Grundschule: So läuft die Schulanmeldung problemlos

Aus Ihrem Kitakind wird bald ein Schulkind – die Einschulung steht bevor. Dabei treten viele Fragen für Eltern auf: Wann sind die Fristen, um mein Kind in der Grundschule anzumelden? Welche Unterlagen sind notwendig? Wie kann mein Kind vorzeitig eingeschult werden? Wir klären auf.

Ab wann beginnt die Schulpflicht für mein Kind?

Mit dem sechsten Geburtstag wird Ihr Kind schulpflichtig. Wird es vor dem Zeitraum der Anmeldefrist des Bundeslandes sechs Jahre alt, findet die Einschulung im kommenden Schuljahr statt. Liegt der sechste Geburtstag nach diesem Zeitraum, wird Ihr Kind erst im darauffolgenden Schuljahr eingeschult. Beispiel:

Ihr Kind feiert am 1. November 2019 den sechsten Geburtstag und Ihre Familie wohnt in Bayern. Damit wird es vor der Anmeldefrist schulpflichtig und im September 2020 eingeschult.

Die Anmeldefristen für das jeweilige Bundesland finden Sie in der nachfolgenden Tabelle. Genaue Informationen erhalten Sie von Ihrem Schulträger oder vom Schulverwaltungsamt.

Woher weiß ich, auf welche Grundschule mein Kind kommt?

Das Ende der Kitazeit ist vor allen Dingen für Eltern aufregend. Ungefähr 15 Monate vor der Einschulung werden die Eltern zusammen mit dem Kind an die zuständige Grundschule des Umkreises geladen. Die Stadt oder die Gemeinde teilt als Schulträger die genauen Anmeldetermine und die Schule im Einzugsgebiet schriftlich mit.

Wann sind die Anmeldefristen in meinem Bundesland?

Zu den Anmeldefristen besuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Schule und melden sich an. Dabei lernen Sie die Schulleitung kennen und umgekehrt. Der Schulleiter oder die Schulleiterin stellt während des persönlichen Gesprächs auch den Sprach- und Kenntnisstand Ihres Kindes fest und spricht ggf. Empfehlungen aus. Das ist wichtig, wenn Sie Ihr Kind vorzeitig einschulen lassen möchten oder die Schulpflicht um ein Jahr zurückstellen möchten.

Fristen für die Schulanmeldung der Bundesländer 2020

Bundesland Anmeldefrist 2020 Einschulung 2020
Baden-Württemberg 01.03.2020. – 30.04.2020 14.09. – 26.09.
Bayern 01.04.2020 – 30.04.2020 08.09.
Berlin 19.09.2019 – 2.10.2019 15.08.
Brandenburg 01.02.2020 – 28.02.2020 08.08.
Bremen 01.10.2019 – 31.10.2019 29.08.
Hamburg k. A. 11.08.
Hessen 01.03.2019 – 30.04.2019 18.08.
Mecklenburg-Vorpommern 01.10.2019 – 31.10.2019 01.08.
Niedersachsen 01.04.2019 – 30.04.2019 29.08.
Nordrhein-Westfalen 01.10.2019 – 15.11.2019 13.08.
Rheinland-Pfalz 16.02.2019 – 28.02.2019 17.08.
Saarland 01.11.2019 – 30.11.2019 17.08.
Sachsen 01.08.2019 – 15.09.2019 29.08.
Sachsen-Anhalt 01.02.2019 – 28.02.2019 29.08.
Schleswig-Holstein k. A. 12.08.
Thüringen 10.12.2019 – 20.12.2019 31.08.

Muss-Kind, Darf-Kind, Kann-Kind – was ist der Unterschied?

Je nachdem, wie alt Ihr Kind zum Zeitpunkt der Anmeldefrist für die Einschulung ist, muss es entweder in der Schule angemeldet werden, kann oder darf. Muss-Kinder sind während des Anmeldezeitraums bereits sechs Jahre alt, Darf-Kinder werden es erst im darauffolgenden Jahr sechs Jahre alt sein. Wie Sie Ihr Kind vorzeitig einschulen lassen können, lesen Sie weiter unten. Bei Kann-Kindern ist die Frist unterschiedlich, je nach Bundesland. Die Webseite plakos.de hat eine übersichtliche Tabelle erstellt:

Uebersicht-Tabelle-Muss-Darf-Kann-Kind-Schulanmeldung © Screenshot von www.plakos.de/einschulungstest

Was muss ich beachten, wenn ich mein Kind bei einer Schule anmelden möchte, die mir nicht zugeteilt wurde?

Sie müssen sich in jedem Fall zunächst bei der vorgegebenen Schule melden, um die Schulpflicht nicht zu verletzen. Das gilt auch für Eltern, die ihr Kind auf einer privaten bzw. freien Schule anmelden möchten. Sie füllen danach einen „Umschulungsantrag“ aus.

Wenn Sie Ihr Kind nicht in eine gebundene Ganztagsschulform geben möchten, müssen Sie sich auch zunächst an der vorgegebenen Schule melden und werden anschließend einer offenen Ganztagsschulform zugewiesen.

Nur wenn an der Wunschschule freie Plätze vorhanden sind, kann ihr Kind wechseln. In einigen Bundesländern, z. B. Hamburg, werden Sie daher gebeten, bis zu drei Wunschschulen anzugeben.

Welche Unterlagen muss ich bei der Grundschule vorlegen?

Grundlegend brauchen Sie zur Anmeldung:

  • Das ausgefüllte Anmeldeformular aus der Einladung
  • Ihre eigenen Personalpapiere
  • Die Geburtsurkunde des Kindes
  • Personalpapiere Ihres Kindes (z. B. Ausweis)
  • Einen Nachweis über die Schuleingangsuntersuchung (kann auch bis zum Schulstart nachgereicht werden)
  • Sorgerechtsbeschluss oder Vollmacht des Partners bzw. der Partnerin samt Ausweiskopie

Wenn Sie Ihr Kind für ein Jahr von der Schulpflicht zurückstellen möchten, brauchen Sie zusätzlich:

  • Eine Stellungnahme der Kita, dass Ihr Kind dort gezielt gefördert bzw. unterstützt wird
  • Ein Gutachten des Schularztes/der Schulärztin oder des Schulpsychologischen Dienstes

Wie kann ich mein Kind später einschulen lassen?

Wenn Ihr Kind bis zum Zeitpunkt der Anmeldefrist für die Grundschule noch keine sechs Jahre alt ist, haben Sie die Möglichkeit, es ein Jahr später einschulen zu lassen. Dies sind die sogenannten „Darf“- und „Kann“-Kinder. Kinder, die zum Zeitpunkt der Anmeldefrist bereits sechs Jahre alt sind, sind „Muss“-Kinder. Dann ist eine Zurückstellung nicht mehr möglich.

Oft haben Eltern von jüngeren Kindern Bedenken, ob ihr Kind sich bereits über längere Zeit konzentrieren kann oder ob der geistige, emotionale und soziale Entwicklungsstand des Kindes zum Schulalltag passt.

Auch das Ergebnis der Schuluntersuchung kann diesen Eindruck bestärken. Sollte der Arzt bzw. die Ärztin hier einen besonderen Förderbedarf feststellen, können Eltern eine Ergotherapie oder Logopädie in Anspruch nehmen. So werden die Beweglichkeit, Geschicklichkeit und das Sprachvermögen des Kindes gezielt gefördert.

Die Kita-Erzieherinnen und -Erzieher Ihres Kindes können in einem Entwicklungsbericht schreiben, ob sie meinen, dass es schulreif ist oder nicht. Dann verbleibt Ihr Kind ein weiteres Jahr zur gezielten Förderung im Kindergarten.

Wie kann ich mein Kind vorzeitig einschulen lassen?

Bereits im Alter von fünf Jahren kann Ihr Kind die Schule besuchen. Es wird dann vorzeitig eingeschult. Dazu entscheidet die Schulleitung der zugewiesenen Schule, ob Ihr Kind bereits die Fähigkeiten eines Schulkinds besitzt. Wichtig für Sie ist, dass Sie sich klarmachen, dass Ihr Kind durch die vorzeitige Einschulung in die Schulpflicht eintritt und dieser Schritt nicht rückgängig gemacht werden kann. Sie sollten sich also sicher sein, dass Sie und Ihr Kind bereit dafür sind.

Fähigkeiten, die geprüft werden können:

Hat Ihr Kind die nötigen kognitiven Fähigkeiten? Kann es Begriffspaare wie „schnell-langsam“ oder „groß-klein“ einander zuordnen? Kann es eine zusammenhängende Geschichte erzählen?

Hat Ihr Kind die nötigen motorischen Fähigkeiten? Kann es sich selbstständig durchs Haus bewegen, z. B. Treppen steigen? Kann es einen Stift halten und etwas schreiben? Kann es mit einem Ball spielen?

Hat Ihr Kind die nötigen sprachlichen Fähigkeiten? Kann es sich einer fremden erwachsenen Person gegenüber verständlich ausdrücken? Kann es verstehen, was gesagt wird? Spricht es in den meisten Fällen grammatikalisch korrekt und in ganzen Sätzen?

Besitzt Ihr Kind die nötigen sozialen Kompetenzen? Kann es sich mit anderen Kindern austauschen und respektiert, was Erwachsene sagen? Ist es empathisch, nimmt auf die Gefühle anderer Rücksicht? Macht es sich selbst bemerkbar, wenn es unsicher ist? Kann es längere Zeit ohne Sie als Eltern verbringen?

Kann Ihr Kind sich ausreichend konzentrieren? Schafft Ihr Kind es, 15 Minuten am Stück zuzuhören oder ein Bilderbuch zu betrachten?

Ist Ihr Kind körperlich weit genug entwickelt? Kann es den Schulranzen mit allen Büchern und Materialien tragen? Kann es am Sportunterricht teilnehmen?

Was ist die „flexible Schuleingangsphase“?

Bei der flexiblen Schuleingangsphase, kurz Flex, handelt es sich um einen Modellversuch, der aktuell in einigen Bundesländern, z. B. Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Thüringen, umgesetzt wird. Hierbei werden Kinder in jahrgangsübergreifenden Klassen unterrichtet. Die Kinder erlernen hier Fähigkeiten und Wissen der Klassenstufen Eins und Zwei und können zwischen einem und drei Jahre in dieser Phase verweilen. Sie lernen verstärkt in ihrem eigenen Tempo, sind aber dennoch in einer Klasse zusammengefasst.

Die flexible Schuleingangsphase wurde bereits Ende der 1990er Jahre diskutiert und getestet. Durch dieses Vorgehen sollen die Unterschiede im Vorwissen und den Fähigkeiten bei den ABC-Schützinnen und Schützen ausgeglichen werden. Das Gefühl der Über- bzw. Unterforderung soll so verringert werden.

Titelbild: © Kzenon/shutterstock.com

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