kannst.

Und falls es doch nicht klappt?

Dann ist zum Glück nichts verloren. Du hast mehrere Möglichkeiten, an dein Wunschstudium zu gelangen. Eine Möglichkeit ist es, zu warten. Durch Wartesemester erhöht sich die Chance, dass du wenige Jahre später dein Studium beginnen kannst. Die Zeit kannst du nutzen, um praktische Erfahrungen in deinem Wunschberuf zu sammeln oder z. B. ein freiwilliges Jahr einzulegen. Wichtig ist, dass du während dieser Zeit an keiner anderen Universität oder Hochschule eingeschrieben bist.

Einige versuchen, im Laufe eines begonnen Studiums das Studienfach zu wechseln. Leider ist das meistens eher umständlich, sodass du diese Variante vermeiden solltest. Du kannst auch mit anderen den Studienplatz tauschen, falls du zwar das richtige (zulassungsbeschränkte) Studienfach aber am falschen Ort zugelassen wurdest. Dabei musst du natürlich Glück haben, aber einen Versuch ist es wert.

Du kannst auch noch einmal überlegen, ob du statt deines Erstwunschs vielleicht ein ähnliches Studium in dem Bereich spannend findest. Dann versuche es im nächsten Semester damit und sammle in der Zwischenzeit Praxiserfahrung oder besuche einige vorbereitende Unikurse, um einen guten Start in dein Traumstudium hinzulegen.

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