Tschick – wenn Außenseiter reisen

Wenn einen die Eltern alleine lassen und man keine Freunde hat, kann der Sommer langweilig werden. Es sei denn, Tschick taucht auf.

Tschick

© Studiocanal

Dass das der beste Sommer von allen wird, ahnt der 14-jährige Maik Klingenberg (Tristian Göbel) am Anfang der Sommerferien nicht. Denn eigentlich ist nichts gut: Seine alkoholkranke Mutter (Anja Schneider) muss wieder in eine Entzugsklinik und sein Vater (Uwe Bohm) fährt ganz spontan mit seiner Assistentin auf „Geschäftsreise“. Aber das Allerschlimmste: Er ist nicht auf die Party von Tatjana eingeladen, in die er verliebt ist. Alle sind eingeladen, nur er nicht. So sitzt er in der Villa seiner Eltern – allein. Dann taucht Tschick (Anand Batbileg) mit einem „geliehenem“ Lada auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, ist neu in Maiks Klasse und ein Asi: Er läuft herum wie ein Penner, kommt betrunken in die Schule und kotzt auch mal während des Unterrichts auf Tische. Erst will Maik nichts mit ihm zu tun haben und dann steigt er doch in den Lada.

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Ab in die Walachei

Tschick

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Zwei Außenseiter auf Reisen: Viel zu jung, um alleine mit einem Auto durch die Gegend zu fahren, aber alt genug, um strafmündig zu sein, wie Maik später erfahren muss. Das Ziel: die Walachei, wo Tschicks Opa wohnt. In der Walachei landen sie dann auch, aber in Form abgelegener Orte der ostdeutschen Provinz. Hier gibt es nicht viel außer Maisfelder, Kühe, Adel auf dem Radel und Familien, die Risi-Pisi essen. Und dann ist das noch Isa (Mercedes Müller), das Mädchen von der Mülldeponie. Sie stinkt am Anfang ziemlich und ist ein bisschen psycho. Aber sie ist mehr als in Ordnung, findet Maik. Sie lässt ihn spüren, dass er langsam erwachsen wird. Tschick und er lernen auf der Reise fürs Leben: Zum Beispiel, dass man eine Tiefkühlpizza nicht mit einem Feuerzeug backen kann. Und dass man sich unter dem Sternenhimmel unglaublich klein und unwichtig fühlt.

Mut zum Anderssein

Tschick

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Zwar musste der Regisseur Fatih Akin (Soul Kitchen, Gegen die Wand) auf viele Szenen des Bestsellers Tschick von Wolfgang Herrndorf verzichten, doch das Wichtigste ist geblieben: Die Kraft, die die Geschichte ausstrahlt – und diese ist ansteckend. Wie auch Herrndorf in seinem Roman, nimmt Akin seine jugendlichen Protagonisten in ihren Wünschen, Sehnsüchten und Ängsten ernst und geht nicht zimperlich mit ihnen um. Die Zerrissenheit, die die beiden Protagonisten – wunderbar erfrischend und natürlich gespielt von den jugendlichen Hauptdarstellern – umtreibt, spiegelt auch der Film wider: Er ist fröhlich, aber immer schwingt ein wenig Melancholie mit. Er ist lustig, aber auch brutal. Und er beschönt nicht. Denn auch die abenteuerlichste und schönste Reise geht einmal zu Ende. Und der Aufschlag in der Realität kann hart sein. So bleibt eine Zeile im Kopf: „Erstens, man kann über alles reden. Und zweitens, was die Leute denken, ist scheißegal.“

Empfohlen von Vision Kino für den Einsatz im Unterricht: Unterrichtsmaterial, Schulwettbewerb, Schulvorführungen u. ä. findest du auf der Schulseite von TSCHICK.

Fotos: © Studiocanal

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