Internetsucht: Wann ist viel zu viel?

Alle sind online und fast jede Person nutzt täglich Apps zur Kommunikation über das Smartphone. Gibt es also so etwas wie Internetsucht? Und wie äußert sie sich?

Was meint Internetsucht?

In jedem Fall meint eine Sucht ein zwanghaftes Verhalten, bei dem du selbst nicht mehr kontrollieren kannst, wie du dich zu einer Sache verhältst. Beim Internet bedeutet das nicht nur stundenlanges Online-Spielen oder Chatten mit Freundinnen und Freunden. Es geht noch stärker darum, ob du dich bewusst dazu entscheiden kannst, diese Situation zu verlassen, um dich einer anderen Beschäftigung zu widmen.

Musst du morgens als Erstes Instagram aufmachen, um zu sehen, wer sich bei dir gemeldet hat?
Musst du unbedingt am Abend Fortnite spielen, da du sonst nicht abschalten kannst?

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Ein weiterer Hinweis auf ein Suchtverhalten ist, wenn du, während du etwas offline machst, z. B. dich mit anderen triffst, dennoch ständig am Smartphone bist, weil du sonst das Gefühl hast, etwas zu verpassen.

Es kann auch sein, dass du selbst gar nicht so viel Zeit online verbringen möchtest, wie du es aktuell tust. Doch du kannst es nicht lassen.

Und eine persönliche Horrorvorstellung von dir wäre es, wenn der Akku deines Handys leer wäre oder du den Laptop verlegst und keinen Zugriff auf deine wichtigsten Internetseiten und Apps hättest.

Wie viel „Sucht“ ist normal?

Das Problem ist, dass der Übergang zwischen häufigem Internetkonsum und einer Abhängigkeit fließend ist. Denn jeder tut es: 94 Prozent aller Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren nutzen täglich das Smartphone. Fast genauso viele (91 Prozent) sind jeden Tag im Internet. Und verbringen dort gute zwei Stunden. Aber das ist noch nicht mal der Großteil. Inklusive Smartphone-Zeiten, in denen du deine Apps und Messenger checkst, kommen amerikanische Teenager mittlerweile auf neun Stunden. Bei deutschen Jugendlichen wird es vermutlich nicht so viel anders sein.

Es ist also nicht ungewöhnlich, dass du online bist. Wenn du aber das Gefühl hast, nicht mehr ohne das Internet sein zu können oder dich danach sehnst, deine Zeit online zu verbringen, wird es schwierig. Dieses Suchtverhalten kann sich auch nur auf einige spezielle Bereiche des Internets beziehen, z. B. Online-Wetten, soziale Netzwerke, Online-Rollenspiele, Informationssuche oder das Schauen von Pornofilmen.

Welche Anzeichen gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von Hinweisen für eine Internetsucht. Dieses Abhängigkeitsverhalten kann sich auch auf bestimmte Apps, Internetseiten oder Spiele beziehen. Nicht alle müssen für dich zutreffen und nicht in jedem Fall ist davon auszugehen, dass du internetsüchtig bist. Dies sind die häufigsten Anzeichen:

  1. Du verbringst den Großteil deiner wachen Zeit am Smartphone oder Laptop/Rechner. Auch wenn es dich teilweise sogar langweilt.
  2. Du hast in letzter Zeit schlechte Noten bekommen und konntest dich nicht so gut auf Referate und Prüfungen vorbereiten, wie du wolltest.
  3. Du chattest oder skypst lieber mit Freundinnen und Freunden, anstatt sie persönlich zu treffen.
  4. Du hast auch mal schlechte Tage, weil du den Abend zuvor sehr lange online warst und zu wenig geschlafen hast.
  5. Du fühlst dich körperlich schlecht und wirst nervös, wenn du keinen Zugang zum WLAN hast oder deine mobilen Daten aufgebraucht sind.
  6. Du nutzt das Internet, um anderen unangenehmen Situationen auszuweichen oder dich abzulenken.
  7. Du streitest dich mit deiner Familie über deinen häufigen Internetkonsum.
  8. Du hast keinen Überblick, wie oft du täglich aufs Handy schaust oder den Browser öffnest und wie lange du dann jeweils im Internet bist.
  9. Du hast den Eindruck, dass du immer mehr Zeit online verbringst.
  10. Du gehst nicht davon aus, dass dein Online-Verhalten schädlich ist, obwohl dich Menschen aus deinem Umfeld darauf hinweisen.
  11. Du hast bereits versucht, weniger Zeit im Internet zu verbringen. Bisher warst du nicht erfolgreich.

Falls du das Gefühl hast, dass du selbst nicht mehr bestimmen kannst, wann du online sein willst, sprich mit deinen Eltern. Sie können dir helfen, dein Internetverhalten zu hinterfragen und schrittweise zu reduzieren. Es hilft auch, wenn du einige Benachrichtigungen von Apps deaktivierst oder die Apps gleich deinstallierst, um die Versuchung zu verringern.

Solltest du allein nicht weiterkommen, gibt es Beratungsstellen, an die du dich wenden kannst:

Titelbild: © Dragana Gordic/shutterstock.com

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