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11 Dinge, für die Ihnen Ihr Kind einmal dankbar sein wird

Gute Erziehung erfordert Balance: Eltern müssen einen Standpunkt haben, Zurückhaltung üben und Geduld aufbringen. Dieser Balanceakt ist nicht umsonst. Durchhalten – es lohnt sich!

Manieren

Aufstehen, wenn man jemanden begrüßt, nicht mit vollem Mund sprechen, die Hand vor dem Mund beim Niesen … die gute Kinderstube. Was man früh lernt, geht später wie selbstverständlich von der Hand. Ihr Kind wird sich später in der Öffentlichkeit benehmen können, auch wenn sie ihm jetzt beim Mittagessen die Mütze vom Kopf ziehen oder die Ellenbogen vom Tisch schubsen müssen.

Fotoalben

Im Urlaub, zu Hause, beim Geburtstag, zu Weihnachten, Ostern – am liebsten immer: Familienfotos. Das kann Kindern ganz schön auf den Zeiger gehen. Später sind sie aber diejenigen, die die Fotoalben ständig herauskramen. Also nicht nur Fotos machen und unsortiert verstauen oder auf der Festplatte verstauben lassen, sondern ausdrucken und in Alben kleben. Ihr erwachsenes Kind wird später die meiste Freude daran haben.

Streiten

Jeder, der mehr als ein Kind hat, kann ein Lied davon singen – Geschwisterstreit: um die Fernbedienung, den Nutellaanteil auf dem Brötchen, die letzten Chipskrümel, die Spielkonsole usw. Aber solange daraus keine ausufernden Machtkämpfe werden, sollte man Konflikte laufen lassen. Denn die Beziehung zwischen Geschwistern ist eine Art Testphase für jegliche soziale Interaktion. Das Streiten und Vertragen sowie das Schließen von Kompromissen kann man hier gut üben. Denn man kann seinem Bruder oder seiner Schwester nicht gänzlich ausweichen. Das heißt man muss mit den Konflikten leben und umgehen lernen.

Medien dosieren

Eine Kindheit ohne Internet, Fernsehen und Handy gibt es heute nicht mehr. Es bietet viele Vor- aber auch Nachteile. Darüber sollten Sie Ihr Kind aufklären. Diese Medien sind vor allem Zeitfresser. Wenn Sie durch einen gesunden Umgang lenkend in den Konsum eingreifen, schaffen Sie Ihrem Kind Freiräume, die es später zu schätzen weiß.

Zähne

Zähneputzen findet jedes Kind lästig. Doch jedes Drängen, Zwingen und Hinweisen zahlt sich doppelt aus. Denn es erspart Ihrem Kind langfristige Schmerzen und Kosten. Auch die Zahnspange trägt man – je früher desto besser. Denn durch das Wachstum der Zähne bewegen diese sich noch viel mehr. Und ab dem 18. Lebensjahr wird’s noch teurer, weil strengere Voraussetzungen für die Kostenübernahme durch die Krankenkassen gelten.

Sparbücher

Bis zum 18. Geburtstag einen Sparplan abschließen – und zwar gemeinsam. Wenn Ihr Kind z. B. einen Euro einzahlt, legen Sie das Doppelte oben drauf. Es muss nicht viel sein: Kleinvieh macht auch Mist. Und je früher man anfängt, desto besser. Und später kommt zu keiner Diskussion um die Finanzierung des Führerscheins oder der Abireise.

Gesundes Essen

Gesunde Lebensmittel sind so eine Sache für kindliche Geschmacksknospen – aber auch hier gilt: Probieren geht über Studieren. Was man aber wirklich nicht mag, muss dann auch nicht gegessen werden. Sehen Sie Essen nicht in der Trost- oder Belohnungsfunktion. So ein Muster wird man später nur schwer los. Und Süßigkeiten nicht vergessen – denn ein rigoroses Verbot hilft wenig. Denn Verbotenes ist ja bekanntlich am interessantesten. Gut ist es, wenn man einen Ort in der Wohnung hat, an dem die Süßwaren verstaut sind, der Zugang dazu aber auch mit Regeln verbunden ist. Und auch das regelmäßige Familienessen gehört dazu, auch wenn Ihr Kind mit der Zeit vielleicht nicht der größte Fan davon wird. An das Ritual wird es sich später gern erinnern, vor allem wenn es allein in der Studentenbude bei einer 5-Minuten-Terrine sitzt.

Souvenirs und Erinnerungen

Die Briefe aus dem Ferienlager, das selbstgebaute Vogelhäuschen oder die Gedichte zum Muttertag – für Jugendliche nur peinlich, zaubern sie ein paar Jahre später bei jedem erwachsenen Kind ein Lächeln ins Gesicht.

Medizintricks

Es muss nicht beim kleinsten Piksen im Bauch, Kratzen im Hals oder beim Druck im Kopf die Chemiekeule sein. Wer als Kind erfahren hat, dass es auch die Wärmflasche oder der Löffel Honig als erste Instanz tut, wird als Erwachsener nicht gleich in die nächste Apotheke rennen.

Sport

Fast 90 Prozent der Erwachsenen, die in ihrer Kindheit nicht sportlich waren, sind es auch nicht mehr geworden. Demnach: Sport muss sein, aber das Kind darf entscheiden welcher.

Rituale

Rituale sind der Schlüssel zu unseren Erinnerungen: „Jedes Jahr an Weihnachten hat mein Vater …”, „Meine Mama hat immer sonntags …” – diese Sätze lassen sich beliebig erweitern und klingeln bei jedem in den Ohren. Wir definieren uns zum Teil über Rituale und sollten sie daher pflegen.

Titelbild: ©arekmalang/iStock.com

 
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Kommentare

  1. 2. Dez 2013, at 09:59 von Alois Brinkmann

    Schade das es diesen Ratgeber für meine Eltern damals noch nicht gab… Wichtig erscheint mir das mindestens eine Mahlzeit mit der Familie eingenommen wird. Schnell können Probleme hier gemeinsam besprochen werden.
    schöne Grüße aus dem Emsland

  2. 10. Dez 2013, at 07:55 von daniel steinhauer

    ein super ABC und so klar. Leider vergessen die meisten so Erwachsenen Eltern wie sie als Kind wahren.

  3. 30. Jun 2014, at 23:54 von Manuela

    schön

  4. 30. Jun 2014, at 23:57 von Manuela

    schön und gar nicht so schwer zu bewerkstelligen.

  5. 3. Apr 2015, at 10:16 von Sibel Karlik

    wundervolle Zeilen, habe Sie mehr als einmal gelesen! Das wird ein Ausdruck für die Wand

  6. 8. Mai 2016, at 18:57 von christine

    danke für die guten Tipps

  7. 18. Mai 2017, at 10:06 von Anna

    Ich stimme dem Artikel zu. Viele Dinge weiß man als Kind leider nicht zu schätzen und erst als Erwachsener merkt man, wie gut das eigentlich war. Mein Kind soll nun auch eine […] Zahnspange bekommen und ich hoffe, dass sie mir irgendwann danken wird, wenn die Zähne wieder gerade sind. [gekürzt von der Redaktion. Anmerkung: Bitte sehen Sie vom Posten von Werbelinks ab. Vielen Dank!]