Ersti-ABC: Was du zum Studienbeginn wissen musst – Teil I


Teil I Von A wie Audimax bis H wie Hiwi


A wie Anwesenheitspflicht, AStA und Audimax

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Anwesenheitspflicht

Für Vorlesungen oder Seminare, die man schein- oder modulpflichtig belegt, gilt eine Anwesenheitspflicht, da man dort auch in der Regel Hausarbeiten oder Klausuren ablegen muss, um entsprechende Bestätigungen zu erhalten. Dazu zählt auch das regelmäßige Erscheinen. Je nach Reglement des Professors kann schon ein zweimaliges unentschuldigtes Fehlen (pro Semester) dazu führen, dass du nicht zur Klausur zugelassen wirst, bzw. die Berechtigung zur Hausarbeitsabgabe entfällt und du damit den Kurs umsonst gemacht hast. Also, verschlafen zählt hier nicht und gilt nur für zusätzliche Veranstaltungen, die du in deinem ersten Semester vielleicht noch voller Euphorie und Wissbegierde freiwillig belegst, weil dir deine mit 50 Stunden vollgestopfte Semesterwoche immer noch zu leer erscheint.

AStA (StuRA)

Der AStA ist der Allgemeine Studierendenausschuss, der die Interessen von Studentinnen und Studenten einer Universität oder Hochschule vertritt. An manchen Universitäten gibt es auch den StuRA – den Studentenrat – der den AStA und das Studentenparlament ersetzt.

Audimax

Das „Auditorium maximum” (kurz Audimax) ist der größte Hörsaal einer Hochschule. Vor allem Massenstudiengänge wie BWL oder Jura haben dort Vorlesungen. Kleine Studienfächer wie Europäische Geschichte oder Romanistik dürfen maximal zu Einführungsveranstaltungen oder besonderen Festivitäten auf den Rängen Platz nehmen oder ihre Klausuren dort schreiben, weil die Abschreibgefahr in einem Saal mit z. T. meist 1 000 Plätzen bei zehn Prüflingen nahezu bei Null liegt.


B wie Bachelor und BAFöG

Bachelor

Der Bachelor ersetzt die traditionellen Abschlüsse Diplom, Staatsexamen und Magister. Nur wenige Studiengänge wie Medizin oder Jura sind davon bisher ausgenommen. Zunächst wehrten sich die deutschen Unis, das mit dem Masterabschluss kombinierte angelsächsische System zu übernehmen. Mittlerweile ist die Umstellung fast überall vollzogen. Das Bachelor- und Mastersystem soll die Studienzeit verkürzen, die internationale Anpassung fördern und so Auslandssemster und Chancen auf dem internationalen Arbeitsmarkt erleichtern.

BAFöG

BAFöG ist die Abkürzung für das Unwort: „Bundesausbildungsförderungsgesetz”. Es ermöglicht Studenten aus weniger wohlhabenden Familien, sich ein Studium zu leisten. Der Höchstsatz dieser staatlich finanzierten Zuwendung beträgt um die 600 Euro monatlich und wird nach dem Einkommen der Eltern bemessen. Einige Jahre nach Beendigung des Studiums muss man die Hälfte der Finanzspritze zurückzahlen, maximal aber 10 000 Euro, ohne Verzinsung und berechnet nach dem derzeitigen Einkommen.


C wie Campus, Credit Points und c. t.

Campus

Der Campus ist der zusammenhängende Komplex einer Universität. Die Lehr- und Forschungszentren, Mensa, Bibliotheken und auch möglicher Wohnraum (Studentenheime) sind auf einer Gesamtfläche vereint. Nach klassisch-europäischen Modell sind Universitäten aber in die Stadt integriert, wie heute auch noch in Bamberg, Münster oder Halle. Campusanlagen können richtige Schätze sein, wie z. B. in Bonn, wo man in einem Schloss mit Hofgarten studiert. Aber auch Städte- oder Streuunis wie Bamberg, als Weltkulturerbe, können wunderschön sein, wenn man früh mit dem Rad zur Uni durch die Altstadt fährt – dort, wo andere Leute Urlaub machen.

Credit Points

Credit Points werden im Rahmen des ETCS vergeben, des „European Credit Transfer and Accumulation System”. Es soll gewährleisten, dass die Leistungen an Unis in Europa vergleich- und anrechenbar sind, wenn man z. B. einen Wechsel der Uni anstrebt, auch ins Ausland. Credit Points sind Leistungspunkte, die man sich für Leistungsnachweise wie Hausarbeiten oder Klausuren anrechnen lassen kann. Je mehr Credit Points für eine Veranstaltung vorgegeben sind, desto mehr Arbeit macht ein entsprechendes Modul, was man dadurch ablegen kann. Diese Art der Bewertung ist vor allem bei Bachelor- und Master-Studiengängen vorherrschend. Bei alten Abschlüssen wie Diplom, Staatsexamen oder Magister sammelt man noch Scheine.

c. t. (lat. „cum tempore”= „mit Zeit”)

An Unis ticken die Uhren anders, nämlich nach akademischem Zeitfenster. So beginnt eine Vorlesung, deren Beginn im Vorlesungsverzeichnis mit 10:00 Uhr c. t. angegeben ist, erst 10:15 Uhr – die berühmte „Akademische Viertelstunde”. Fängt eine Veranstaltung doch mal pünktlich an, also um 10:00 Uhr, dann wird dies meist mit s. t. im Vorlesungsverzeichnis versehen. S. t. ist die lateinische Abkürzung für „sine tempore”, was „ohne Zeit” heißt.


D wie Dekan und Dissertation

Dekan

Der Dekan ist der „Boss” einer Fakultät. Studierst du z. B. Germanistik, dann gehörst du zu der Fakultät der Sprach-und Literaturwissenschaft. Dort gibt es dann den Lehrstuhl der Linguistik, der Älteren Deutschen Philologie, der Neuen Deutschen Literaturwissenschaft usw. Und ein Professor dieser Fakultät, egal von welchem dieser Fachzweige, ist dann immer der Dekan und hat den ganzen bürokratischen Aufwand zu bewältigen, am einfachsten ist da vielleicht noch die Unterzeichnung der Zwischenzeugnisse. Neben den laufenden Verpflichtungen eines Professors ist das Amt des Dekans eine ganz schöne Bürde, aber jeder ist mal dran. Wenn dein Professor also auch Dekan ist, dann wundere dich nicht, wenn er auf Mails spärlich reagiert oder nur sehr begrenzte Sprechzeiten hat.

Dissertation

Eine Dissertation ist eine Doktorarbeit, die man im Anschluss des Studiums schreiben kann. Sie empfiehlt sich für jene, die wissenschaftlich einiges auf den Kasten haben, gern Fußnoten zählen und bei Hausarbeiten schon die Abgabe halber Romane verteidigen mussten. Und der lange Atem vom Studium muss noch weit reichen, denn so eine „Diss” kann zwischen drei und fünf Jahre in Anspruch nehmen, oft sogar noch länger, je nach Forschungsschwerpunkt, Quellenlage, Fachgebiet, eigener Motivation und auch finanzieller Lage.


E wie Erasmus, Erstis und Examensarbeit

Erasmus

Erasmus ist ein Programm der Europäischen Union und wurde nach dem Humanisten Erasmus von Rotterdam benannt. Im Rahmen des Erasmus-Programms kannst du als Studentin oder Student, wenn du ein anderes Land kennenlernen willst, ein Erasmus-Stipendium in Anspruch nehmen. Das erleichtert dir vor allem in finanzieller Sicht den Aufenthalt im Ausland, weil man keine Studiengebühren zahlen muss und auch eine monatliche Förderung erhält.

Erstis

Erstis sind die Erstsemsterstudentinnen und -studenten, sprich: Studienanfänger, zu denen du am Anfang auch gehörst, wenn du vorhast, zu studieren. Ersti war jeder mal und steuerte orientierungslos über den Campus, wusste nicht, dass man in der Mensa nicht mit Bargeld zahlt und dass der eine Prof eine Vorliebe für ungebremste Ironie hat, mit der man frühestens nach dem ersten Semester umzugehen weiß. Ältere Semester wollen das meist nicht mehr so wahrhaben, sind genervt von Erstis und machen sich über sie lustig. Aber da musst du drüber stehen, dauert ja nicht lange und dann kommt wieder eine neue Fuhre an die Uni und du bist aus dem Schneider.

Examensarbeit

In vielen Bundesländern muss man vor dem Abi eine Facharbeit ablegen. Das nervt vielleicht in dem Moment, ist aber als Vorbereitung für das Studium gar nicht so verkehrt, auch wenn hier vielleicht nochmal ein anderer Wind in Sachen Hausarbeiten weht. Aber zumindest sind damit schon mal mehr als zehn Seiten aufs Papier gebracht. Krönender Abschluss des Studiums sind die Examens-, Bachelor-, Zulassungs-, Diplom- und Masterarbeiten, die gerne mal 100 Seiten haben dürfen und ohne die man keinen Abschluss bekommt. Sie machen neben nervigen Prüfungen die letzten Züge des Studentenlebens zur Tortur und sind weniger bis gar nicht ereignisreich. Partys, Sonnenbaden und WG-Nächte werden über Monate gegen stupide Schreibtischarbeit, viereckige Augen, Rückenschmerzen und volle Fernleihkonten (siehe F wie Fernleihe) getauscht. Wer zu Hause am Schreibtisch nicht richtig arbeiten kann, sollte gleich den Zweitwohnsitz in der Unibibliothek anmelden und sich beim nächsten Besuch von Mutti die Mensakarte ordentlich aufladen lassen.


F wie Fachschaft, Fernleihe und Fußnote

Fachschaft

Die Fachschaften einer Uni sind so was wie die Schülervertretung an der Schule. Jede Fakultät besitzt eine und wird von erfahrenen Studierenden höherer Semester vertreten, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen, vor allem dir als Ersti. Daneben organisieren sie die besten Uni-Partys, besitzen eine eigene Kaffeemaschine und backen sich gegenseitig Kuchen. Gelegentlich haben sie auch ein paar Tipps, was Professoren und deren Leistungsanforderungen angeht.

Fernleihe

Die meisten Uni-Bibliotheken sind gut bestückt. Gehören Bücher nicht zum Bestand, die du aber für brauchst deine Hausarbeiten brauchst, kannst du sie über die Fernleihe deiner Uni bestellen. Das heißt, sie kommen von einer anderen Uni-Bib aus dem Bibliotheksverbund und du kannst sie über deine Uni aus von dort eine Weile ausleihen.

Fußnote

Mit einer Fußnote belegst du durch die Angabe des Autors, des Titels, des Erscheinungsortes, des Jahres und der Seitenzahl in deiner Hausarbeit ein Zitat, wenn du Wissen aus anderen Quellen (Buch, Zeitschrift, Internet usw.) als deinem eigenen Gehirn schöpfst. Wie das genau geht, wird dir in Einführungsseminaren gezeigt, also keine Panik. Es gehört einfach einige Übung dazu, nicht zuletzt, weil jeder Professor meist seine eigene Zitationsvorstellung hat. Aber da kommt man schnell rein und es sieht echt wissenschaftlich aus, wenn man am Ende eines Blattes noch einen Balken Nachweise anführt, was man alles gelesen hat.


G wie Grundstudium und Gruppenarbeit

Grundstudium

Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für das Studium. Da wird man vollgepumpt mit allen wichtigen Grundlagen, lernt die wissenschaftlichen Techniken des Faches kennen und schreibt eine Klausur nach der anderen. Im Hauptstudium, was an das Grundstudium anschließt, geht es dann mehr um die Anwendung und Vertiefung des Ganzen.

Gruppenarbeit

In der Gruppe eine Klausur schreiben oder am besten noch den Abschluss machen, das wärs … So ist Gruppenarbeit an Unis aber nicht zu verstehen. Hingegen ist es Gang und Gäbe, sich in Gruppen Inhalte anzueignen, auch während eines Seminars, Referate gemeinsam vorzubereiten und auch zu halten oder privat einfach in Lerngruppen gemeinsam zu ackern.


H wie Hiwi, Hochschulsport und Hörsaal

Hiwi (Hilfswissenschaftlicher Mitarbeiter)

Die Tätigkeit als Hiwi ist eigentlich einer der besten Studentenjobs, die man während des Studiums haben kann. Man verdient nämlich nicht nur Geld, sondern bekommt auch noch Einblicke in den akademischen Alltag, was viele Verständnisfragen erleichtert und einen einfach besser durchblicken lässt. Zudem hat man immer Kontakt zu seinen Dozenten und wenn man sich nicht zu dumm anstellt, kann das hinsichtlich der Suche nach einem Betreuer für die Abschlussarbeit usw. durchaus dienlich sein.
Natürlich ist der Hiwijob auch geprägt von typischen Büroarbeiten wie kopieren, Kaffee kochen, Post sortieren, Bücher schleppen und die Flüge für Professors Forschungsreisen buchen usw. Er ist immer heiß begehrt, der Hiwijob. Also immer schön im Proseminar mitarbeiten und gute Hausarbeiten abliefern.

Hochschulsport

Jede Uni bietet ein reiches Programm an Sportmöglichkeiten, vor allem jene, an denen man auch Sport studieren kann. Von Yoga über Fußball bis Skigymnastik ist da alles dabei, um seine müden Glieder vom vielen Sitzen in Wallung zu bringen und den rauchenden Kopf mal durchzupusten.

Hörsaal

Wenn du fleißig bist – dein zweiter WohnSITZ. Wohnzimmeratmosphäre und Bequemlichkeit wirst du da aber schmerzlich vermissen. Auf unbequemen Klappstühlen sitzend und an viel zu kleinen Klapptischen darum (anfänglich) bemüht mitzuschreiben, quälen sich hunderte von Studierenden tagtäglich zu zähen zweistündigen Vorlesungen, die es, mal mehr mal weniger, schaffen, deinen Puls in Tiefschlafrhytmus einzulullen. Vergiss die Debatte vom Frontalunterricht an Schulen – Vorlesungen bieten die Pole-Position für Fronteinsätze in Sachen Vermittlung. Aber zum Glück gibt es ja noch Seminare.

Teil II: Von I wie Immatrikulation bis Q wie Quarktasche findest du hier

und Teil III: Von R wie Rückmeldung bis Z wie ZVS hier


Titelbild: ©Stokkete/shutterstock.com

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