Deutsch: So schreibst du eine Gedichtinterpretation

Du musst eine Gedichtinterpretation schreiben? Du weißt aber nicht, wie das geht? Wir zeigen es dir – Schritt für Schritt.

Was ist eine Gedichtanalyse?

In einer Interpretation wird die tiefere Bedeutung eines Gedichts herausgearbeitet. Dabei werden formale Aspekte analysiert und mit dem Inhalt in Verbindung gebracht. Eine Gedichtanalyse besteht aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss.

Vorbereitung

Du solltest das Gedicht mehrmals und sehr gründlich lesen. Um den Klang des Gedichts zu erfassen, solltest du es auch laut vorlesen. Während des Lesens notierst du dir alle Auffälligkeiten, erste Gedanken und Fragen.

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Wie schreibt man eine Gedichtinterpretation?

Einleitung der Gedichtanalyse

Die Einleitung führt in das Gedicht ein und bereitet den Leser bzw. die Leserin auf den Hauptteil, also die Interpretation, vor. Sie sollte nicht länger als zwei oder drei Sätze sein. Folgende Punkte sollte die Einleitung beinhalten:

  • den Namen des Autors bzw. der Autorin und evtl. weitere Informationen über sie oder ihn
  • den Titel des Gedichts
  • die Gedichtform
  • die Entstehungszeit und evtl. die Epoche
  • eine kurze Inhaltsangabe
  • eine Deutungshypothese, also eine Vermutung, die später bestätigt oder widerlegt wird

Gedichtinterpretation

Hauptteil der Gedichtanalyse

Der Hauptteil umfasst die Analyse und die Interpretation des Gedichts. Er nimmt zwei Drittel des gesamten Aufsatzes in Anspruch. Hier werden die formalen und die inhaltlichen Merkmale des Gedichts in einen Zusammenhang gesetzt.

Schritt 1: Merkmale der Form

Du solltest nun also die Form des Gedichts herausarbeiten:

  • Wie viele Strophen umfasst das Gedicht?
  • Wie viele Verse sind in einer Strophe enthalten?
  • Welches Versmaß (z. B. Jambus, Trochäus, Daktylus, Anapäst) wird verwendet?
  • Welche Reimschemen (z. B. Kreuzreim, Paarreim, Haufenreim, umarmender Reim, Kettenreim, Kehrreim) sind zu erkennen?

Schritt 2: Besonderheiten der Sprache

Als Nächstes legst du den Fokus auf die sprachliche Gestaltung des Gedichts:

  • Welche rhetorischen Mittel (z. B. Metapher, Vergleich, Anapher, Alliteration) werden verwendet?
  • Was kann über den Satzbau (z. B. Parataxen, Hypotaxen) gesagt werden?
  • Was ist an der Sprache auffällig? Ist sie leicht verständlich? Werden viele Fremdwörter verwendet? Sind z. B. viele Adjektive vorhanden?
  • In welcher Zeitform ist das Gedicht geschrieben?
  • Welche Wörter werden verwendet? Gibt es z. B. Widersprüche?

Schritt 3: Deutung

Verbindest du nun die formalen und sprachliche Merkmale mit dem Inhalt des Gedichts, vollziehst du eine Deutung. Dabei solltest du folgende Fragen im Hinterkopf behalten:

  • Was sagt der Titel aus?
  • Wie ist das Gedicht inhaltlich gegliedert?
  • Was kann über die Personen oder das lyrische Ich ausgesagt werden?
  • In welchem Zusammenhang steht der Inhalt mit den formalen Merkmalen?
  • Was bewirken die formalen bzw. sprachlichen Merkmale?
  • Welche Stimmung bzw. Gefühle werden hervorgerufen?

Beim Hauptteil solltest du dich an der in der Einleitung formulierten oder in der Aufgabe vorgegebenen Deutungshypothese orientieren.
Gleichzeitig kannst du, falls es dein Lehrer oder deine Lehrerin fordert, dein Wissen über die Epoche in die Interpretation einfließen lassen.

Gedichtanalyse

Schluss

Der Schluss ist nicht viel länger als die Einleitung, etwas drei bis fünf Sätze. Hier wird ein Fazit gezogen. So werden die Ergebnisse in wenigen Sätzen zusammengefasst und mit der Arbeitsanweisung bzw. der Deutungshypothese verknüpft: Kann es diese These bestätigen oder muss sie widerlegt werden?
Ganz am Ende kannst du deinen persönlichen Eindruck zum Gedicht formulieren.

Gedichtanalyse

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Titelbild: © jokirev/shutterstock.com

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