Backstage bei Y-TITTY

Ob Britney Spears, Justin Bieber, Gandalf, Eminem oder Miley Cyrus ‒ keiner ist vor ihnen sicher. Mit einer Extraportion Humor nehmen sie alles, was ihnen vor die Linse kommt, auf die Schippe. Heraus kommen YouTube-Videos, die an die 18 Millionen Klicks ernten und keinem mehr unbekannt sein dürften. Falls doch: Y-TITTY ist ein junges, deutsches Comedy-Trio, bestehend aus Phil (Philipp Laude), TC (Matthias Roll) und OG (Oğuz Yılmaz), die ihr Hobby zum Traumberuf gemacht haben. Sie produzieren Parodien und Sketche, laden diese auf YouTube hoch und nennen mit über 520.000.000 Videoaufrufen den meistabonnierten YouTube-Kanal Deutschlands ihr Eigen. Wir haben die drei Jungs aus Mittelfranken Backstage vor ihrem Konzert in Berlin getroffen und interviewt. Viel Spaß beim Lesen!

Wie wird man YouTube-Star? Und hattet ihr das im Fokus oder hat es sich glücklicherweise einfach so ergeben?

Phil: Das hatten wir nicht im Fokus. Es war eher so, dass wir das erste Video aus Langeweile auf YouTube hochgestellt haben und sich daraus einfach ein Hobby entwickelt hat, eine ganz große Leidenschaft. Das steckt auf jeden Fall dahinter, wenn man auf YouTube erfolgreich werden möchte, dass man einfach was macht, wo man tausend Prozent dahinter steht und nicht mit dem Wunsch YouTube-Star zu werden. Überhaupt: Dieses Starding gibt es auf YouTube nicht. Es ist wichtig, dass man auf einer Wellenlänge, einer Augenhöhe mit den Leuten ist, die zuschauen. Einfach real sein ̶ keep it simple and social ̶ sag ich da immer.

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Hattet ihr bestimmte Vorbilder?

TC: Wir haben Bully-Filme geschaut und waren große Fans davon. Philipp und ich sind auch Blutsbrüder durch die Filme geworden. Helge Schneider ist auch ein Vorbild und viele YouTuber aus Amerika wie Smosh oder Lonely Island.

Wie wart ihr in der Schule? Was waren eure Lieblingsfächer?

OG: Ich hatte wohl die Lieblingsfächer, die niemand mag: Mathe, Chemie und Physik.

TC wirft ein erschütterndes „Oh Gott!‟ ein.

OG: Ich hatte auch Mathe- und Chemie LK und hätte mir auch vorstellen können, was in die Richtung zu studieren. Wenn es irgendwann soweit kommt, das YouTube aus irgendeinem Grund gelöscht wird und ich nie wieder was in die Richtung machen kann, dann studiere ich vielleicht Mathe. In den anderen Fächern war ich sonst eher ein unterdurchschnittlicher Schüler.

TC: Meine Lieblingsfächer waren Sport, Geschichte und Deutsch. Bei mir ist es eh allgemein so, wenn ich mich für was richtig interessiere, dann gehe ich da auch auf und arbeite dann so lange daran, bis es gelingt. Es gab auch Fächer, die ich richtig gehasst habe, wie Chemie und Mathe und da war ich dann auch richtig schlecht drin.

Phil:
Und in Reli oder?

TC: Nee, in Religion war ich richtig gut, da hab ich einfach immer „Gott hat uns alle lieb‟ bei jeder Ex geschrieben und habe dann immer noch einen Extrapunkt bekommen.

Phil: Physik war ein Lieblingsfach von mir und Sport habe ich gehasst, da war ich nie da. Ich habe mir dann halt immer irgendwas „gebrochen“. Einmal habe ich mich mit meinem Sportlehrer gestritten, da hatte ich mir den Fuß verstaucht und dann wollte ich nicht zum Sportunterricht ‒ er meinte aber, dass ich muss.

OG: Du hast ihn dir nicht wirklich verstaucht!

Phil: Joa, aber ich wollt halt nicht spielen. Nee, aber in Physik hatten wir einen klasse Lehrer, der hat es echt geschafft, einen richtig in das Thema mit reinzunehmen. Und dann macht es auch Spaß. Ich denke, dass ist auch viel vom Lehrer abhängig.

Habt ihr lustige Schulgeschichten auf Lager?

TC: Wir waren da alle echt unterschiedlich. Für mich würde ich sagen, dass ich da auch Sachen aus jugendlichem Leichtsinn heraus gemacht habe, die ich so heute nicht mehr machen würde. Ich war kein Heiliger, glaube ich.

Phil: Der TC war ein ganz schön Frecher. In Religion hat er mal ein Strafreferat über Buddha halten müssen. Da dachte er sich dann: ‚Ok, halte ich eben ein Referat über Budd(h)a!’ und hat dann erzählt, wie Budda gemacht wird, Entstehungprozesse und so …

TC: Wir kommen ja aus Mittelfranken und da sagt man zu Butter eben Budda. Unser Religionslehrer wollte dann auch, dass ich aufhöre, aber ich habe es dann durchgezogen.

OG: Ich habe nur so kleine Sachen gemacht. Z. B. hab ich mich mit unserem Schulleiter nicht so verstanden und hab mich mal aus Jux auf seinen Parkplatz gestellt.

Phil: Den mochte und mag ich immer noch nicht. Kannst du auch ruhig so schreiben.

Was wärt ihr, wenn ihr keine YouTube-Stars wärt?

Phil: Astronaut

OG: Professor oder Ingenieur

TC: Polizist

Ihr mögt die Bezeichnung „YouTube-Stars‟ nicht so, oder? Aber wie soll man euch anders beschreiben?

OG: Drei Typen, die YouTube machen.

Phil,TC,OG: Drei total coole, am Boden gebliebene, sympathische, freshe, gutaussehende, modelgleiche, adoniskörperhabende Engelsgestalten.

Phil: Wir mögen es deswegen nicht, weil YouTube davon lebt, dass es sozial ist. Man ist mit den Leuten in Kontakt und dass ist eben nicht dieses unerreichbare Starding und deswegen wollen wir uns da einfach nicht so sehen.

OG: Es sollte eigentlich ein neues Wort dafür geben ‒ nicht Star und auch nicht YouTube-Star, sondern irgendwie so eine Art neue Generation von …

Phil: YouTuber selber sprechen von sich halt auch nur von „YouTubern‟.

Wie habt ihr denn damals euren Schulalltag etwas aufgepeppt?

Phil: Den „Urwald‟ fand ich immer ganz lustig. Das war, wenn irgendein Schüler in der Klasse angefangen hat, ein Urwaldgeräusch im Unterricht nachzumachen und dann steigen nach und nach alle ein und dann hat man irgendwann so einen richtigen Geräuscheteppich.
Ansonsten hab ich Theater gespielt und das war wirklich mit eines der tollsten Sachen, die ich in meinem Leben gemacht habe. Für meine Entwicklung war das echt wichtig und auch für Y-TITTY. Man lernt einfach ganz viel fürs Leben, über sich selbst und wie man sich präsentieren kann.

OG:
Ich war Schiedsrichter und das gab mir das, was Phil das Theaterspiel gegeben hat.

Zu Phil: Du bist ja dadurch auch selbstbewusster geworden. Vorher warst du auch eher der Schüchterne. Und bei mir kam das dann eben durch das Schiedsrichtern.

TC: Du warst sogar voll gut!

Was sagen eure Eltern zu eurem Beruf?

TC: Die sind voll stolz. Klar, am Anfang haben die sich schon Sorgen gemacht. Es ist ja jetzt auch nicht der sicherste Job, aber mittlerweile sind sie sogar richtige Fans geworden und schauen sich unsere Videos an.

OG: Es gibt halt sowas noch nicht so lang und daher hat man auch keinen Vergleich, der mit den YouTubern aus den USA ist da ja schon ein anderer.

Woran merkt ihr, dass ihr berühmt seid?

Phil: Am deutlichsten merkt man es halt bei Events und Konzerten. Im Internet hast du immer nur eine Zahl stehen. Wenn da 18 Millionen unter dem Video steht, dann merkt man schon, dass das ein relativ hoher Prozentsatz von Deutschland sein muss, der dieses Video gesehen hat. Aber richtig realisieren tut man es dann trotzdem nicht, weil es eben nur eine Zahl ist. Aber wenn man dann die Leute bei den Konzerten erlebt, wie sie deine Songs in- und auswendig mitsingen können, dann realisiert man es am besten. Und im Privaten ist es echt nicht so schlimm, wenn man probiert, ganz normal weiterzumachen. Ich kann mir aber gut vorstellen, wenn man sich abschottet, dass es dann richtig lästig und unangenehm werden kann.

Klar, wenn ich jetzt U-Bahn fahre und später auf Twitter lese: „Philipp, wieso schaust du denn so traurig in der Bahn, geht’s dir heut nicht gut?“ ‒ dann wird mir schon bewusst, dass ich öfter mal beobachtet werde, ohne dass ich es merke. Aber, drauf geschissen, ist halt so.

OG: Es hat schon gedauert, bis man das eingesehen hat, vor allem weil wir vom Dorf kommen, wo sowieso jeder jeden kennt. Aber als wir dann in Köln waren, das war schon krass. Das ist eine viel größere Stadt und du wirst irgendwie immer erkannt. Nur bei uns ist es halt cool, dass die Leute nicht direkt kommen und Fotos machen wollen, sondern manche sagen einfach nur „Hallo‟ oder schauen und gehen dann weiter, ohne dich lange zu beobachten. Ich glaube, anderen ergeht es da schon schlimmer.

Vielen Dank für das Interview

Titelbild: ©sofatutor.com

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