Lust auf eine etwas andere Stadtrundfahrt? Zu Besuch im Berlin Dungeon

Bist du schon mal einem Folterknecht begegnet? Auf einer Peststraße geschlendert oder mit einem „Fahrstuhl des Grauens“ gefahren? Das und noch einige weitere schaurige und witzige Absurditäten begegnen dir im Berlin Dungeon. Schauspieler präsentieren dir in den Tiefen Berlins dessen schaurige Geschichte. Hier kann man einiges lernen.

Zu Gast bei Mönchen, Pestdoktoren und Folterknechten

Es ist 10 Uhr in der Früh und wir warten gemeinsam mit einer Schulkasse darauf, in die dunklen Tiefen Berliner Geschichte einzutauchen. Ein für diese Uhrzeit ziemlich aufgeweckter Hofnarr begrüßt uns und bietet einen kleinen Vorgeschmack auf die kommenden 60 Minuten. „Schlimmer als die 7c kann es nicht werden“, frozelt einer der Lehrer noch, bevor es in den
„Fahrtstuhl des Grauens“ geht und zurück ins 14. Jahrhundert: „Berlins alte Bibliothek“ ist der erste Stopp, wo Pater Roderich, der „hinkende Mönch“, uns bereits erwartet und mit schauderhaften Geschichten aus der mittelalterlichen Vergangenheit schockiert: „Die Spree färbt sich tiefrot“, warnt der Mönch. „Die Pestilenz steht vor der Tür. Der schwarze Tod ist zurück in Berlin.“ Panisch treibt der Mönch uns weiter, damit wir dem „schwarzen Tod“ entfliehen können. Auf der Floßfahrt „Flucht auf der Spree“ soll es 1576 von Berlin nach Cölln gehen. Ein lustig gestimmter Fährmann führt uns vom mittelalterlichen Anlegeplatz der Spree auf das hölzerne Floß. Mit Wind und lautem Getöse geht es los, doch die Flucht scheitert nach wenigen Minuten und wir müssen uns dem „schwarzen Tod“ stellen. Über die „Peststraße“ geht es weiter in ein schauderhaftes Labor, wo man vom Pestdoktor als „leckeres Gulasch“ begrüßt wird. Hier sitzt man dem „schwarzen Tod“ direkt gegenüber: Es wird seziert, die Symptome und Folgen der Pest erklärt und auch der Zuschauer bleibt nicht verschont. Bist du schon einmal mit Blutegeln in Kontakt gekommen?

Verschnaufen ist nicht, denn „Der Folterknecht“ wartet bereits auf uns. Wir befinden uns im Jahr 1618, der Dreißigjährige Krieg steht kurz bevor und die Hohenzollern haben sich auf die Fahnen geschrieben, jeden Verräter zu vernichten. Diese Aufgabe kommt natürlich keinem Geringeren zu, als dem Folterknecht des „grünen Huts“ (ein Teil des Berliner Stadtschlosses). Zungenzange, Haken, Daumenschraube, Kieferbrecher und andere Foltergeräte aus alten Zeiten werden hier, auch an „Freiwilligen“, vorgeführt.

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Zungenzange ©Berlin Dungeon

Wer hier verschont bleibt, den kann es beim „Richter“ treffen. Wir betreten einen Gerichtssaal im Jahre 1679 und die meisten setzten sich schon extra weiter hinten hin. Nacheinander werden drei Schülerinnen und Schüler auf die Anklagebank zitiert und wegen Hexerei, aber auch sinnlosen Belangen angeklagt und verurteilt. Etwas Wahnsinn steht dem Richter schon ins Gesicht geschrieben und so exzentrisch wie der mit den Armen herumfuchtelt, wird schnell klar, dass damals der Wind am Gericht anders wehte als heute. Zudem lässt der Richter keinen schlechten Scherz aus, auch wenn er noch so flach ist. Für heutige Verhältnisse undenkbar.

Der Richter entlässt sein Publikum, indem er jedem beim Herausgehen noch einen Witz reindrückt und führt uns geradewegs in „Die verschollenen Katakomben der Hohenzollern“: Man betritt einen verwinkelten Raum und was man als erstes und von allen Seiten sieht, ist sich selbst: ein Spiegellabyrinth. Die Mädels hängen sich an Ihre Klassenkameraden und wer die Tür nicht findet, wird von einem merkwürdigen Herrn empfangen. Der führt uns durch einen dunklen Tunnel zur nächsten Attraktion, dem Geheimnis um „Die weiße Frau“. Wir nehmen auf Särgen in einer dunklen Gruft im Jahr 1619 Platz und lauschen den irren Warnungen des wahnsinnigen Herzogs Albrecht Friedrich von Preußen, der den Verstand verlor, weil ihn die legendenumworbene „weiße Frau“ heimgesucht haben soll. Gewitter, Wind und Dunkelheit sorgen für allerhand Gekreische, besonders, wenn einem plötzlich selbst die besagte Dame aus dem Nichts in die Augen schaut.

Mit wackeligen Knien geht es zur letzten Station: „Großmann, der Schlächter von Berlin“. Der Tisch in Carl Großmanns Wohnung ist reich gedeckt, doch schnell wird es dunkel und laute Schritte von draußen kündigen einen weniger freundlichen Besuch an. Herr Großmann geht einem zwar im wahrsten Sinne des Wortes durch Mark und Bein, zu Gesicht bekommt man ihn allerdings nicht.

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Friedrichshain im 19.Jhr. ©Berlin Dungeon

Interaktiv Geschichte erleben

Im Berlin Dungeon gibt es nicht nur etwas zum Gruseln und zum Lachen, sondern man kann auch einiges lernen: Ob über Germanische Stämme, die Rebellionen um Kaiser Otto und die Slaven, mittelalterliche Foltermethoden, Symptome und Folgen der Pest, willkürliche Gerichtsverhandlungen oder die eine oder andere Legende am Fürstenhof.

Die Schülerinnen und Schüler, deren Führung wir begleitet haben, fanden es auf jeden Fall
„witzig“, „toll“ und „gut“ und einige Jungs konnten mal ihren Beschützerinstinkt ausspielen. Besonders die „weiße Frau“ hat es ihnen angetan: „Mich hat es zwei Mal erwischt“, betont ein Schüler und lacht.

Wer sich gern erschrecken lässt, schwarzen Humor mag und ein etwas für dunkle und geheimnisvolle Geschichten und Legenden übrig hat, kommt hier sicher auf seine Kosten.

FSK: ab 10 Jahren
Einblick

Titelbild: ©Berlin Dungeon

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