Groß- und Kleinschreibung – die Regeln ganz einfach erklärt

Diese einfachen Merkhilfen unterstützen Ihr Kind bei der fehlerfreien Groß- und Kleinschreibung im Deutschen.

Am leichtesten ist es, wenn Ihr Kind die Regeln zur Großschreibung lernt. Dann ist klar: Alles andere wird kleingeschrieben.

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3 Regeln zur Großschreibung

Regel 1: Nomen bzw. Substantive werden großgeschrieben

Mit Substantiven bzw. Nomen werden Lebewesen, Gegenstände usw. benannt. Sie werden im Deutschen großgeschrieben. Aber wie erkennt man Nomen?

  • Nomen können an vorangestellten Artikeln erkannt werden, z. B. „der Arzt“, „die Blumen“, „ein Baum“, „eine Hose“.
  • Nomen können an vorangestellten Zahlwörtern erkannt werden, z. B. „zwei Wochen“, „fünf Tage“, „drei Rosen“.
  • Nomen können an vorangestellten Adjektiven erkannt werden, z. B. „großes Auto“, „nette Nachbarn“.
  • Nomen können an vorangestellten Pronomen erkannt werden, z. B. „mein Stift“, „unser Garten“, „deine Schultasche“.
  • An den Wortendungen -ung, -keit, -heit, -lein, -chen, -sel, -tion, -schaft, -nis, -sal, -tum und -ling erkennt man ein Nomen, z. B. „Gesundheit“, „Gewerkschaft“, „Schützling“.

Nomen erkennen

Achtung, das sind auch Nomen bzw. Substantive!

Verben und Adjektive werden eigentlich kleingeschrieben. Aber auch sie können zu Nomen bzw. Substantiven werden.

  • Man erkennt sie an vorangestellten Artikeln, z. B. „das Sprechen“, „das Lesen“, „das Schreiben“, „das Rote“, „das Schöne“.
  • Man erkennt sie an vorangestellten versteckten Artikeln, z. B. „beim (bei dem) Einkaufen“, „zum (zu dem) Ausdrucken“.
    • Achtung! Es heißt aber: „am schönsten“, „am besten“. Da es sich hier nur um die Steigerung eines Adjektivs handelt. Beispiel: „Am schönsten ist es zu Hause.“
  • Man erkennt sie an vorangestellten (besitzanzeigenden) Pronomen, z. B. „dein Schreien“, „unser Jubeln“.
  • Man erkennt sie an vorangestellten Mengenangaben („viel“, „wenig“, „etwas“, „nichts“, „alles“, „manches“, „genug“), z. B. „etwas Bestimmtes“, „wenig Schönes“, „viel Blödes“.

Regel 2: Satzanfänge werden großgeschrieben.

Einen Satz beginnt man groß. Das gilt auch nach dem Doppelpunkt, wenn ein ganzer Satz folgt.

  • Satzanfang: „Heute gehe ich in die Schule.“
  • Satzanfang nach einem Doppelpunkt: „Er hatte es ja vorher gesagt: Nun lag er auf der Straße.“
    • Achtung! Folgt kein ganzer Satz, schreibt man nach dem Doppelpunkt klein weiter. Beispiel: „Was sie sich schon immer wünschte: einen bunten Ball.“

Regel 3: Eigennamen werden großgeschrieben.

Eigennamen werden großgeschrieben. Das gilt für Vornamen und Nachnamen, z. B. „Claudia“, „Tim“, „Müller“, „Schmidt“.

Groß- und Kleinschreibung einfach erklaert Video

7 Regeln zur Kleinschreibung

Wie am Anfang schon erwähnt: Am einfachsten ist es, wenn Ihr Kind die Regeln zur Großschreibung lernt. So muss es sich weniger merken und schreibt einfach den Rest klein. Hier trotzdem ein Überblick über die Kleinschreibung.

Regel 1: Adjektive werden kleingeschrieben.

Adjektive werden immer kleingeschrieben, z. B. „rot“, „klein“, „dünn“, „rund“.

Regel 2: Adverbien werden kleingeschrieben.

Auch Adverbien schreibt man klein, z. B. „draußen, „deshalb“, „gerne“, „hier“, „vorher“, „wahrscheinlich“.

Regel 3: Verben werden kleingeschrieben.

Natürlich werden auch Verben kleingeschrieben, z. B. „rennen“, „schreiben“, „lesen“, „rechnen“.

Regel 4: Artikel werden kleingeschrieben.

Artikel werden kleingeschrieben, z. B. „der, „die“, „das“, „ein“, „eine“. Danach folgt ein Nomen, das großgeschrieben wird.

Regel 5: Partizipien werden kleingeschrieben.

Partizipien, z. B. „springend“, „weinend“, „singend“, werden kleingeschrieben.

Regel 6: Pronomen werden kleingeschrieben.

Auch Pronomen werden kleingeschrieben, z. B. „ich“, „du“, „er“, „sie“, „mein“, „dein“, „unser“.

Regel 7: Präpositionen werden kleingeschrieben.

Z. B. „vor, „hinter“, „neben“, „auf“, „zwischen“ und „bis“ sind Präpositionen. Sie werden ebenfalls kleingeschrieben.

Auch wenn diese Regeln erst einmal kompliziert aussehen: Ihr Kind wird bald ein Gefühl für die Groß- und Kleinschreibung haben. Und dann kann nichts mehr schiefgehen.

Ihr Kind hat Probleme, die Wortarten zu bestimmen? Dann lesen Sie auch diesen Artikel: Wortarten bestimmen – so erklären Sie es Ihrem Kind.

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Titelbild: © wavebreakmedia/shutterstock.com

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