Wie funktioniert die Rente?

Wovon lebt man, wenn man alt ist? Wenn man nicht mehr arbeiten geht und nicht im Lotto gewonnen hat? Das Rentensystem kurz und knapp erklärt.

Es gibt zwei Wege, um dafür zu sorgen, dass du als Rentner bzw. Rentnerin genug Geld zum Leben hast: Das eine ist eine staatliche Altersvorsorge, die der Staat organisiert. Das andere ist eine private Altersvorsorge, bei der du dich zusätzlich absicherst, indem du z. B. eine private Rentenversicherung abschließt.

Die staatliche Altersrente ist eine Form der Sozialversicherung. In Deutschland gibt es seit circa 130 Jahren eine Absicherung, damit Menschen im Alter mit dem Wichtigsten versorgt sind. Die Altersversicherung wurde 1889 von Reichskanzler Otto von Bismarck eingeführt und sollte Arbeitern helfen, die zu alt waren, um weiterarbeiten zu können. Zusammen mit anderen Versicherungen, z. B. der Kranken- oder Pflegeversicherung, bilden diese Versicherungen die Eckpfeiler des Sozialstaats. In dieser Staatsform leben wir noch heute.

Die staatliche Altersvorsorge

Die Voraussetzung dafür, dass man im Rentenalter eine Rente bezieht, ist, dass man selbst gearbeitet hat. Sollte man aus anderen Gründen niemals gearbeitet haben, z. B. durch Krankheit, gibt es andere Absicherungen. Die staatliche Rentenversicherung gehört zum gesetzlichen Versicherungssystem, zusammen mit der Kranken-, Arbeitslosen- und der Unfallversicherung. Dies sind die Sozialversicherungen. Sie garantieren dir, dass du, wenn du nicht oder nicht mehr arbeiten kannst, vor Armut geschützt bist.

Je nachdem, wie lange du gearbeitet und wie viel du dabei durchschnittlich verdient hast, erhältst du im Rentenalter ungefähr die Hälfte von deinem Gehalt monatlich vom Staat als Rente. Das Alter, in dem Erwachsene aktuell in Rente gehen, liegt bei 65 Jahren. Dieses Alter wird aber schrittweise auf 67 Jahre angehoben.

Im Zusammenhang mit der staatlichen Altersvorsorge wird auch immer wieder der Begriff „Generationenvertrag“ genannt. Dieser beschreibt, dass jetzige Erwachsene einen Teil ihres Gehalts in die Rentenversicherung einzahlen. Daraus bekommen jetzige Rentnerinnen und Rentner ihre Rente. Wenn die jetzigen Erwachsenen, also z. B. deine Eltern, zukünftig in Rente gehen und du arbeitest, dann wird das Geld, das du in die Rentenversicherung einzahlst wiederum für ihre Rente ausgegeben. Und so sorgt jede Generation für die nächste.

Die private Altersvorsorge

Es gibt verschiedene Modelle, mit denen du dich zusätzlich absichern kannst, damit du im Alter mehr Geld als die staatliche Rente bekommst.

Eine vom Staat unterstützte private Vorsorge ist die „Riesterrente“. Sie ist vor allen Dingen für verheiratete Paare mit Kindern gedacht, die fest in einem Unternehmen arbeiten. Ihre Vorteile sind, dass sie nicht „abgeschöpft“ werden kann, wenn man mal arbeitslos ist und dass der Staat Geld dazu einzahlt, wenn du die Riesterrente wählst.

Für Menschen, die selbstständig arbeiten, gibt es die „Rürup-Rente“ oder Basisrente, die eine Absicherung ermöglichen soll und ebenfalls staatlich unterstützt wird.

Du kannst auch monatlich Geld in eine Lebensversicherung einzahlen. Dabei schließt du einen Vertrag ab, indem die Versicherung dir garantiert, dass sie dir einen bestimmten Betrag wieder auszahlt – auf einmal oder als monatliche Rente im Rentenalter. Solltest du eine Lebensversicherung mit Fond abgeschlossen haben, und hat dieser im Zeitraum des Vertrags Gewinn gemacht, bekommst du sogar mehr Geld, als du ursprünglich eingezahlt hast. Aktuell befinden wir uns in einer Niedrigzinsphase, sodass es aktuell eher zu Verlusten kommen würde.

Du kannst für die private Altersvorsorge auch investieren, z. B. in Aktien,  Aktienfonds oder Portfolios. Dabei gehst du ein höheres Risiko ein, weil du Verlust machen könntest und das Geld nicht wiederbekommst. Du hast aber gleichzeitig auch die Chance auf mehr Gewinn.

Schließlich kannst du auch in Immobilien investieren, also Häuser oder Wohnungen kaufen, um so entweder für deine eigene Rentenzeit ein sicheres Zuhause zu haben, für das du keine Miete zahlen musst oder um Geld aus Vermietungen zu bekommen.

Welche Variante für dich die richtige ist, hängt von deiner persönlichen Lebenssituation ab. Wichtig ist, dass du dich informierst und abwägst, wie viel Risiko du eingehen möchtest.

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